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Freitag, 19. April 2019

PopUp - bYondBeef - FutureFood - Neue Runde!



Whoops! They'll do it again!

Wir hatten uns Gedanken gemacht und zwar über nichts weniger, als über die Zukunft und dabei über die ZUKUNFT DES ESSENS im Besonderen -  und daraus wurden die ersten beiden Runden „bYondBeef – FutureFood“ in der letzten März und der ersten April-Woche.

Wir sind wahrlich überwältigt von dem sensationellen Feedback und bedanken uns ganz herzlich für die sehr freundliche Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung und bei allen die mit getrommelt, geshared und geschrieben haben und als mutige Gäste bei dem Experiment dabei waren.

Tragischerweise hatten wir in den ersten beiden Wochen nicht genug Plätze für alle Interessierte - deshalb haben wir kurzum beschlossen: Wir machen einfach nochmals eine Woche - im Mai!

Unsere manifestiesken Hashtags bleiben wie gehabt die folgenden:

#noleftover 
#fuckplastic
#plantbased
#laisonal
#collaboration
#eatingispolitics
#futureisnow

Unser neues Menü:

13.05. bis 17.03.: #noleftover #homegrown #laisonal
Es kehren zwei Gerichte aus den ersten beiden Wochen wieder: Bluko⁴ (alles vom Blumenkohl aus Woche 1) und der fränkische Som Dam von der fränkischen Babbaya  (der Klassiker aus Woche 2) - die weiteren 3 Gänge sind dem Hashtag #laisonal unterstellt. Dieser Neologismus ist eine Fusion aus "lokal" und "saisonal" - das heißt: frühlingshafte Produkte aus der nächsten Region mit möglichst geringen Transportwegen.

Bilder zur Einstimmung sind immer gut ... hier ein paar Fotos aus den ersten beiden Wochen (all pictures by Vivi D'Angelo):

Das ÜberraschungsMenü der ersten Woche

Erklärung zu Bluko⁴

aus der Homegrow-Rauminstallation ... das kommt auch im Mai wieder

Click&Grow - Der Wohnzimmer-Heimgarten der Zukunft

Gruß aus der Küche

ein Waldspaziergang

Altes Brot in lecker

WO:

Hotel Krone (im sehr coolen Souterrain)


Theresienhöhe 8

80339 München

ZEIT:
immer um 19:00 Uhr

ANMELDUNG/RESERVIERUNG/FRAGEN:

PREISE:
69 €  5 Gänge inkl. Wasser

89 €  mit NonAlk-Begleitung

99 € mit Weinbegleitung

Wir freuen uns sehr auf Euch!

Vincent und Marc

Donnerstag, 18. April 2019

MeætTheMaker - Emilia Romagna Special



WANN:
Am Mittwoch, 08.05.2019, 19:30 Uhr

WO:
Im MEATINGRAUM - Gollierstr. 38 im Münchner Westend (etwas versteckt zwischen Café Gollier und Osteria Bianchi).

WAS:
Nach dem Libanon-Abend die zweite Kooperation mit Faye Cardwell. Dieses Mal führt uns die kleine kulinarische Weinreise in die Emilia Romagna. 

Fangen wir beim Wein an: Zu Gast ist Enrico Drei Donà, Inhaber und Mastermind des Weinguts Drei Donà Tenuta la Palazza. Er ist persönlich da und stellt seine Weine vor.

Zu Weinbegleitungskulinarik: Eigentlich ist diese Region Italiens bekannt für ihr fleischige Opulenz und ihre barocke Üppigkeit! Üppig wird unser Menü auch ... aber wir gehen das ganze mal fleischlos an. Jawoll! Und wir versprechen ... es wird keinen Deut weniger Italienisch, herzlich und gastlich ... im Gegenteil. Lebensbejaend rundum!

DAS MENÜ

Aperitif
Le Vigne Nuove, Sauvignon Blanc

1
SpargelSalat, gegrillter Spargel, Dottter, KräuterCrumble, Parmesan
Wein: Il Tornese

2
BlumenKohl und Nüsse in multiplen Darreichungsformen
Wein: Pruno 2015 & Notturno 2016

3
PilzLasagne mit RöstPilzMedley
Wein: Graf Noir 2010

Dessert
Tiramisu meets The Black Forrest
dazu: Ratafià

!ACHTUNG!
Letale Unverträglichkeiten und nicht mit Pillen in den Griff zu bekommende Allergien bitte bei der Anmeldung erwähnen! 

