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Mittwoch, 2. November 2016

Retroschmecktive_ Le Petit Luxe im Oktober

Es ist schon geraume Zeit her, dass wir uns im Oktober die Mittwochsbelohnung gegönnt haben. Und jetzt steht schon fast wieder der kleine Luxus im November an - übrigens: Die letzte Runde "Le Petit Luxe" für 2016 - es geht dann erst im Februar weiter mit der PopUpBistro-Serie.

Aber schauen wir doch zuerst mal kurz zurück zu der letzten Runde Mittwochsluxus - was gab es da denn?

Nachdem wir uns stilvoll in den Abend gesektet hatten wurde es erstmal Wachtel.

WachtelArt1

WachtelArt2
Das Gericht zum ersten Gang war eine Spielerei um einen echten BistroKlassiker drumherum: die Croque Madame. Die Croque Madame ist im Prinzip das Äquivalent zum amerikanischen Grilled Cheese Sandwich, nur dass man ihr noch ein Spiegelei als Topping verpasst. Klassischerweise ist sie belegt mit einem Kochschinken und Emmentaler oder einem ähnlichen Hartkäse.

In unserer Edelvariante besteht der Belag aus geräucherter Gänsebrust und einem zart getrüffelten Brillat-Savarin, als MiniSandwich getoppt mit einem WachtelSpiegelei. Gesellschaft bekommt das Sandwichkleinod von einem Spinatsalat in WalnussBirnenVinaigrette, einem Wachtelkeulchen und einem zart tomatisierten und schön cremigen Gemüsesüppchen.

Bonjour Madame!
Zur Vorspeise trinken wir gleich zwei ungewöhnliche Weine aus Österreich: den Roten Veltliner von Josef Fritz von den Wagramterrassen und einen Roten Riesling von Ellwanger. 

Auch wenn die beiden Weine das Wort "Rot" in ihrem Namen tragen handelt es sich um Weißweine, allerdings von zart rotbeschalten Trauben. Beide sehr elegant aber auch sehr unterschiedlich, so dass sie das Gericht von zwei unterschiedlichen Seiten umschmeicheln. Der Veltliner bringt eine breite Range an tiefen Fruchtaromen und einen zarten Zitruston, was beides gut zur cremigen Suppe und zum Ei kontrastiert. Der Riesling bringt Kräuteraromen und eine spannende Nussigkeit mit, was hervorragend mit dem Salat und dem Keulchen zamm geht.

So gestärkt sind wir bereit für den Hauptgang. Es werde Lamm!

Ratatouille a la Ratatouille 

Ich gebe es unumwunden zu: Die Art das Ratatouille zu machen habe ich mir aus dem sensationellen Pixar-Animationsfilm "Ratatouille" abgeschaut (Hier - zum inspirieren lassen). Die geniale Kochratte Rémy schiebt da sinnlich und behutsam hauchdünne Scheiben von Zucchini übereinander, und lässt das dann abgedeckt im Ofen ziehen - das sah so richtig und elegant aus und war in dem Film ja auch genau das Gericht, das den unerbittlichen Gastrokritiker in seine Kindheit zurück versetzte und sein Herz weich werden ließ. Etwas ganz einfaches mit Hingaben bereitet - eine Erleuchtung beim ansehen des Films und tatsächlich auch beim Verputzen des Ratatouilles, wenn meine Variante auch deutlich rustikaler ist. Dazu gibt es schön buttrige rote Linsen mit Orange und Gemüse. Darauf: Bestes Eifler Urlamm und ein PetersilienÖl. Bon Appetit!

Der Wein dazu ist eine Macht im Glas: THE BUTCHER vom burgenländischen Weingut Schwarz. Der Herr Schwarz, von Hause aus Metzger, baut hier eine Cuvée, die ihrem Namen alle Ehre macht. Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc ergeben eine dichte Mischung aus dunklem roten Obst, Gewürzen, Schokolade und Kaffee.

Zum Dessert: Reblochon im Strudelteig, Feige, Ziegenkäse und mehr.

Ein eher kräftig-herbes Dessert, mit Kräuterhonig und pochierter Birne. Ganz schön was los auf dem Teller beim Schlussakkord.

