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Montag, 6. März 2017

Retroschmecktive: reSPECKt

Liebe Freunde der foodpornografischen Maximalsalivation.

Haltet Tücher bereit, denn das folgende Bildmaterial, abgelichtet von der sensationellen FoodFotografin Vivi D'Angelo, hat Sabbergefahr.

Es geht um die Rückschmeckung des jüngst vergangenen SupperClubs unter dem Motto reSPECKt.

Bei selbigem ging es logischerweise um SPECK oder, wie der Angelsachse sagt: BACON!

Frisch angebratener Bacon, das haben amerikanischer Speckforscher in über 761 Studien herausgefunden, hat international die Auswirkung der "maximalen Mundbewässerung", vor welcher sich selbst, bis auf wenige Ausnahmen, auch eingefleischte Vegetarier (hihihi ... "eingefleischte Vegetarier" ... höhö ... 'schuldigung) nicht wehren können.

Wir haben unsere Bühne geräumt und Bacon ins Scheinwerferlicht gestellt und ihn zum Held von jedem Gang des Menüs gemacht. Und nicht nur das - auch der Startdrink war baconastic.

Wir beginnen mit einer BaconBloodyMary.

BaconBloodyMary: 5 cl BAKON, 4 cl Tomatensaft, 4 cl Gemüsesaft, 2cl Hühnerbrühe, 1 Spritzer Worcestershire
Prise Salz und Pfeffer - auf Eis servieren. Deko: 1 Streifen krosser Bacon - Foto: Vivi D'Angelo 
Was es nicht alles gibt: baconflavoured Wodka - Foto: Vivi D'Angelo

Zum Startdrink gibt es als kleinen Gruß aus der Küche eine Frühstücksspielerei um das Thema "Ham & Eggs auf Toast" - Darreichungsform: Ein Crostini mit einer BaconZwiebelChiliMarmelade (Wie man die mach erfährt man HIER!) mit einem ... naklar ... OnsenEi. Der Dotter wurde zu allem Überfluss noch in Steinpilzbutter eingelegt.

Der Gruß aus der Küche: Toast, Speck, Butter ... aber anders. Foto: Vivi D'Angelo
Dann kam der Einstieg in das offizielle Menü:

1: BaconPilzConsommé mit BaconPilzKushi (Spieß)

Die Suppe strotzt nur so von Pilz und Bacon-Aroma. Ein herrlich intensiver Magenwärmer. Beim Spieß wurde der Kopf eines KräuterSeitlings in Pancetta gewickelt und zusammen mit dem Pilzkörper (nennt man das so beim Pilz) aufgespießt und in einer Bacon-Terriyaki-Marinade eingelegt und dann unterm Grill gegart. 

Andächtiger Blick auf das Angerichtete - und das in anlassgemäßem Outfit. - Foto: Vivi D'Angelo 

Es geht doch nichts über ein Süppchen. - Foto: Vivi D'Angelo 

2: SpeckRisotto mit Seeteufelbäckchen in Lardo

Das Risotto wurde aufgegossen mit Prosecco und einem SpeckSud. Um die papillenvereinehmende Geschmacksbreite des Specks zu konterkarieren kam noch Radicchio mit in die Pfanne. Die käsige Komponente für die entsprechende Cremizität übernahm Taleggio.

Auf dem RisottoBett entspannte sich schön in Lardo eingewickelt ein Seeteufelbäckchen. Angenehme Gesellschaft bekamen die Bäckchen noch von gebratenen Radieserln. Diese kamen in Begleitung von etwas krossem Speck (ach ... achwas?!) und ein paar Räuchersalrauchnoten und ergänzten das Potpourri der Texturen um einen gewissen Knack.

Radieserlndes Finishing - Foto: Vivi D'Angelo 

Risotto, Lardo ... delizioso - Foto: Vivi D'Angelo 

Dazu trinken wir den ganz leicht restsüßen Riesling AUFTAKT vom Moseler Weingut Ulrike Thul. Passt ausgezeichnet.