Am Menü können sich aufgrund akuter Gründe Änderungen ergeben.
Das Dinner, inkl. der Weinbegleitung und Wasser: 68 €

(Anschlussdrinks, Digestif, Kaffee nach dem Menü sind möglich,  werden aber extra erfasst!)

Anmeldung unter: eat@meatingraum.de

Dienstag, 5. März 2019

PopUp - bYondBeef - FutureFood



Wir haben was vor!

Wir haben uns Gedanken gemacht und zwar über nichts weniger, als über die Zukunft und dabei über die ZUKUNFT DES ESSENS im Besonderen.

Unter dem Motto „bYondBeef – FutureFood “ wollen wir uns damit auseinandersetzen, wie wir die Ernährung von Morgen schon heute auf den Tisch bringen ohne darauf zu warten, dass irgendjemand anderes etwas für uns ändert. Als Orientierung dienen uns super verhashtagbare Schlagworte, die wir als Manifest zementiert haben:

#noleftover 
#fuckplastic
#plantbased
#laisonal
#collaboration
#eatingispolitics
#futureisnow

Dazu veranstalten wir ein PopUp-Restaurant mit zwei unterschiedlichen Menüs:

25.03. bis 29.03.: #noleftover
Unser Ziel: Alles, was wir an Zutaten verwenden, verwenden wir komplett. Restlos. Von der Wurzel bis zum Blatt.

01.04. bis 05.04.: #homegrown
Hier schauen wir gleichzeitig in die Vergangenheit und die Zukunft. Wir kombinieren uralte haltbar machende Verfahren mit Selbstanbaumöglich-keiten aus der Zukunft.

Es wird jeweils ein vegetarisches 5-Gänge-Menü aufgetragen mit Gruß aus der Küche.


WO:
Hotel Krone (im sehr coolen Souterrain)

Theresienhöhe 8

80339 München

ZEIT:
immer um 19:00 Uhr

ANMELDUNG/RESERVIERUNG/FRAGEN:

Bilder zur Einstimmung sind immer gut ... und die haben wir ... um mal ein bisserl ein Gefühl zu vermitteln (all pictures by Vivi D'Angelo):

fermentiert, eingelegt und neu gepflanzt

ALLES vom Kohlrabi - mit falscher Jakobsmuschel vom Kohlrabi

der Marc ... hart am Sellerie

der Vincent ... beim konzentrierten Anrichten

fermentiert und eingelegt

schön, wenn es den Jungs selber gefällt

falscher Spargel vom Kohlrabigrün

es ist nicht passiert, wenn es nicht fotografiert wurde

ALLES vom Blumenkohl

Gerne kann das PopUp auch für geschlossene Gesellschaften als Ganzes gebucht werden (bis 40 Personen). Gruppentarife sind verhandelbar :-).

PREISE:
69 €  5 Gänge inkl. Wasser

89 €  mit NonAlk-Begleitung

99 € mit Weinbegleitung

Wir freuen uns sehr auf Euch!

Vincent und Marc

Mittwoch, 20. Januar 2016

Retroschmecktive: VeggieWednesday

Hallo, liebe Freunde des virtuellen Nachschmeckens,

wir schmecken zurück in den letzten VeggieWednesday vom 13.01.2015 im MEATINGRAUM.

Italienisch inspiriert schlemmten wir uns in einer entspannten 10er Runde (mit einer deutlichen Unterpräsenz von XY-ChromosomTrägern) durch die folgenden fleischlosen Feinheiten.

Es ging los mit der italienischen Tricolore als Gruß aus der Küche.

von links nach rechts: AvocadoPesto, weißer TomatenSchaum, cremiges TomatenGel - darüber: KnoblauchCroutons
So munter anitalienisiert war die Bereitschaft allseits geimpft in die offizielle Speisenfolge zu starten und es begann mit Salat und Käse.

Erster Gang: RukkolaRoteBeete Salat in SenfBalsamico, darauf liegend Feta in Filou, gekrönt von RoteBeeteSprossen.

Der salatige Start
Der schön nussige Rukkola, zusammen mit der erdigen Roten Beete und darauf dann der durchs Anbraten zart cremige Schafskäse, gepaart mit der warmen Schärfe von Senf und Sprossen ... doch ... das ging gut zamm.