Desserto in blurry

Birne: pochiert und als luftiger Schaum
Traube: als Salat mit Nüssen
Feige: Kurz angegrillt mit Kräuterhonig

Bei dem Rambazamba auf dem Teller, darf auch das Weinchen dazu Gas geben - ein Kracher aus dem Hause Kracher - nämlich der Red Roses. Ein Rosenmuskateller von einer elegant ausgewogenen Süße, logisch mit Rosenanklängen aber auch jeder Menge weiterer floralen Obstigkeit. Ein schöner Zusammenbringer zu der Aromaachterbahn auf dem Teller

Die Weine im Gruppenbild
Das war schön! Das hat Spaß gemacht! Danke, liebe Gäste, dass ihr auch dieser Bistro-Pop-Up-Runde mit eurem Kommen ein Krönchen aufgesetzt habt - hoffentlich sehen wir uns beim nächsten Mittwochsluxus wieder!

Ach ja - der nächste Le Petit Luxe Abend - Am 09.11. um 19:00 im MEATINGRAUM - Alle weiteren Details - HIER!!

Samstag, 8. Oktober 2016

Retroschmecktive: Le Petit Luxe im September

Kinder, wie die Zeit verfliegt ... jetzt isses schon wieder fast einen Monat her, dass es das letzte Mal hieß: "Le Petit Luxe" im MEATINGRAUM.

Bei "Le Petit Luxe" verwandeln wir jeden zweiten Mittwoch im Monat den MEATINGRAUM in ein PopUpBistro, lassen unsere versteckt frankophile Seite raus, remixen brasserieske Klassik und feiern das erreichen der Monatsmitte wie Gott in Frankreich. Als Akt der Völkerverständigung und als proeuropäisches Zeichen, ziehen wir zu den französischen Speisen die Korken aus österreichischen und deutschen Flaschen.

Bei der Septemberrunde hatten wir Besuch von der großartigen, auf FoodPhotography spezialisierten Profiknipserin Vivi D'Angelo, die den Abend in großartigen Fotos festgehalten hat. Deshalb wird diese Restroschmecktive auch deutlich wortknapper da es jede Menge so schöner Bilder gibt, die ihrer Aufgabe als Bild vollumfänglich nachkommen ... mehr als Worte eben.

Fangen wir doch gleich mal an mit einer ersten Fotophalanx, einfach mal so zum nachspüren der Atmo.

Fotos © Vivi D'Angelo
Stillleben am Tisch - Fotos © Vivi D'Angelo 
Kurz vorm nächsten Schluck - Fotos © Vivi D'Angelo
Andacht - Fotos © Vivi D'Angelo
Tischstillleben haben einfach was - Fotos © Vivi D'Angelo

Nach ein paar Flaschen (!) Fritz Müller zum Aperitif stürzen wir uns ins Menü.

Die heiße Schwester vom Fritz heißt Rosa. Prickelnde Beziehung zwischen einem Portugieser und einer Spätburgunderin. - Fotos © Vivi D'Angelo 
Wir eröffneten diese Runde mit einer wirklich spannenden AromaKombi:

Camembert, Chicorée, Trüffel

Der Chicorée wird langsam karamellisiert und bekommt mit einem Hauch Chili und Meersalz einen kleinen Kick von der Seite. Der Camembert wird nur ganz leicht erwärmt. Dazu kommen schwarze und gefährlich sahnige Beluga-Linsen und ein süßsalziges NussKeksCrumble. Der finale Handkantenschlag für die Papillen erfolgt durch eine HonigTrüffelSauce. Heimliches Fingerlecken. Verhaltene Seufzer. Mmmmmh.

LinsenKaviar im Rotlicht - Fotos © Vivi D'Angelo
In der Anrichte - Fotos © Vivi D'Angelo
Auf dem Pass - Fotos © Vivi D'Angelo
Am Platz - Fotos © Vivi D'Angelo
Der Wein dazu: "AUFTAKT" von Ulrike Thul von der Mosel, ein Riesling mit gesunder und sehr schön fruchtiger Restsüße und einer gleichzeitig knackigen Säure. Die Süße schmiegt sich an den Käse und die Säure schneidet durch die Opulenz und resettet die Rezeptoren.