3: SelleriGröstl mit BaconGranate, BaconWirsing & EiPancettaEspuma

Die BaconGranate ist die Miniturausgabe der BACONBOM, bei welcher eine Bacon-und-Käse-Gefüllte Hackfleischrolle in Bacon gewickelt und dann auf dem Smoker gegrillt wird. In der Miniaturausgabe wurde ein 500gr Räucherspeck im Drucktopf weichgegart, dann zerhackt und mit Hackfleisch gemischt. Gefüllt war die Granate mit Cheddar und Gouda und umwickelt mit Früchstücksspeck. 

Die Granate schmiegte sich auf ein Kissen aus leicht indisch gewürztem Wirsing. Dazu kamen dann noch Pommes vom Sellerie.

Das Schäumchen: Dazu wurde Pancetta über 48h in Sahne eingelegt. Die Sahne wurde dann mit 4 OnsenDottern aufgeschlagen und kam dann in den Siphon zum Schäumen. AchDuGeil!

Le Hauptgang! - Foto: Vivi D'Angelo 
Eingeschenkt wird: The Butcher - eine große rote Cuvée vom Weingut Schwarz im Burgenland. Würdig! - Foto: Vivi D'Angelo 

4: BaconEis, FrenchToast, BaconKaramell - KaffeeMartini

Das BaconEis ist einer der Klassiker vom Starkoch Heston Blumenthal. Wir orientieren uns an seinem Rezept - lassen aber den SchnickSchnack mit dem flüssigen Stickstoff oder Trockeneis weg und machen das Eis klassisch in einer Eismaschine. 

Der FrenchToast ist ein in Ei und Sahne eingeweichtes Brioche, das dann mit etwas Zucker karamellisiert wurde. Und zu BaconKaramell muss man jetzt eigentlich nichts weiter sagen.

Zur Krönung gibt es einen Streifen Millionair's Bacon: Dazu wird bester Bacon mit braunem Zucker unterm Grill zur vollendeten Knusprigkeit karamellisiert. 

Das speckig-süße FuriosFinale - leckomio! - Foto: Vivi D'Angelo 
Kurze Bemerkung: Im Zuge der jahresanfänglichen und allseits spürbaren DETOX-Welle, die über das Land spült, muss man zwischendurch auch einfach mal herzhaft JAAA! zu einem gscheiten TOX-Abend sagen und ohne Nachdenken in die vollen gehen. Unsere Empfehlung ist es nicht, diesen Nachtisch auf das tägliche Menü zu setzen ... aber so ab und and ... ochjadochschon ... außerdem sind die beim Verzehr ausgeschütteten Glücksgefühle überaus gesund!

Als kleinen Verdauungsförderer dazu gibt es einen Espresso-Martini - hier noch getoppt von einem zarten Milchschäumchen. (Wir der geht, das erfährt man HIER!)

Schlussakkord: EspressoMartini mit MilchSchäumchen - Foto: Vivi D'Angelo 

Wer nun neben Hunger auch Lust bekommen hat sich selbst mal intensiver mit dem Specktier (aka "Schwein") auseinanderzusetzen, der sei herzlich zur Teilnahme am exklusiven Kochkurs "BasicPork" motiviert - dieser findet nächstmalig am 18.3. statt - alle weiteren Infos HIER!


Donnerstag, 13. August 2015

Retroschmecktive - VegiWednesday

Am gestrigen Mittwoch zelebrierten wir den ersten VegiWednesday - und ja, das könnte eine hübsche neue Tradition werden.

Der VegiWednesday soll keine Bekehrungsveranstaltung zum generellen Fleischverzicht sein, dazu bin ich selber ja viel zu gerne Fleischfresser. Aber mein Fleisch-Credo ist: WENN Fleisch, dann bitte gscheites Fleisch mit Blick auf Herkunft und Aufzucht, kein abgepacktes Massentierhaltungsmeat. Und bevor ich anderes Fleisch in meinen preisgekrönten Luxuskörper lasse, lasse ich es lieber weg - und der VegiWednesday soll zeigen: Das Weglassen schmerzt nicht und schmeckt.