Zweiter Gang: OnsenEi auf PestoPortobello auf getrüffeltem Pü an Romanesco und sehr gelben Karotten.

erhaben thront das Ei, edel gereckt, von Sprossen bedeckt
Das OnsenEi hat im großen kulinarischen Herzen des MEATINGRAUMs einen besonderen Platz. Seine Cremigkeit neu definierende Cremizität entlockt uns immer wieder ein "Mann, ist das cremig!!". Und zusammen mit diesem Pilz und diesem PÜ... boah ey! (Zum OnsenEi gibt es hier eine intensivere Abhandlung). Der Portobello entwickelt, ähnlich wie auch der Kräuterseitling, beim langsamen Garen im Ofen ein ordentliches Umami-Aroma und behält eine angenehm feste Konsistenz, was ihn rein vom Mouthfeeling und von der Gaumenkitzelei her gesehen zu einem sehr fähigen Fleischersatz macht. In der Verbindung mit dem TrüPü macht das einfach große Freude. 

Aus irgendeinem, mir selber unbekannten Grunde, möchte ich Romanesco, das ist der grüne Kohl, der ausschaut wie Brokkoli mit Körperspannung, auch Türmchenkohl genannt, immer mit "u" am Ende schreiben. Also Romanescu. Und dabei denke ich dann immer an Balkan-Diktatoren. Ich weiß ja auch nicht ... bevor wir diese seltsame Kohl Aberration weiter vertiefen und vielleicht auf dunkle Kohlgeheimnisse meiner Kandheit in der Pfilz (... das soll wohl Kindheit in der Pfalz heißen ... Kohl ... Pfalz ... auweia ... ich glaube, heute wird ein seltsamer Tag ...)  stoßen, schauen wir lieber auf das Dessert.

Dritter Gang: A beautiful mess aus ObstSalat, ErdbeerSoße, TiramisuCreme und NussCrumble, MandelKrokant.

La Desserto Rosso
Für den ObstSalat wurden GojiBeeren in Birnensaft renaturiert, was ich hauptsächlich deshalb mache, um das Wort "renaturiert" wie selbstverständlich mit coolem Blick in die Beschreibung des Gerichts einbauen zu können :-). Goji bekam dann Begleitung von Ananas und Äpfeln. Frischsäuerlicher Obstsalat, ultracremige TiramisuCreme (cremig!), Erdbeersoße - dieser Reigen an Texturen wurde mit dem Crunch-Element von Seiten der Nüsse und dem Mandelkrokant tatkräftig unterstützt. Ist doch immer wieder schön, wenn ein Team ergebnisorientiert zusammenarbeitet.

Dazu passt wundervoll ein Nussschnaps als Digestif. 

Lecker war es - und vielen vielen Dank an euch großartigen Gäste, die sehr gute Laune, die ihr dabei hattet und die wunderbar unkomplizierte Stimmung, die ihr verbreitet habt. Ein wirklich sehr schöner Abend!

Der nächste fleischfreie Abend ist übrigens der 10.02.2016 - Beim SuperFoodAschermittwoch, detoxen wir fleisch- und alkfrei und das auch noch vegan. Eiderdaus. Geht das? Ja, das geht und es wird lecker! Schauts vorbei!


Montag, 28. September 2015

Retroschmecktive - WIESN-DETOX

Gestern war MidWiesnDetoxDay. Ein Tag zum Krafttanken. Aufladen der Batterien. Dem ganzen Körpersystem einen Tag Ruhe, Entschlackung und Erholung gönnen um dann wieder neu justiert und bestens vorbereitet in die letzte Woche des Wiesnwahnsinns starten zu können.

zünftig gewandet in Erwartung, dass es gleich los geht
Die Idee war, ein durch und durch gesundes Menü zu kreieren. Es sollte leicht sein und einige der aktuell so gehypten SUPERFOODS integrieren, also Lebensmittel, denen in besonderem Maße gesundheitsförderliche Wirkungen zugeschrieben werden. Und außerdem verlief der Abend tatsächlich komplett alkoholfrei, was sich aber keineswegs in Stimmungstiefs auswirkte - im Gegenteil - meinen allerherzlichsten Dank an diese muntere Fast-Nur-Mädeslrunde. Das war ein großer Spaß!

Heute morgen habe ich sehr aktiv in mich gehorcht und muss sagen: Es geht mir fantastisch. Hervorragend geschlafen. Fit. Energiegeladen. Die Verwendung der Superfoods hatte schon auch ein bisserl ironische Auseinandersetzung mit überkandidelten Lebensmittelhipstern im Hinterkopf - in der praktischen Anwendung hat sich aber zumindest eines gezeigt: Lecker kann es mit diesen Zutaten werden. Und einen neuen geschmacklichen Touch bekommt man auch noch hin - also künftig werde ich Quinoa, Goji, Chia und die anderen verwendeten Hypefoods sicher wohl dosiert weiter einsetzen.