Es geht mit einem unklassischen Klassiker weiter:

Cockowä, TrüPü, Gemüse

Der Coq kommt in Form von Perlhuhn-Keulen. Die wurden einen Tag in Rotwein mit Gemüse mariniert und kamen dann bei 60° für ein paar Stunden ins SousVideBad. Parallel wurde Gemüse angeröstet und mit der Marinade zusammen zu einem unverschämt leckeren Sößchen eingekocht, in welchem die SousVideKeulchen dann relaxed entspannten. Dazu gab es ein getrüffeltes KartoffelPü (Rezept? Klar doch!) und kleine balsamicotisierte Zwiebelchen.

Der Coq, der Wein, das Gemüse - Fotos © Vivi D'Angelo
Auf dem Pass - Fotos © Vivi D'Angelo
Finishing Touch - Fotos © Vivi D'Angelo
#Foody - Fotos © Vivi D'Angelo
That might be exactly the right light! - Fotos © Vivi D'Angelo
Der Wein dazu: Aus dem Mittelburgenland! Die Cuvée Falcon vom Weingut Artner. Eine Ménage à trois aus Blaufränkisch, Merlot und Zweigelt. Reiches dunkles Beerenobst zusammen mit samtig-nussigen Aromen, einem Touch Schoko. Ein wohliger Wein zu diesem Seelenschmeichler von einem Gericht.

Wir hüpfen zum Dessert.

Irgendwie Crepes Suzette

Zum Flambieren war es irgendwie doch noch zu warm, also wurde der Klassiker einer kühlenden Frischzellenkur unterzogen. Serviert als Pfannkuchenrolle mit hinterhältig versteckten Aromen von Rosmarin. Aufgelockert durch ein Frischkäseschäumchen und fruchtiges Gelee und gegrillte Orange.

Ui .. da is aber einer konzentriert bei Aufschäumen - Fotos © Vivi D'Angelo 
Am Platz - Fotos © Vivi D'Angelo
Skepsis oder Vorfreude? - Fotos © Vivi D'Angelo
Und mit ein paar Runden Digestif verabschiedeten wir uns in die Nacht!

Eine wunderbare Runde war das - Danke, liebe Gäste, dass ihr dabei gewesen seid - Hoffentlich sehen wir uns bald wieder bei der kleinen Mittwochsbelohnung.

Die NÄCHSTE KLEINE MITTWOCHSBELOHNUNG ist übrigens am Mittwoch, 12. Oktober, 19:00 Uhr !

Zu Gast bei der September-Runde war auch Lisa, die für Cremeguides diesen schmackhaften Artikel über uns geschrieben hat. Merci beaucoup!

Freitag, 12. August 2016

Retroschmecktive: Le Petit Luxe im August

Bonsoir, liebe Freunde des geschriebenen Nachschmeckens!

Vorgestern war der zweite Mittwoch im Monat und das macht ihn per Definition zum Tag des kleinen Luxus. Zum Abend des sich mal was Gönnens. Zu einer Soirée des Genusses. Denn, so haben wir das im MEATINGRAUM entschieden: An jedem zweiten Mittwoch im Monat ist die Zeit reif für einen kleinen ZwischenHedonismus. Und das auf französisch.

Jeden zweiten Mittwoch laden wir zu einer kleinen Runde von Genießern und bespielen diese Runde mit Gerichten, für die wir uns die Inspiration aus der französischen Bistro- und Brasserieküche holen. Und dazu servieren wir eine passende Getränkefront.

Das Menü diese Woche startete mit einer kleinen Spielerei rund um den Kir. Der Kir, also Sekt mit was Fruchtigem, hat, wie ja fast alles in der kulinarischen Welt, eine unglaublich Breite Spanne der qualitativen Existenz: Von direkt Sodbrennen erzeugendem flüssigen Kopfschmerz (be fertig gemixter ChemiePlörre) bis hin zur verzückungsjauchzeninduzierenden Blubberwonne (bei einem Kir Royal aus bestem Champagner mit erstklassiger Creme de Cassis).

Wir dekonstruieren den Klassiker und bauen aus der Creme de Cassis zusammen mit frischen schwarzen Johannisbeeren ein Eis am Stil, das wir dann mit einem zart rosé farbenen Sektchen aus Rheinhessen aufgießen. Prösterchen und Stößelchen!

Kir zu Start
Danach ein kleines amuse bouche als Servus aus der Küche - es grüßt eine kleines Aspik vom Tafelspitz mit Cornichons und einer WasabiSahneGrundierung ... avec raifort.

okok ... gute Foodfotografie schaut anders aus ... aber lecker war es trotzdem ... 

