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Donnerstag, 7. Juli 2016

Retroschmecktive: Meæt the Maker mit Ralf Bonnet

Grade hatten wir den Auftakt unserer Reihe "Meæt the Maker" - und zusammen mit Ralf Bonnet vom Weingut Nägele haben wir uns quer durch das Sortiment des Hambacher Traditionsweinguts aus der Pfalz gesüffelt.

Wir bedanken uns bei allen Gästen, die diesem Erstevent seiner Art so wohlwollend beiwohnten und so stimmungszuträglich und überaus interessiert und gut gelaunt ihre Arbeit am Glas verrichtet haben - Dankeschön!

Die Idee des ganzen Abends war, zum einen einem Winzer mit tollen Weine eine Plattform zu geben und nebenbei lecker und entspannt mit dem Food-Paring, der Kombination von Getränk und Gericht zu spielen. Deshalb haben wir im Menü dann auch zu jedem Gericht zwei Weine gereicht um die Möglichkeit zu geben mal nach links und mal nach rechts zu schmecken und organoleptisch-olfaktorisch zu suchen welcher Wein welche Nuance des Gerichts unterstreicht und umgekehrt. Ein Aromen-Tingeltangel und Papillen-Ringelreihen.

Der Abend stand schon bei der Vorbereitung unter einem guten Stern. Oder besser: Unter einer guten Kartoffel. Oder noch besser, weil pfälzisch: Unner ra guude Grummbeer - denn bei den heidnischen Ritualen meines pfälzischen Heimatdorfes gilt es es Glückszeichen, wenn man eine herzförmige Kartoffel (Grummbeer) findet - und ein solche fand ich bei den Vorbereitungen und durch ihre Verarbeitung bei den Röstkartoffeln ging das Glück auch auf die Gäste über. Bitteschön.
(Anteile von künftigen Lottogewinnen können mir gerne zugeführt werden)

die Glicksgrummbeer, la pomme de terre du bonheur, the potatoe of luck

Wir starten mit einem Sektchen! Und zwar einem Rosé.


Dieser fruchtig-frische, pikante und überaus dynamische Vertreter seiner Zunft ist zu 100% aus Spätburgundertrauben. Die Farbe ist kein aufdringliches Pink sondern eher ein zarter Lachston mit edel kupfernen Reflexen. Das zarte Erdbeeraroma und die schön trockenen Kanten kennen sich seit Jahren und sind in alter Freundschaft verbunden. So sollte man eigentlich in viel mehr Abende starten. Oder generell in den Tag - denn diese Flasche lässt sich auch gut schon zum Frühstück öffnen.

Wir steigen ein in das Menü.

Ein kleines Wort zur nachfolgenden Nachschmeckung des Abends. Beim Fotografieren der Speisen dachte ich den ganzen Abend "Was nervt mich denn diese doofe Kamera mit diesem roten Geblinke da oben - muss ich mir später mal genauer anschauen". Das doofe Geblinke meiner Kamera habe ich mir dann genauer angeschaut und festgestellt, dass sie mir damit das Fehlen einer Speicherkarte signalisieren wollte. Da blinkt sie nur und sagt kein Wort. Nun ja ... ich muss also bei den Fotos auf ein paar Handybilder und ähnliches Archivmaterial zurückgreifen.

Erster Gang

Auf dem Teller haben wir einen Salat aus grünem und wildem Spargel mit Radieserln in einem leichten Balsamico-Dressing. Dazu ein Forellen-Lachs-Tatar mir Cornichons und Avocado und einem Klacks Dijon-Senf. Darauf ein WachtelEi und etwas Kaviar vom Saibling.