Schaumer aber doch mal, was es so gab.

Fangen wir an mit dem kleinen Servus aus der Küche an.

Zweierlei Pü: Avocado und Kürbis mit Chil. Dazu Kürbiskerne, Kürbiskernöl und Mandel.

KüchenServus
Sehr hoher Superfoodanteil auf diesem kleinen Löffel: Die Avocado hat ultra gesundes Öl, Chili ist gut für Stoffwechsel, Blutdruck und Verdauung. Kürbiskerne gelten als MEGA-Superfood, da sie sehr viel Zink und Magnesium enthalten und sich zudem positiv auf den ganzen urologischen Apparat auswirken. Mandeln bringen gesundes Fett, wirken sich positiv auf den Säure-Base-Haushalt aus, schmeicheln den Darm mit Qualitätsballaststoffen und wirken sic positiv auf den Blutdruck aus. Boa Ey!

Weiter ging es dann mit GREEN.

GreenFood ist bei allen Listen zum Thema SuperFood immer ganz weit vorne. Ist es grün, ist es schon mal nicht so schlecht. Hochverdichtet kommt das ganze Grünzeug dann meist in Form eines Smoothies daher. Bisher hielt ich das ja für ... naja ... mei ... Geldschneiderei ... aber, nachdem ich gestern in GREEN einen Smoothie an den Start brachte, habe ich mir heute gleich noch einen gemixed. Lecker! Und so, als würde man bei seinem Körper einen zweiten ON-Schalter drücken.

GREEN
Auf dem grünen Teller räkelt sich eine in Kefir und Pesto eingenlegte Zucchiniescheibe, die gebraten wurde. Darauf AlfalfaSprossen. Daneben ein Pü aus Kartoffeln, Olivenöl, Gemüsebrühe und Brokkoli. Garniert mit grüner Paprika und Pistazie.

Brokkoli ist nicht nur grün, sondern gehört einer weiteren Superfoodgruppe an, den Kreuzblütlern. Diese sollen gegen Krebs vorbeugen und entzündungshemmend wirken.

Im Smoothie: Spinat, Feldsalat, Banane, Avocado, Apfelsaft, Gurke, Birne und gutes Münchner Leitungswasser.

Alles zusammen: Lecker, frisch, leicht und schön grün!

Komplimentär ging es weiter mit RED.

RED
Auf dem roten Teller finden sich Linsen mit roter Beete, Räuchertofu, mariniert in rotem Pesto. Sprossen, Radieserl (Kreuzblütler) und ein ParikaTomatenChiliSchaum.

Linsen und Tofu versorgen mit Eiweiß und geben den Muskeln damit was zum wachsen.

Lycopin ist einer der super Inhaltsstoffe der Tomate, weil der die Zellmembranen schützt und somit Alterungsprozesse vorbeugt. Paprika trumpft auf mit jeder Menge Flavinoiden, die antioxidant wirken - was auch super sein soll ... liest man ... schmeckte jedenfalls vorzüglich, und etwas, das so gut schmeckt kann eigentlich nicht ungesund sein. 

Zum DESSERT:

DESSERT
Beim Dessert kann man sich in Sachen Superfood voll austoben - denn jede Menge SuperFoods eignen sich spitzenmäßig zu Desserts. 

Auf diesem letzten Teller finden zusammen: Eine PannaCotta aus Haselnuss- und Mandelmilch mit BirnenPüree, ein BlaubeerSalat mit GojiBeeren und getrockneten Physalis, MiniKiwi, ein Crumble aus Chia, Quinoa und Plamzucker und ein MangoLassi mit Kefir und Honig. Eine wahre Energiebombe.

Als Getränke begleiteten zudem durch den Abend: Wasser mit Ingwer und Zitronengras, Wasser mit Gurke und Chili, Kalter grüner Tee mit Limette, Honig und Apfelsaft.

Fazit: Ja, es geht! Es geht auch ohne Alkohol. Und es geht sogar sehr gut. Und auch verblüffend: Auch ohne Fleisch klappt der Abend wunderbar. Und noch genauer draufgeschaut: Glutenfrei war es auch noch. Und Milchprodukte kamen nur in Form von Kefir, einer ordentlichen Flocke Butter und einem Schuss Milch vor ... damit war der Abend auch noch quasi vegan. Krass!