Freut mich sehr, dass dieses Interesse auch von meinen fantastischen Gästen geteilt wurde - am Tisch waren nur 2 "echte" Vegetarier - die anderen waren interessierte Karnivore. Danke euch für den runden Abend und die feuchte Fröhlichkeit bis in die durchaus späte Nacht! Cheers!

Fangen wir mit der Nachschmeckerei an. Als KüchenServus kamen zwei MiniTartes - gefüllt mit Ziegenfrischkäse, einmal getoppt mit einer Himbeere (gefüllt mit RosmarienBalsamico und einem winzigen ParmesanChip) und einmal mit Blaubeere und einer gebrannten SesamMandel.

Dazu als Aperitif: Ein Gin Tonic mit Blaubeeren!

Zum Start: MiniTarte
ERSTER GANG: Kartoffeln, Pilze, Ei, Erbsen

Die Kartoffeln kommen als zarter Pü, gepimpt mit Trüffelbutter und Steinpilzen. Darauf: Endlich mal wieder ein Onsen-Ei, weil das einfach eine im  Himmel geschlossene Verbindung ist. Dazu und drumherum: Gebratene Kräuterseitlinge mit schwarzem Knoblauch, getrüffelte Erbsen und ein Hauch Steinpilzpesto.


Erster Gang: Und stolz trohnt das Ei
Dazu ins Glas: Die schön frische Cuvee Kopfstand  von dem rheinhessischen Gut Lorenz. Eine spritzige Mischung aus  Rivaner, Cabernet Blanc und Riesling. Passt.

ZWEITER GANG: Japanisches GemüseCurry, AuberginenTonkatsu, Reis, WasabiEdamame

Tonkatsu ist eigentlich vom Schwein und die japanische Variante des Schnitzels. Statt Schwein verwendete ich freilaufende Auberginen. Diese werden dann in PankoPaniermehl (das ist deutlich grober als normale Paniermehl - und so wird es dann besonders knusprig) paniert und in Ghee ausgebacken. Serviert auf einem japanischen Curry mit Süßkartoffeln, Kürbis, Babymais, Karotten und Zuckererbsen. Dazu: Reis und in WasabiÖl geschwenkte Edamame.

Zweiter Gang: Japanophil
Für die Füllung im Glas bleiben wir beim gleichen Weingut und süffeln nun die schön fruchtige Cuvee mit dem martialischen Namen Urschrei. Eine superdeutsche Traubenmischung, die neben Cabernet auch Regent, Dornfelder und Portugieser enthält. Ein wein, den man im Sommer auch schön gekühlt süffeln kann.

DESSERT: Macha und Mango

Vom Feeling bleibt es asiatisch. Macha, das ist puderfein gemahlener Grüner Tee, spielt die Hauptrolle und kommt in verschiedenen Inkarnationen: Als Panna Cotta mit weißer Schokolade, Schaum und Macha Latte als begleitendes Getränk. Dazu gibt es eine MangoSoße, MangoGelee und (nicht im Bild) ein Mango EisAmStil. Für den nötigen Biss sorgt ein KokosNussCrumble mit Cranberrys.

Dessert: Macha und Mango
Danach wurde es schnapsig. Eiderdaus.

Dazu liefen seltsame Lieder über Obst und Vegetarismus ... ja, sowas gibt es ... das ist zwar nicht immer schön für die Ohren, aber wir machen das alles ja auch nicht zum Spaß, gell :-),



Nächster VegiWednesday: 16.09.2015 - 19:00 Uhr - Book now!

Sonntag, 23. November 2014

Retrospektive SupperClub14 - Ein Herz für Rinder

Ne, Kinder, wat war dat schön.