Abbildung ähnlich ... ähem ...
Die beiden Weine dazu:

Aufgrund von Gründen leider nicht persönlich anwesend.
Der Grauburgunder von Nägele. Ja. Der hätte zu diesem Klang ins Glas gesollt. Leider ging hier bei der Verpackungs- und Zustellungslogistik etwas schief. Denn der Wein war leider nicht bei der Weinlieferung dabei. Und das ist genau beim Ausschenken aufgefallen. Er hätte duftige Aromen von Birne und Melone gezeigt und grade zum SpargelSalat sehr gut gepasst. Seine Qualität wurde 2016 mit der silbernen Kammerpreismünze belohnt. Bei der nächsten Weinbestellung sollten sie sicherheitshalber davon ein Kistchen mitbestellen! Als Ersatz diente ein Grauburgunder aus dem Taubertal.
Anwesend: Sauvignon Blanc
Der Sauvignon Blanc. Einer der grünen Sorte: grasig, stachelbeerig (Stachelbeeren nennt man übrigens in meinem Pfälzer Heimatdialekt "Truschele" ... und meine Oma hat die immer statt Kirschen in ihre Donauwelle gepackt ... mmmmh ... aber das nur als kleiner privater Exkurs) mit Aromen von grünem Paprika. Rhababer scheint durch und es apfelt. Diese herbe Variante eines Obstsalates passt schön zum Forellentatar. Ein wirklich super frischer Sommerwein ist er obendrein.

Zweiter Gang

Chronos, so heißt in der griechischen Mythologie der Gott der Zeit, der sich selbst aus dem dunklen Chaos erschuf und dann unter lautem Gegackere das silberne Welten-Ei legte. Deshalb diente er, wie von mir selbst ausgedachte Altertumsforscher erst unlängst bei Ausgrabungen in ... äh ... Bottrop ... genau ... herausfanden auch als Schutzheiliger der Straußen und Emus. Aus diesem Ei schlüpfte dann der Lichtgott Phanes, auch Helios genannt.

Chronos heißt auch der Wein zum Hauptgang - und als Gott der Zeit ist die Zeit die wesentliche Zutat für den Hauptgang. Ein 22 Stunden lang gegartes Pulled Pork, eine Mischung aus Nacken und Bauch vom Thüringer Bio-Duroc-Schwein in einem Knoblauch-Orangen-Pfeffer-Apfel-Rauch-Senf-Rub, schön einmassiert. Dazu gibt es einen ColeSlaw, einen SpitzkohlSalat mit Pfälzer Äpfeln, Sauerrahm und Walnüssen, außerdem Röstkartoffeln aus dem Ofen und Magic Onions, urlange geschmorte Zwiebeln mit Sternanis.

Die Mutter aller ColeSlaws
Der Vater allen Fleisches
Die beiden Weine dazu:

CHRONOS
Chronos gegen das Feuer! Wir nehmen bei den Weinen den mythologisch gespielten Ball auf. Zwei Weine wie Perser gegen Spartaner - oder auch, wenn man sich jetzt metaphologisch extrem streckt, auch etwas wie ein Kampf der Generationen. Vater (Chronos/Zeit) gegen Sohn (Helios/Feuer). Zwei Lager: die Bordeaux-Fraktion gegen Burgunder-Verfechter. Episch!

In der einen Ecke: CHRONOS. Chronos heißt die große Rotwein-Cuvée von Nägele, eine Assemblage aus Merlot und Cabernet Sauvignon. 14% Alkohol. Kann Röstaroma, Tiefe und Länge. Unter den bisher errungenen Gürtel befinden sich unter anderem die Goldene Kammerpreismünze 2014 und AWC Vienna Gold 2013. Zu dem deutlichen Wacholder und den dunklen Beeren, darunter besonders greifbar Cassis und Brombeere, gesellt sich ein Anklang dunkler Schokolade und Kaffee. Eine Urgewalt.

FEUER
In der anderen Ecke: FEUR. Feuer heißt die Lage, in der dieser Spätburgunder wächst. Auch er hat volumige 14% Alkohol und nach 15 Monaten im Barrique einen schönen rechten Haken aus geschmeidigem Holz. Elegant, Subtil, florale Noten. In Sachen Frucht zeigt er Kirsche und rote Johannisbeere. Samtig mit trotzdem forscher Säure. Seine Röstaromen sind mit einem Hauch Vanilleflavour eingefangen. Auch er ist dekoriert mit der goldenen Kammerpreismünze.