Wen diese Zeilen nun zur Überlegung "Mmmmmh ... das klingt ja alles gar nicht so schlecht ... vegan und so ... das würde ich ja gerne mal ausprobieren!" bewegen - VORBEI KOMMEN - am 28.10. ist VEGAN_WEDNESDAY zum Thema Herbst - am besten gleich anmelden.

ABER: 

Noch ein Wort zu diesen SuperFoods - Hierzu noch ein Schlusskommentar.

Viele von den Beeren, Kräutern, Samen und vermeindlich neuen SuperFoods sind im Moment eben eine neue Sau, die durch das Gesundheitsdorf getrieben werden. Sich damit mal zu befassen und zu schauen, was es da gibt, was das Spektrum an Möglichkeiten erweitern und womit man Rezepte etwas aufpeppen kann, das halte ich für sinnvoll - für notwendig halte ich aber, eine intelligente und kritische Distanz zu wahren. Googelt man ein bisserl vor sich hin, findet mal seitenweise Seiten über SuperFoods (die hier zum Beispiel) - schaut man dann aber genau bei dieser Seite mal nach, wer dahinter steckt, dann stellt man fest: Dahinter steckt eine Consulting Firma, die mit dem Vertrieb teurer "SuperProdukte" Geld verdient und viele der "Fakten" über die Lebensmittel zwar behauptet, diese aber nicht wirklich untermauern kann (dazu liest man mehr hier).

Aus meiner Sicht lässt sich die sinnvollste Art sich zu ernähren wie folgt zusammenfassen: Saisonal, Regional mit Freude, Spaß und Genuss. Idealerweise undogmatisch!

Mahlzeit!



Donnerstag, 13. August 2015

Retroschmecktive - VegiWednesday

Am gestrigen Mittwoch zelebrierten wir den ersten VegiWednesday - und ja, das könnte eine hübsche neue Tradition werden.

Der VegiWednesday soll keine Bekehrungsveranstaltung zum generellen Fleischverzicht sein, dazu bin ich selber ja viel zu gerne Fleischfresser. Aber mein Fleisch-Credo ist: WENN Fleisch, dann bitte gscheites Fleisch mit Blick auf Herkunft und Aufzucht, kein abgepacktes Massentierhaltungsmeat. Und bevor ich anderes Fleisch in meinen preisgekrönten Luxuskörper lasse, lasse ich es lieber weg - und der VegiWednesday soll zeigen: Das Weglassen schmerzt nicht und schmeckt.

Freut mich sehr, dass dieses Interesse auch von meinen fantastischen Gästen geteilt wurde - am Tisch waren nur 2 "echte" Vegetarier - die anderen waren interessierte Karnivore. Danke euch für den runden Abend und die feuchte Fröhlichkeit bis in die durchaus späte Nacht! Cheers!

Fangen wir mit der Nachschmeckerei an. Als KüchenServus kamen zwei MiniTartes - gefüllt mit Ziegenfrischkäse, einmal getoppt mit einer Himbeere (gefüllt mit RosmarienBalsamico und einem winzigen ParmesanChip) und einmal mit Blaubeere und einer gebrannten SesamMandel.

Dazu als Aperitif: Ein Gin Tonic mit Blaubeeren!

Zum Start: MiniTarte
ERSTER GANG: Kartoffeln, Pilze, Ei, Erbsen

Die Kartoffeln kommen als zarter Pü, gepimpt mit Trüffelbutter und Steinpilzen. Darauf: Endlich mal wieder ein Onsen-Ei, weil das einfach eine im  Himmel geschlossene Verbindung ist. Dazu und drumherum: Gebratene Kräuterseitlinge mit schwarzem Knoblauch, getrüffelte Erbsen und ein Hauch Steinpilzpesto.


Erster Gang: Und stolz trohnt das Ei
Dazu ins Glas: Die schön frische Cuvee Kopfstand  von dem rheinhessischen Gut Lorenz. Eine spritzige Mischung aus  Rivaner, Cabernet Blanc und Riesling. Passt.

ZWEITER GANG: Japanisches GemüseCurry, AuberginenTonkatsu, Reis, WasabiEdamame

Tonkatsu ist eigentlich vom Schwein und die japanische Variante des Schnitzels. Statt Schwein verwendete ich freilaufende Auberginen. Diese werden dann in PankoPaniermehl (das ist deutlich grober als normale Paniermehl - und so wird es dann besonders knusprig) paniert und in Ghee ausgebacken. Serviert auf einem japanischen Curry mit Süßkartoffeln, Kürbis, Babymais, Karotten und Zuckererbsen. Dazu: Reis und in WasabiÖl geschwenkte Edamame.