Und es ging schon so gut los. So dermaßen pünktlich. So unglaublich dermaßen pünktlich. Auf Vegetarier kann man sich einfach verlassen. Wenn auch nur 2 von 10 tatsächlich und echt praktizierende Vegetarier waren. Herzlichen Dank an Euch - nicht nur für diese exakte Pünktlichkeit, sondern auch für diesen saulustigen Abend - wieder mal kam da eine tolle Truppe zusammen - karmisch harmonisch. Namaste!

Schauen wir aber doch mal auf das Menü ...

Der Schlachtplan
Das Menü
Das Gedeck
Erster Gang: Gin, Tonic, Joghurt, Gurke

Ein frischer Auftakt. Leicht. Säuerlich. Beschwingt. Ein kulinarisches Nachwinken an den vergangenen Sommer und ein geschmeidiges Hineingleiten in den Abend. Der Aperitif-Gin-Tonic, dem Motto antithetisch entsprechend mit einem Beefeater gemixt, erfüllte gleichzeitig die Rolle des korrespondierenden Getränks zu diesem ersten Gang.

Filigranes Gurkennetz
Energiekreis aus Gurkenschalengintonicdeko 
Auf dem Teller der ersten Runde fand sich:
  • Zuunterst ein Salat von Gurke, Zucchini und Granny Smith in einem JoghurtGinTonicDressing.
  • Eine ZiegenkäseKräuterPraline.
  • Ein GurkenJoghurtSenfEis mit Sesam.
  • Ein MeerrettichJoghurtGelee im filigranen Gurkennetz.
Gang 1: zelebrierter Cucumbrismus
Zweiter Gang: Radicchio, Rote Beete, Radieserl

Ein ungewöhnlicher Gang, im Glas serviert. Ein Salat aus Radicchio, Roter Beete, Cranberries, Nüssen und Schafskäse bildet das Fundament. Das bittere Aroma übernimmt geschmacklich das Staffelholz vom Gin des vorangegangenen Ganges und wird durch die Cranberries und das süßliche BalsamicoDressing eingebremst. Auf dem Salat: Geschmorte Radieserl mit Kapern und auf des Glases Deckel ein Päckchen von Zucchini und Ziegenkäse.

Gang2
Dazu ins Glas kam ein spritzig frischer Lambrusco aus dem Hause Opera02 (hierzu vielleicht auch lesenswert der Bericht in der Rubrik AuswärtsEssen). Der Lambrusco kommt hervorragend zurecht mit den bitteren und salzigen Aromen. Besonders aber mit dem BalsamicoDressing des Salats - denn der Balsamico kommt aus dem selben Stall wie er selber.

Dritter Gang: Onsen-Ei mit Pü und Trüffel

Ja. Schon wieder. Schon wieder gibt es KartoffelPü mit Ei und Trüffel. WEIL ES ABER HALT LEIDER EBEN GEIL IST. Was soll man da denn machen? Da kann man nichts machen!

Und weil dieses Mal kein teures Fleisch auf der Einkaufsliste steht wird das Budget sinnvoll in Trüffel investiert. Und zwar in einen 40 Gramm-Oschi.

40 Gramm Oschi aus Alba, getauft auf den Namen Franco Nero.
Das Pü alleine hat schon einen hohen Obszönitätsfaktor, aber zusammen mit dem Ei und dem frisch gehobeltem Trüffel ... es ist unanständig!

Das Rezept für das Pü ist nicht weiter kompliziert und zeigt, wie schon doch das Einfache sein kann. Das Ei wurde 5 Stunden bei 63° gegart und das Ergebnis ist ein super cremiger Dotter.

jajaja ... schon wieder Trüffel, Ei und Pü ... wird das nicht irgendwann langweilig. Nö!
Dazu trinken wir einen Incognito von Philipp Kuhn aus der Pfalz. Ein Wein, der wieder mal zeigt, dass deutsche Weinmacher eben doch auch tollen Rotwein können. Der Incognito heißt so, weil Philipp Kuhn nicht verrät, welche Trauben er in dieser Cuvée verbaut. Macht nichts - das Ergebnis spricht für sich. Ein schwerer, hintersinniger Wein. Erdig und tief und hervorragend zum Trüffel passend.