Für mich zwei ebenbürtige Gegner, die beide wunderbar zu dem Gericht passen. Mit einem Schluck FEUER spürt man den Apfel aus dem Salat besser und die Richness (man verzeihe mir bitte den Anglizismus ... aber wenns doch eh um Pulled Pork geht ... mei ... :-)) des Pulled Pork wird etwas leichter. Der CHRONOS hingegen setzt sich zu dem Fleisch und bietet im in entspannter Freundschaft einen Cognac und eine Zigarre an. Ist es nicht schön, wenn sich alle so gut verstehen?

Dritter Gang

Zum Dessert gibt es ein Gläschen mit einer weißen Schokoladen-PannaCotta mit ein wenig Zimt verfeinert. Darauf ein BeerenSalat. Darauf ein prickeliger Erdbeer-Riesling-Schaum.

schönes Schäumsche 

Die beiden Weine dazu:

Der Riesling Spätlese - bringt mit fast 60 gr Restzucker ein ordentliches Paket an Süße mit. Diese äußert sich aber fast ausschließlich in einer wunderbar kräftigen Fruchtigkeit, besonders gelbes Obs, Mandarine und Aprikose kommen hier klar durch. Man hat nicht den Eindruck einen klassischen Süßwein zu trinken, da die Mineralität und das Spiel der Früchte ihn schön lebendig wirken lassen. Mit nur 10,5% Alkohol kann man dem ersten auch guten Gewissens noch ein paar weitere Gläschen folgen lassen. Von diesem Riesling ist ein guter Schuss im Erdbeerschaum. Passt also wunderbeerchen. Dieser Wein wäre aber auch ein toller Begleiter zu einem Käsegang, zur Leber oder zu scharfen asiatischen Gerichten.

Der Weißburgunder feinherb - der perfekte Schwiegersohn, könnte man sagen. Ein EverybodysDarling. Das klingt jetzt vielleicht fast ein bisserl langweilig - ist aber trotzdem die Beschreibung eines wirklich klasse Weins. Ein GehtImmerWein. Fruchtig. Balanciert. Keine zu starke Säure. Keine zu starke Süße. Ein idealer Essensbegleiter, der eigentlich zu allem geht. Mit 11,5% Alkohol auch recht leicht und ideal für den Sommer. Schön weich passt er beim Dessert besonders zur PannaCottaSchicht.

Zum Abschluss zauberte Ralf dann noch einen Schluck aus der Versuchsküche - nämlich die fast erreichte Endstufe seiner Bemühungen um einen Pfälzer Portwein. Und ... ich will den haben! Und freue mich sehr drauf, wenn der in die Flasche kommt.

Beim fröhlichen Flaschenleeren ging der Abend dann einem würdigen Ende entgegen.

Herzlichen Dank Ralf, für diesen überaus entspannten und schönen Abend - it will be continued!

Der nächste Meæt the Maker- Event:

28. Juli - 19:00 Uhr - Meæt the Maker mit Markus Meier



Mittwoch, 4. Juni 2014

Das Vinaldi-Lager ist voll mit total tollem Wein!

(DISCLAIMER: der nachfolgende Text enthält unsubtile unterschwellige Botschaften)

Liebe Trinker und Trinkerinnen!

Der vinaldische Keller ist randvoll mit vinophilen Schätzen!

Edle Gewächse für laue Abende. 

Frische Kreszenzen, um heiße Tage chillig zu verleben. 

Top Tropfen, die jede Grillparty adeln und dem Abhängen an der Isar erhabene Würde verleihen. 

Gaumenstürmer, die auch Nichtfussballfreunde entspannt durch die nächsten Wochen kommen lassen.