Zweiter Gang: Japanophil
Für die Füllung im Glas bleiben wir beim gleichen Weingut und süffeln nun die schön fruchtige Cuvee mit dem martialischen Namen Urschrei. Eine superdeutsche Traubenmischung, die neben Cabernet auch Regent, Dornfelder und Portugieser enthält. Ein wein, den man im Sommer auch schön gekühlt süffeln kann.

DESSERT: Macha und Mango

Vom Feeling bleibt es asiatisch. Macha, das ist puderfein gemahlener Grüner Tee, spielt die Hauptrolle und kommt in verschiedenen Inkarnationen: Als Panna Cotta mit weißer Schokolade, Schaum und Macha Latte als begleitendes Getränk. Dazu gibt es eine MangoSoße, MangoGelee und (nicht im Bild) ein Mango EisAmStil. Für den nötigen Biss sorgt ein KokosNussCrumble mit Cranberrys.

Dessert: Macha und Mango
Danach wurde es schnapsig. Eiderdaus.

Dazu liefen seltsame Lieder über Obst und Vegetarismus ... ja, sowas gibt es ... das ist zwar nicht immer schön für die Ohren, aber wir machen das alles ja auch nicht zum Spaß, gell :-),



Nächster VegiWednesday: 16.09.2015 - 19:00 Uhr - Book now!

Freitag, 19. Dezember 2014

AuswärtsEssen: Tian

Das Tian am Viktualienmarkt ist nagelneu. Eröffnet wurde es grade erst am 18. November 2014. Obwohl es erst seit rund 4 Wochen die Pforten auf hat läuft es in Sachen Küche und vor allem in Sachen Service wirklich sehr geschmeidig. Chapeau!

Das Interieur ist gediegen uns stylisch ohne overstyled rumzunerven - geschmackvoll. Die Sitzinseln im zweiten Teil des Restaurants dämpfen den Schall und ermöglichen auch bei vollem Laden entspannte Konversation ohne Brüllnotwendigkeit und vermitteln gleichzeitig unaufdringlich Privatheit.

Auf der modernen Karte kann man entweder eines der beiden in Sachen Gängemenge skalierbaren Menüs ("Dahoam/Heimat/Ursprung" heißt das eine "Emotion/Impuls/Instinkt" das andere) wählen oder aus einem Gängebaukasten selbst kombinieren. Dabei gibt es auch eine kleine Albatrüffelkarte - das ist schön saisonal. Und mit Trüffel. Und das ist gut! :-)

Schauen wir auf ein paar Gerichte:

Erster Gruß aus der Küche: RoteBeete, Quinoa, was war das nochmal für ein Schaum?, knusprige Kerne - Lecker!
zweiter Gruß aus der Küche: falsche Auster mit mildem Ziegenfrischkäse.
Rote Beete, Miso, weiße Zwiebel, Sake - mild erdig, fein säuerlich, perfekt zusammengeführt durch milden Miso
Waldpilzravioli, Kerbelschaum, ApfelSesamSalat - sehr harmonisch, der Nudelteig ist ein Hauch zu dick, die Füllung der Hammer - der Kerbelschaum hat trotz der Luftigkeit eine erstaunliche Geschamckstiefe
KräuterEi, Blumenkohl, schwarzer Trüffel - das Ei ist außen top knusprig gebacken und aus dem inneren läuft keck der Dotter - das zu Blumenkohl und Trüffel - yummy!
gebackene Maispolenta auf Sonnenwurzelpüree mit Schnittlauch mit schwarzen Linsen - die Soße der Linsen hat eine mächtige Umami-Tiefe, die Polenta ist außen knusprig und schön zart im Inneren - Prädikat: saugut! 
Top Weinchen aus dem Burgenland: Cuvée aus Blaufränkisch, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot.
gebackenes SteckrübenPü mit Allerlei von der Karotte und Romanesco
Vacherin Mont-d'Or, zart gegarte Kartoffeln und Kürbis - ein Hammer in Sachen Cremigkeit.
Felchlin Arriba 72%, Passionsfrucht, Kokos - Das Passionsfruchtsorbet alleine ist grandios, zusammen mit der dunklen Schokoladengarnach und dem Schokokuchen ist es nahezu magisch.
Mandel, Apfel, KaramellSemiFredoKugel und Blutorangensorbet - eiderdaus. Auch ein top Dessert.
Was wirklich alle Gerichte sehr gut hinbekommen, das ist das Spiel der Texturen. Cremigkeit und Knusprigkeit geben sich die Hand. Die Aromen sind extrem gekonnt balanciert und die Geschmackstiefe ist verblüffend.