Vierter Gang: Schnitzel, Schwammerl, Knödel ... und Rosenkohl

Mein Lieblingskommentar zu diesem Gang: "Wie hast du es geschafft, dass mir hier der Rosenkohl so gut schmeckt?" Danke! :-)

Aber wenn du nett bist zum Rosenkohl, dann ist der Rosenkohl auch nett zu dir. Nicht matschig verkochen, dann wird er bitter und schleimig. Dieser Rosenkohl wurde 5 Minuten in Salzwasser blanchiert, dann eiskalt abgeschreckt und dann kurz gebraten - mit einem Hauch Chili und knusprigem Meersalz gewürzt.

Das Schnitzel stammt aus der Auberginenhüfte - besonders zartes Auberginenfleisch, dass nicht geklopft werden muss.

Rahmschwammerl und ein spinatisiert Semmelknödel komplettieren dann den Gang.

Schnitzel von der freilaufenden Aubergine, Rosenkohl in so wie er sein soll, Schwammerl, Knödel, Gewürzblüten.
Ins Glas kommt eine Cuvée von Hans Igler, aus Blaufränkisch, Zweigelt und Cabernet Sauvignon. Ein voller Wein, der sich ausgezeichnet mit den Schwammerln versteht und auch mit dem Schnitzel eine schnelle und innige Freundschaft schloss.

Fünfter Gang: Eine Ode an den Käse

Ein Tryptichon vom Fromage.

Über einem stark reduzierten BalsamicoDip schwebt ein ParmsanNugget. Eine ParmesanCremeBrüll wartet auf den Löffel und eine kleine Pizza Dolce überrascht mit Gorgonzola und Birne.

Dazu ein spritziger prickelnder Süßwein wieder von Opera02. 

käsiges Trio
Sechster Gang: Multiple Schokolatismen

Die Deko, Leude - DIE DEKO!

Die Dekoschablone, von filigranen Elfenhänden ausgeschnitten.
Multipel schokoladig.

Ein Schokobrownie mir weißer SchokoPannaCotta und MüsliCrossi. Eine SchokoMousse und ein SchokoTrüffel.

Schokofinale
Dazu - schon wieder - der EspressoMartini. Ja. Es stimmt. Ich bin süchtig und kann nicht mehr ohne ...
EspressoMartini
Wie es sich für ganzheitlichen Hedonismus gehört war auch der Sound auf das Motto abgestimmt - guckst du SpotifyListe:



Das war es mit SupperClub14.

Ich freue mich auf die nächsten Sonntag beginnende kulinarische Serie "Alternativer Advent" - es gibt noch ein paar freie Plätze - KOMMT IN SCHAREN! Mehr Infos dazu? Hier!

Sonntag, 13. April 2014

Eiderdaus

In vollkommen vorösterlicher Stimmung, gab es mit lieben Freunden unlängst ein EierMenü. Mit dem Ei als Hauptakteur. Ei, war das ein Spaß.

Und das da kam alles auf den Teller.

Zunächst


Ein Frühlingsrolle, gefüllt, mit dem was dahinter liegt: Gomai, als japanischer Spinatsalat mit Sesamdressing, dazu ein japanisches Omelette (mit Reisessig, Sojasoße und Zucker). Daran beiliegend arrangiert: Ein Wachteleispieß, mariniert in Chili, Austern- und Fischsoße und braunem Zucker.

Yummy Auftakt - dazu Kaitui, frischer Sauvignon Blanc von Markus Schneider im Glas und alles ist gut.