DRINGEND solltet ihr eure Keller entsprechend bestücken um in jeder der oben genannten Situationen stilsicher den richtigen Korken ziehen zu können. Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass es der individuellen Satisfaktion nachhaltig abträglich ist, wenn stets situationsunpassend getrunken wird. Das geht mehr auf Leber, Schädel und Kniegelenke (letzter Effekt bislang auffällig aber unerklärlich).

WAS KANN MAN DA TUN?
... wie empfehlen (zusammen mit der Stiftung "Öfter Trinken, dafür richtig!"): Wein ordern!

TARI - der Kleine aus dem großen Hause Donnafugata. Ein fulminanter Roter, klasse zu Grillgut oder einfach so. Nero d'Avola wie man ihn mag. Ein Allrounder. 6€/Flasche - 6erKiste - 33€!
CIRO - der weiße EveryBodysDarling aus Kalabrien. Es ist falsch ihn nicht im Haus zu haben! Kann links wie rechts. 6€/Flasche - 6erKiste - 33€!
DUCA SANFELICE - ein charakterstarker Kalabrese (oder Kalabrier), der am liebsten zusammen mit rotem Fleisch Papillenpartys feiert. Ein eigenwilliger Stürmer. 10€/Flasche - 6erKiste - 55€!
BIRBET - der leichte rote Prickler aus dem italienischen Norden der jeden Kir Royal locker austribbelt. 10€/Flasche - 6erKiste - 55€!


Dazu haben wir grade  ein breites Donnafugata-Sortiment (Anthilia, Polena, La Fuga, Tancredi, Sherazade, Sedara) - Bei ner Kistenbestellung gibt's 10%.

Außerdem da - und BESONDERS WICHTIG für den Sommer: Sektchen! Aus dem Hause Nägele haben wir

TROCKEN - dieser frische Pfälzer überläuft jeden Prosecco spielend. Ein ideales Sommergetränk! 7€/Flasche - 6erKiste - 38€!
RIESLING - ein Reifer Kapitän mit Überblick. Kann Aperitif. Kann aber auch Seafood. Spielend. Knalltrocken. 10€/Flasche - 6erKiste - 55€!
ROSÉ - eine Schönheit im Glas. Leicht divenhaft, aber mit Stil. Der #kribbelt von die Bauchnabel nach Norden zur Fontanelle. Ideal zum Trikottausch! 10€/Flasche - 6erKiste - 55€!


... und natürlich haben wir noch viel mehr. Gerne beraten wir individuell und Anlassbezogen!

JETZT BESTELLEN - LIEFERUNG IM MÜNCHNER RAUM - F R E I   H A U S ! ! ! !

CHEERS!

Sonntag, 7. April 2013

ProWein - Tag 2

Soderlere - nun endlich die Aufarbeitung des zweiten Tages bei der ProWein 2013.















Tag 2 startete mit einer neuerlichen Expedition durch Deutschland und begann fast schon traditionell bei Clemens Busch und der Verkostung seiner aktuellen Phalanx an Rieslinggroßartigkeiten von steilen Moselschieferböden.

Der aktuelle Jahrgang kommt hier deutlich runder und fruchtbetonter in die blaue Flasche. Durchweg elegante Weine mit einem ewigen Nachhall, der nie langweilt und bei aller komplexen Frucht immer ein blitzsauberes mineralisches Gerüst mit frischer Säure mitbringt. Auch die Süßweine spielen in der Champions League und wie immer war das Probieren der durchweg charakterstarken Weine von Rita und Clemens eines der Verkostungshighlights und das schon zum zarten Beginn von Tag 2.

Beim weiteren Durchschreiten der deutschen Halle fiel auf: Auch deutsche Winzer entdecken zunehmend den Style beim Etikettendesign. Verrankte etikettale Altmode weicht mehr und mehr Design und kreativer Namensgebung ... und das nicht zum Schaden des Weins.

Der Cliffhanger - eine Gemeinschaftsproduktion junger Moselwinzer, die zusammen katastrophal zu bewirtschaftende Moselsteillagen beackern und erhalten und aus diesen einen coolen mineralisch-trockenen Steillagenriesling zusammengebaut haben.