Dann beginnt es mit der offiziellen Menüfolge und es geht los mit:

OEUF COCOTTE

Klassisch ein in Sahne versenktes und dann imm Ofen vorsichtig gegartes Ei, das im Untergrund mit allerlei leckeren Sauereien gepimpt werden kann.

Die Geschichte des MEATINGRAUM-OEUF-COCOTTE gibt es hier:



Als Weinchen schenken wir hierzu ein: Einen Riesling von der Mosel, den Auftakt von Ulrike Thun (weitere Infos: hier!).  Als feinherb deklariert hat er eine schön obstige Süße im Gepäck, die aber von einer knackigen Säure gut eingefangen wird. Das passt sauber zu den reichhaltigen Aromen der Sahne-Ei-Obszönität im Weck-Glas. Die Süße stützt den Lachs, die Säure schiebt die Cremigkeit etwas auf die Seite, so dass alle Aromen Ihre Chance bekommen.

Als Brücke zum Hauptgang kommt ein weiterer Weißwein ins Glas: Der Double von Franz Michael Mayer aus Wien. Dieser Wein aus Semillion und Sauvignon Blanc versteht sich selbst als österreichische Variante eines Sauternes in trocken ... und das ist er auch und damit nicmmt er perfekt die Cremigkeit des Ganges auf führt perfekt zum nächsten Gang.

BÖFFLAMOTT

Das Gericht ist ein solcher Klassiker, dass das Boef la mode als Böfflamott mittlerweile eingedeutscht ist. Im Prinzip ist es ein Rinderschmorbraten, der zunächst ein paar Tage mit Gemüse und Wein mariniert und dann in den Schmortopf kommt. Wir marinieren auch: mit Lauch, Karotten, Sellerie, Zwiebeln, einem Hauch Knoblauch, Pfeffer, Wacholder, Sternanis und Lorbeer mit Sekt - für 3 Tage - danach kommt das falsche Filet vom bayrischen WeideOx bei 59° für 8 Stunden eingeschweißt ins Wasserbad. Danach wird es in Ghee (HIER KLICKEN UM GHEE-INFOS abzugreifen!) kurz rundum scharf angebraten.

Tellerbasis ist ein recht süßes Pü aus Maronen und weißen Bohnen, darauf arrangiert das Fleisch, rote Linsen mit Oliven und gebutterte Zuckererbsen und Karotten.

Topmodernes Böfflamott
Auch bei den Weinen geht es krass weiter: Erster Begleiter ist ein Weinchen von Malle, mit einem skurrilen Haselnussaroma, das aber perfekt zum Pü passt. Danach: Ein Bordeaux aus Österreich.Vom Weingut Schwarz aus dem Burgenland. Eine Macht im Glas: The Butcher! Subtilität ist zuweil einfach überbewertet. Ein Knaller: voll, beerig, selbstbewusste Tannine und dennoch ein betörender Schmelz.

Wir kommen zum Ende und es wird schokoladig.

CHOCOLAT³

Das Dreierlei auf dem Teller besteht aus: Gateau mit VanilleHäubchen, Mousse und Darth Vader.

Darth ist dabei ein Espresso-Schoko-Gelée.

Schokoladiges Tryptichon
Dazu ins Glas: Ein Kracher von Kracher, dem österreichischen Süßweinspezialisten schlechthin. Und von ihm was ganz besonderes - der Red Roses. Ein sensationeller Rosenmuskateller, blumig floral , herrlich beerig und verschwenderisch süß - perfekt zur Schokolade.

Danach kann nur ein Nussschnaps dieses fürstliche Gelage beenden.

Die Sinnhaftigkeit einer Midmonatsdekadenz hat sich wieder einmal trefflich gezeigt - glückliche Gesichter bewegen sich hinaus in die Nacht.

Sie haben da jetzt direkt Lust auch mal dabei zu sein? Ja dann nichts wie reservieren!

Das nächste Mal Le Petit Luxe heißt es am 19.09.2016 um 19:00 Uhr. Dann stehen auf dem Programm: 1) Camembert, Chicoree und Trüffel 2) Cockowä 3) Die Cousine vom Crepe Suzette.

Stay delicious!