Danach


The notorious onsen eggs. Mehr zu der Thematik gab es hier ja schon. In dieser Darreichungsform fanden pro Nase gleich zwei Dotter den Weg ins Weck. Unter dem Ei: Linsen, ein Hauch Spinat, gebratene Shitake, in Steinpilzbutter geschwenkte Steinpilze. Und ein bisserl Chili. Und Trüffelpekorina. Was für ein Durcheinander. Was für ein Chaos. Aber ... mit Verlaub ... sehr sehr geil.

Und was dann?


Eine Pho- und Thai-inspirrierte Suppe, deren Evolution und Rezept lange Wege ging. Intensive Brühe auf der Basis von Sake und Gewürzen. Butterzarte Schweinebacke. Leicht nussig schmeckendes Maillard-Ei. Koriander. Nüsse. Eierflöckchen. Hauchfein gestiftete Karöttchen. Und Barolo im Glas. hEidernEi.

Zum Schluss


Ein KokosCrepe mit einer Füllung aus karamellisierter Minzananas. Johannisbeeressenz. Schokoraspel. Schlussakkord. Digestif. Over. Out.

Eier!


Sonntag, 15. Dezember 2013

Montag, 15. April 2013

Die Retrospektive von SupperClub2

Der 13.04. war der Termin zum zweiten vinaldischen SupperClub. Schön war es - zumindest aus meiner Perspektive des SupperClub-Veranstalters. Sehr schön sogar. Ich hoffe, die Gäste empfanden das ebenso. Vielen Dank an alle die da waren - ich hoffe, auch euch hat es Spaß gemacht und wir sehen uns bei einem der nächsten SupperClubs wieder!

Das Motto war: 


... Moderne Germanismen ... aha! ... hä? ... gemeint war damit, dass die Ideen zu den einzelnen Gängen aus der reichhaltigen Tradition deutscher Tisch- und Esskultur kam. Die Basisideen sind dabei zumeist denkbar simpel und wurden dann in einem meist weininduzierten Denk- und Kreationsprozess solange geremixt, bis das Ergebnis ausreichend gastrofunky klang ... wollen wir nun gemeinsam schwelgend durch die einzelnen Gänge tanzen ...

ERSTER GANG: SEKTFRÜHSTÜCK

Basisidee: Frühstücksei

Das Frühstücksei ist für mich ein Inbegriff des Frühstücks hierzulande. Ei - Ein integraler Bestandteil. Und das Ei ist zudem in meiner Wahrnehmung grade unheimlich hip in der kulinarischen Welt - dazu gibt es genau hier auch eine intensive Beschäftigung mit dem Thema Ei.


Im Glas befindet sich ein bei niedriger Temparatur cremig gegarter Dotter (40 Minuten bei 80°C), unter diesem lauern Spinat, Erdnusscreme, ein Hauch Knoblauch und geröstete Pinienkerne - das alles tunkt man mit den krossen Toasstreifen genüsslich zusammen. Zum Frühstück gehört auch Marmelade - die gibt's hier auch in Form einer schön stückigen Zwiebelmarmelade flankiert von Büsumer Schinken.

Hier marschiert übrigens die Zwiebelmarmelade in Reih' und Glied.


Und was kam dazu in's Glas?

Der wunderbare Rieslingsekt von Nägele aus der Pfalz. Ein Sekt spritzig, elegant, frisch und trotz des trockenen Ausbaus mit schöner Frucht - es apfelt leicht und zitroniert zart. Schöner Kickstart in den Abend. Oder den Nachmittag. Oder eben zum Frühstück. Man trinkt ja viel zu wenig Sekt ...

ZWEITER GANG: ERBSESUPP (... und die Prinzessin auf der Erbse)

Basisidee: Erbsensuppe (ach! ... ach was !?)

- ja, doch! Erbsensuppe ist für mich auch ein Klassiker von deutscher Hausmannskost. Sie bringt an kalten Tagen ein Gefühl von Wärme in die Herzen. Sie stärkt nach einem harten Tag auf dem Feld. Und damit nicht genug: schön grün ist sie obendrein! Und grün ist die Hoffnung.