Dann ging es auf eine kleine Rundreise durch das mir noch ziemlich unerschlossene Württemberg und ich bleibe bei Markus Bruker hängen, der seine Weine gleich in einem Verkostungsparkour aufgebaut hat, den ich bereit bin der Reihe nach durchzusüffeln.

 

Auch bei Markus Bruker und somit also auch in Württemberg zeigt es sich einmal mehr: Deutsche Weine können locker mit dem Rest der Welt mithalten. Die Rieslinge haben eine wunderbar knackige Säure ohne dabei sauer zu sein. Der Sauvignon Blanc ist so schön unprätentiös sortentypisch mit seinem frühen Stachelbeeraroma, der Grasigkeit und dem zarten grünen Apfel - den ganzen Tag könnte man den einfach so trinken und sich über die immer besser werdende Laune freuen. 

Und auch die Roten: Keine gaumenverklebenden Traditionsnerver, sondern modern interpretierte Klassik. So machen Trollinger und Lemberger tatsächlich Spaß. Beide vertragen es etwas gekühlt serviert zu werden und dann zu Fleisch ins Glas zu kommen. Gerne im Sommer. Gerne, wenn das Fleisch dann auch noch vom Grill kommt.

Top ist das weiß-rote gemischte Doppel Gretchen und Mephisto:


Das Gretchen ist eine feinsinnige Cuvee aus Sauvignon Blanc, Chardonnay, Grauburgunder und Riesling. Leicht zu trinken aber trotzdem facettenreich. Ein Wein zum Dranfesttrinken - aber auch zur Kombination zu Speisen geeignet - idealerweise zu welchen mit Fisch oder Krustentieren. Im Mephisto cuvieren Cabernet Sauvignon und Lemberger zu dunkelrotem Spaß im Glas. Sehr saftig. Sehr fleischig.  Sehr gerne zu Fleisch, solange es schön rot ist.

Nach einigen weiteren Württemberger Begegnungen, die verlangen, sich mit dieser Region mal intensiver zu befassen, geht es dann in die Pfalz und dort nach kurzem links und rechts mal probieren mehr oder eher viel weniger direkt zum Stand der gut miteinander befreundeten Winzer Markus Schneider und Thomas Hensel.


Verifizierende Schlucke durch das Gesamtsortiment beruhigen: Trotz zunehmender Prominenz und Verbreitung der beiden - die Weine bleiben hervorragend. Driften nicht in den Mainstream ab, behalten ihren Charakter und ihre Individualität. Schade ist, dass der Übermut, der weltbewegende Gemeinschaftsportwein der beiden jetzt nicht mehr Übermut heißt sondern "Hensel & Gretel Rot und Süß" ... WARUM? ... aber mei ... der Inhalt der Flasche bleibt hervorragend.

Nachdem die altbekannten Schneider-Weinchen soweit durch waren fiel der Blick auf einen Unbekannten ... na wer bist denn du?


HolyMoly -- ein Neuer im Portfolio von Markus Schneider. Und bis Dezember muss noch gewartet werden, bis dieser Tropfen zu ordern sein wird. Eine Cuvée aus Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Ein mächtiger Wein, der noch ein bisserl Ruhe gut vertragen kann. Die Tannine sind noch ungestüm aber es ist schon deutlich zu erschmecken, dass da ein großer Wurf auf Gläser wartet. Ob er die Lücke zu dem leider nicht mehr erhältlichen Masterpiece "Steinsatz" schließen können wird bleibt abzuwarten - in jedem Fall hat er das Potential ein richtig Großer zu werden. Komplex, schwer, ein Anflug Schokolade, jede Menge rotes Obst, lange Länge. Nicht ganz günstig. Richtung 35 Euronen Endverbraucherpreis wird er wohl kosten ... 

Und nun passierte, was eigentlich immer passiert: Der gefasste Plan kollidierte mit Realität. 

Der Plan: kurze Tour durch Spanien und den Rest des Tages Frankreich mit einem Schwerpunkt auf den Süden.