Und wer die ganze Zeit dachte "Da fehlt doch irgendwas - was fehlt da denn nur?" - Ja, da fehlt was! Fleisch fehlt da! Nur, dass es nicht fehlt. Der vegetarisch-vegane Ansatz des Tian geht vollends auf und das ohne seltsame Fleischersatzgeschichten. Die Konzentration auf regionale und saisonale Gemüse und Früchte macht irgendwelchen Fleischersatz unnötig.

Wer dann sagt "Mei, für kein Fleisch, da sind die Preise aber ganz schön heftig!" (3 Gänge: 37 € / 6 Gänge: 57 €) - Dem antworte ich: Nö! Wenn man einfach mal Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst gleichberechtigt als Lebensmittel betrachtet und mit dem Ansatz essen geht, dass man kreatives, nachhaltig produziertes, gesundes und vor allem leckeres Futter vorgesetzt bekommt und dafür einen fairen Preis bezahlen möchte, dann klappt das im Tian. Ich bin selber ja sehr carnivor veranlagt, habe das Fleisch aber nicht vermisst.

Und noch eine andere Betrachtungsweise - das Mutterschiff des Tian in Wien hat bereits einen Michelin-Stern ergattert - und so betrachtet ist das hier ein recht günstiger Einstieg in die Welt der Sternegastronomie.

Schlusswort zur Weinkarte: Die ist klein, aber gut ausgewählt und fair kalkuliert.

My 5 Cents: Give it a try!

Sonntag, 23. November 2014

Retrospektive SupperClub14 - Ein Herz für Rinder

Ne, Kinder, wat war dat schön.

Und es ging schon so gut los. So dermaßen pünktlich. So unglaublich dermaßen pünktlich. Auf Vegetarier kann man sich einfach verlassen. Wenn auch nur 2 von 10 tatsächlich und echt praktizierende Vegetarier waren. Herzlichen Dank an Euch - nicht nur für diese exakte Pünktlichkeit, sondern auch für diesen saulustigen Abend - wieder mal kam da eine tolle Truppe zusammen - karmisch harmonisch. Namaste!

Schauen wir aber doch mal auf das Menü ...

Der Schlachtplan
Das Menü
Das Gedeck
Erster Gang: Gin, Tonic, Joghurt, Gurke

Ein frischer Auftakt. Leicht. Säuerlich. Beschwingt. Ein kulinarisches Nachwinken an den vergangenen Sommer und ein geschmeidiges Hineingleiten in den Abend. Der Aperitif-Gin-Tonic, dem Motto antithetisch entsprechend mit einem Beefeater gemixt, erfüllte gleichzeitig die Rolle des korrespondierenden Getränks zu diesem ersten Gang.

Filigranes Gurkennetz
Energiekreis aus Gurkenschalengintonicdeko 
Auf dem Teller der ersten Runde fand sich:
  • Zuunterst ein Salat von Gurke, Zucchini und Granny Smith in einem JoghurtGinTonicDressing.
  • Eine ZiegenkäseKräuterPraline.
  • Ein GurkenJoghurtSenfEis mit Sesam.
  • Ein MeerrettichJoghurtGelee im filigranen Gurkennetz.
Gang 1: zelebrierter Cucumbrismus
Zweiter Gang: Radicchio, Rote Beete, Radieserl

Ein ungewöhnlicher Gang, im Glas serviert. Ein Salat aus Radicchio, Roter Beete, Cranberries, Nüssen und Schafskäse bildet das Fundament. Das bittere Aroma übernimmt geschmacklich das Staffelholz vom Gin des vorangegangenen Ganges und wird durch die Cranberries und das süßliche BalsamicoDressing eingebremst. Auf dem Salat: Geschmorte Radieserl mit Kapern und auf des Glases Deckel ein Päckchen von Zucchini und Ziegenkäse.

Gang2
Dazu ins Glas kam ein spritzig frischer Lambrusco aus dem Hause Opera02 (hierzu vielleicht auch lesenswert der Bericht in der Rubrik AuswärtsEssen). Der Lambrusco kommt hervorragend zurecht mit den bitteren und salzigen Aromen. Besonders aber mit dem BalsamicoDressing des Salats - denn der Balsamico kommt aus dem selben Stall wie er selber.