Im Flascherl findet sich die Erbsensuppe, verfeinert mit einem Schuss Gin und einem Hauch Sahne. Daneben entspannen sich kurz in Butter geschwenkte Zuckererbsenschoten auf einem bequemen Kissen aus Hummus - und darauf sitzt die Prinzessin: Eine Jakobsmuschel mit milder Currywürze. Die Curryaromen passen klasse zur Erbse, der Hummus ist fruchtig gehalten und die Orange darin spielt den Zuckererbsen in die Hände, wenn sie welche hätte ... also Hände ...

Und was kam dazu in's Glas?

Der Weg führte hier nach Süditalien, nach Kalabrien, zum Weingut Librandi. Der Critone besteht zu 90% Chardonnay und 10% Sauvignon Ein Rüssel voller exotischer Frucht bringt später auf der Zunge Apfel, Aprikose und ganz zart Mango zum Vorschein, bei stabiler Mineralik. Die mineralischen Noten passen sehr schön zur Erbse und die Frucht gut zu den Currynoten. 

Und by the way: Zuckererbsen sind einfach schöne Schoten!


DRITTER GANG: BAYUVARISCHES 2in1

Basisideen: Weißwurscht, Brezenknödel und Rahmschwammerl

Beim Durchdenken der deutschen Küchenklassiker bleibt es nicht aus, dass man über die bayrische Küche nachdenkt und da ist die Weißwurscht ein Klassiker. Und die klassischen Rahmschwammerl mit  Semmelknödel finden sich auch auf nahezu jeder Wirtshauskarte - und diese Klassiker habe ich zusammen mit Brezen und Senf in einen Hochgeschwindigkeitsauffahrunfall geschickt. Ungebremst.

Heraus kam: Weißwurscht im Brezenknödelmantel auf Speckrahmschwammerl mit einem Schaum aus süßem Senf.


Eigentlich ist die Weißwurscht ja ein Solist, der links und rechts nichts neben sich zulässt und sich dann auch noch die Zickigkeit gönnt nur vor 12 Uhr gegessen werden zu dürfen. Daran kann man sich halten, muss man aber nicht ... und was hier bei diesem Unfall entstand hat seine kulinarische Berechtigung und zeigt: Traditionen sind gut, sie bewusst zu brechen macht aber Spaß!

Und was kam dazu in's Glas?

Hierzu hab es Bier. Das Gourmet-Weißbier von den Weißbierfachleuten der Unertl-Brauerei. Ein würziges Fastenzeitbier, das mit seiner Stammwürze von 13,2% nicht zu malzig gerät und dazu gereichte Gericht schön samtig trägt.

"Gourmet-Weißbier" halte ich ja für einen recht depperten Namen. Da schwingt so was Pseudoelitäeres was mir nicht gefallen will. Aber mei - es ist ein saugutes Bier. 



VIERTER GANG: GESCHMORTES MIT KRAUT UND PÜ

Basisideen: Haxen, Kraut und Kartoffelpüree

Dazu muss man eigentlich nicht viel sagen. Das sind drei Bestandteile der deutschen Küche, die wohl auch in der ganzen Welt mit unserer Küche assoziiert werden. Meine Haxe ist vom Rinde und schmurgelte über 24 Stunden bei niedrigster Hitze in Rotwein, zusammen mit viel Gemüse, Zwiebeln und Knoblauch.


Dazu gesellte sich Speckkraut, kurz angebraten und dann ganz langsam in Gemüsebrühe gegart und zum Ende mit einem wönzigen Schlöckchen Sahne geadelt.


Zur Jahreszeit passend bekam das Pü eine Handvoll Bärlauch mit und wurde mit Bärlauchbutter in die Geschmeidigkeit gestampft.


Und was kam dazu in's Glas?