Die Realität: Kurzer Halt bei Neuseeland und komplett versackt in Australien.

Was ist passiert? Folgendes ...

So umherschlenderd schwof der Blick und streifte diesen Stand:


Und dann fokussierte der Blick auf den Namen des Weins ... dadada:


Ui!
Potztausend! 
Direkter Befehl an die Füße zu diesen Stand zu lenken und ein weiniges Gespräch mit dem einladend guckenden Mann starten. Dieser stellte sich alsbald als der Inhaber von "Supper Club Wines" heraus und er ziert sich mit dem epochalen Namen Alastair Picton-Warlow. Wir plauderten eine längere Runde über Supper Clubs und ich durchtrank seine Weinrange ... 4 an der knappen Zahl, Pinot Gris, Sauvignon Blanc, Chardonnay und Pinot Noir. Alle sortenrein und typisch ausgebaut und alle gewollt und mit voller Absicht auf "easy to drink" gebürstet. Nette Weine, dochdoch ... aber eben nur nett. Handwerklich sehr ordentlich und auch wirklich leicht zu trinken, aber jetzt eben keine Weine, bei denen Entdeckertränen rinnen. Aber eine sehr sympathische Verkostung.

Und nach dieser sehr angenehmen Runde sagte mein Weinverkostungsplanungszentrum: "Wenn du schon mal hier bist, dann schau doch mal wieder bei den Australiern vorbei!" Und da ich schon mal da war, schaute ich bei den Australiern vorbei.

Start in Australien: Kongarilla Road



Ein sehr gelungenes uns schlichtes Etikettenkonzept - Das Etikett wird immer geziert von einem Blatt der Rebe, die in dieser Flasche als Wein erscheint. Die Weine schauen nicht nur eingeflascht gut aus, nein, auch im Glas ... und dort überzeugen sie dann auch Nase und Gaumen. Hat sich was mit überladenen, marmeladigen, übervanilligen australischen Weinmonstern. Nichts da! Allesamt sind hier von einer wunderbaren Ausgewogenheit im Spiel von Säure und Süße. Ein strammer Körper und immer eine sehr schön herausgearbeitete Eigenart der jeweiligen Traube. Die beiden Shiraz sind Urgewalten im Glas, aber nicht erschlagend. Die roten Beeren haben genug Raum um sich zu entfalten und etwas später gesellen sich Schokolade, Kirschen und Sahne dazu. 

Witzig: Der Terzetto. Eine Cuvée aus Sangiovese, Primitivo und Nebbiolo. Eine Mischung für die man Italien wohl fiesen Ärger bekäme. Was sich wie ein Sakrileg liest, macht im Glas Sinn und geht auf. Absolut ungewöhnlich erinnert diese wilde Mischung an die frühen Supertoskaner. Alle 3 Trauben bringen ihre Stärken gekonnt an die Papillen und es fühlt sich an, wie auf einer Geschmacksachterbahn bei welcher man die Aromen erst in Einzelloopings durchrast und sich am Schluss alle zusammenstürzen. Der Nebbiolo baut eine ordentliche Tanninstruktur und bringt gleichzeitig was Blumiges in den Wein, der Primitivo bringt schweres Obst mit, vor allem Pflaumen und der Sangiovese sorgt mit seiner Sauerkirschnote für die kitzelnde Säure. Und bei jedem Schluck findet man neue Geschmacksaspekte. Der sympathische Weinmacher Kevin O'Brien setzt auf ölologischen Weinbau und hat ein wunderbar stimmiges Gesamtpaket geschaffen.

Schön hier in Australien. Hirn und Gaumen sagen: Bleib doch noch ein wenig länger hier. Wenn die beiden das sagen ...


Ich durchtrinke die Reihe der ulkig etikettierten Killibinbins, die es leider auf dem deutschen Markt noch nicht gibt - in Schweden aber der absolute Renner seien - sagt der Mann hinter dem Tresen ... vermutlich jedenfalls, denn dem Schlag seiner Zunge nach steht und verkostet er dort schon länger. Gute Weine - aber etwas näher am australischen Klischee. Wuchtig und mächtig ... aber schön für Kamin und Winter.