Dritter Gang: Onsen-Ei mit Pü und Trüffel

Ja. Schon wieder. Schon wieder gibt es KartoffelPü mit Ei und Trüffel. WEIL ES ABER HALT LEIDER EBEN GEIL IST. Was soll man da denn machen? Da kann man nichts machen!

Und weil dieses Mal kein teures Fleisch auf der Einkaufsliste steht wird das Budget sinnvoll in Trüffel investiert. Und zwar in einen 40 Gramm-Oschi.

40 Gramm Oschi aus Alba, getauft auf den Namen Franco Nero.
Das Pü alleine hat schon einen hohen Obszönitätsfaktor, aber zusammen mit dem Ei und dem frisch gehobeltem Trüffel ... es ist unanständig!

Das Rezept für das Pü ist nicht weiter kompliziert und zeigt, wie schon doch das Einfache sein kann. Das Ei wurde 5 Stunden bei 63° gegart und das Ergebnis ist ein super cremiger Dotter.

jajaja ... schon wieder Trüffel, Ei und Pü ... wird das nicht irgendwann langweilig. Nö!
Dazu trinken wir einen Incognito von Philipp Kuhn aus der Pfalz. Ein Wein, der wieder mal zeigt, dass deutsche Weinmacher eben doch auch tollen Rotwein können. Der Incognito heißt so, weil Philipp Kuhn nicht verrät, welche Trauben er in dieser Cuvée verbaut. Macht nichts - das Ergebnis spricht für sich. Ein schwerer, hintersinniger Wein. Erdig und tief und hervorragend zum Trüffel passend.

Vierter Gang: Schnitzel, Schwammerl, Knödel ... und Rosenkohl

Mein Lieblingskommentar zu diesem Gang: "Wie hast du es geschafft, dass mir hier der Rosenkohl so gut schmeckt?" Danke! :-)

Aber wenn du nett bist zum Rosenkohl, dann ist der Rosenkohl auch nett zu dir. Nicht matschig verkochen, dann wird er bitter und schleimig. Dieser Rosenkohl wurde 5 Minuten in Salzwasser blanchiert, dann eiskalt abgeschreckt und dann kurz gebraten - mit einem Hauch Chili und knusprigem Meersalz gewürzt.

Das Schnitzel stammt aus der Auberginenhüfte - besonders zartes Auberginenfleisch, dass nicht geklopft werden muss.

Rahmschwammerl und ein spinatisiert Semmelknödel komplettieren dann den Gang.

Schnitzel von der freilaufenden Aubergine, Rosenkohl in so wie er sein soll, Schwammerl, Knödel, Gewürzblüten.
Ins Glas kommt eine Cuvée von Hans Igler, aus Blaufränkisch, Zweigelt und Cabernet Sauvignon. Ein voller Wein, der sich ausgezeichnet mit den Schwammerln versteht und auch mit dem Schnitzel eine schnelle und innige Freundschaft schloss.

Fünfter Gang: Eine Ode an den Käse

Ein Tryptichon vom Fromage.

Über einem stark reduzierten BalsamicoDip schwebt ein ParmsanNugget. Eine ParmesanCremeBrüll wartet auf den Löffel und eine kleine Pizza Dolce überrascht mit Gorgonzola und Birne.

Dazu ein spritziger prickelnder Süßwein wieder von Opera02. 

käsiges Trio
Sechster Gang: Multiple Schokolatismen

Die Deko, Leude - DIE DEKO!

Die Dekoschablone, von filigranen Elfenhänden ausgeschnitten.
Multipel schokoladig.

Ein Schokobrownie mir weißer SchokoPannaCotta und MüsliCrossi. Eine SchokoMousse und ein SchokoTrüffel.

Schokofinale
Dazu - schon wieder - der EspressoMartini. Ja. Es stimmt. Ich bin süchtig und kann nicht mehr ohne ...
EspressoMartini
Wie es sich für ganzheitlichen Hedonismus gehört war auch der Sound auf das Motto abgestimmt - guckst du SpotifyListe:



Das war es mit SupperClub14.

Ich freue mich auf die nächsten Sonntag beginnende kulinarische Serie "Alternativer Advent" - es gibt noch ein paar freie Plätze - KOMMT IN SCHAREN! Mehr Infos dazu? Hier!