Wir kommen zurück zu Librandi und schenken den Duca Sanfelice ein. Der 100%ige Gaglioppo ist ein Wein für engagierte Aromologen, denn hier kämpfen beerige Waldfrüchte gegen machinelle Aromen, Leder und Gewürze – und wir sprechen hier nicht von "sowas wie Pfeffer“ – eher Garam Marsala. Fachleute sagen: Geiler Wein! Der Widerspenstige wird von der intensiven Soße mit den Aromen von Knoblauch und FLEISCH gezähmt.

FÜNFTER GANG: KÄSE

Basisidee: Obatzda

Gibt es was käseklassischeres als den cremig-würzigen Obatzda? Und beim Weiterüberlegen kam mir immer wieder "Romadur" in den Sinn. Zu Recht. Auch ein deutscher Käseklassiker. Insgesamt wurde daraus dann ein Romadurkäsewindbeutel an Obatzda mit Brezen-Chip, und begleitend dazu fand sich auf dem Käsetellerchen dann noch ein Trüffelcamembert und ein Bärlauchbergkäse.


Das man mit Brezen-Chips hübsche Türmchen bauen kann ist nur eine kleine aber interessante Randnotiz.



Und was kam dazu in's Glas?

Der Käsebegleitungsklassiker schlechthin, der nebenberuflich allerdings auch als Zigarrenbegleitungsklassiker und Dessertbegleitungsklassiker arbeitet. Ein Süßwein, der links wie rechts kann. Ein großer Tropfen. Der feurige Sizilianer Ben Ryé von Donnafugata. Zibibbo heißt die Traube, angebaut wird sie auf der pittoresken Insel Pantelleria vor Sizilien. Ben Ryé heißt „Sohn des Windes“ – wegen dem sanften Hauch der stetig über Pantelleria weht. Trockenobst, Feige, Honig und Kräuter feiern hier mit den Papillen Party. Genau das stand auch schon beim letzten Einsatzes dieses Killertropfens im Bericht zum ersten SupperClub. Ist bei sich selbst abschreiben auch ein Plagiat?

SECHSTER GANG: GERMAN KLEINIGKEITEN

Basisidee: German Kleinigkeit - das war ein Ausdruck aus der Raffaelo-Werbung. Und ich fand, dass das ein schöner Überbegriff wäre für Miniaturen von deutschen Süßspeisenklassikern. Dass sich, wenn man "German KleinigkeitW googelt auch direkt eine Galeri mit sehr bedingt erotischen weiblichen Oberkörperakten findet, die zum Beispiel Würstel aufgespießt haben ... ist reiner Zufall.

Unter den German Kleinigkeiten kommen hier folgende winzig zusammen: Bayrische Creme (angeberisch auch gerne "Bavaroise" genannt) im Weck-Glas, Miniapfelstrudel mit Cranberries, rote Grütze und ein winziger Gugelhupf.


Die Gugelhupfform schaut besonders ulkig aus, wenn man sie aus Reinigungsgründen auf Links faltet.



Und was kam dazu in's Glas?

SCHNAPS!! Jawoll! Und zwar ein urguter Haselnussschnaps. Und dieser Haselnussschnaps ist nicht nur deshalb toll, weil er mit seltenen 3 s in der Mitte glänzt, nein, er ist einfach ganz fantastisch haselnussig. pures Nutella für Erwachsene. Er nimmt Amaretto in den Schwitzkasten und gibt ihm solange Kopfnüsse, bis der sich selbst nicht mehr schmeckt. So geht Nussschnaps! Vielen Dank an die Brennerei-Fachleute von Liebl im bayrischen Wald.

Ja. Was gibt's sonst noch zu sagen? Mmmh ... Rezepte vielleicht ... ja ... ein paar Rezepte zu den Gerichten werden ganz sicher noch Nachwachsen - ich werde über ihr Erblühen dann informieren. 

Das nächste SupperClub-Thema ist schon beschlossen: Rock&Dine - jeder Gang wird von einem Song, einem Musiker oder einem Rockmusik-Subgenre inspiriert. Der Termin und das Menü sind grade in Arbeit und werden assapissimo kommuniziert.

SupperClub ... to be continued! ...