Danach entdecke ich den Stand von Fox Creek. Das freut mich sehr, denn der rote Shiraz Sekt von diesen Herrschaften war vor ein paar Jahren ein echter Favorit von mir: Schwarzwälder Kirschtorte zum trinken. Super.  Mit Blubberbläschen. Und das auch noch mit dem irren Namen "Vixen".


Bitte jetzt keinen pubertären Witze oder Russ-Meyer-Wortspiele ... Danke! Füchsin!

Hier also eine schöne Gelegenheit auch mal den Rest der Weine durchzuprobieren.



 Auch diese Weine gefallen mir, bringen aber keine Begeisterungsstürme. Was mich nervt sind die gewollten Etiketten. Sie passen nicht zusammen und sind immer konsequent am Stil vorbei designed ... und dann sind sie auch noch falsch! Falsch ... na ... wem fällt es noch auf? Der Red Baron? Was soll das denn sein? Der Richthofen Manfred flog in einer roten Fogger DREIDECKER - der DR1. tststs ...

Ich ziehe weiter zu den Weinen von First Drop. Hier habe ich zuvor schon mal einiges probiert ... und war begeistert - und so auch dieses Mal.


First Drop verspricht nicht nur tollkühne Weine mit funky Cover Artwork. Nein, sie liefern auch top Qualität ins Glas. Und das mit einer oft überraschenden Experimentierfreude. Die beiden weinirren Betreiber Matt Gant und John Retsas spielen ganz entspannt mit Montepulciano, der portugiesischen Touriga National, Tempranillo, Barbera oder Nebbiolo - sie beherrschen aber auch sicher die australische Klassik mit Shiraz, Cabernet Sauvignon und Chardonnay. 

Die Weine - wie die grade verkostete "Mutterlinie": Mother of all Harvests, Mother's Milk, Mother's Ruin haben nicht nur coole Namen, sie schmecken auch mehr als überzeugend. Man schmeckt den Enthusiasmus - aber auch das handwerkliche Können. Hier kommt keine Überambition ins Glas sondern sehr stimmig komponierte Weine mit Schmelz und Charakter und sauberer Balance. Die Topweine von First Drop erscheinen unter der Linie Fat of the Lamb ... hier kommen lagenreine Shiraz in die Flasche die Ihresgleichen suchen. 

Nach dieser intensiven Runde war es plötzlich Abend und der Messebesuch neigte sich dem Ende ... links und rechts wurde noch ein kleines Verkösterchen mitgenommen aber in der Mitte war der Blick klar nach vorne gerichtet:


Prost!



Samstag, 1. Oktober 2011

Liebe Leute!!

Neue Weintermine braucht das Land!

10.10. - AfterWorkWeinEvent (... ein Montags-Event)
Wenn die Woche so beginnt, dann kann sie nur ganz toll werden.
Wir verkosten Klassiker, es gibt ein paar Snacks und jeder wirft eine Spende in den dafür vorgesehenen Eimer. Zwanglos, locker, entspannt. Kommt!

Wir beginnen um 19:00 Uhr (bis ca. 21:30 Uhr)


23.10. - RieslingClassics - Ein Abend mit Raritäten von Clemens Busch (... ein Sonntags-Event)
ENDLICH!!
Lange angekündigt und jetzt ist es endlich soweit. Jeder Riesling-Freund hat keine andere Wahl, als diese Veranstaltung jetzt und sofort zu reservieren. Wir trinken einige Tropfen, die es danach einfach nicht mehr gibt, weil restlos ausverkauft. Ein besonderer Abend mit einem kleinen unterstützenden 4-Gänge-Menü. 

Start: 18:30 Uhr
Preis: ca. 25 €

Vinaldi freut sich auf euch!!!

Christoph und Marc

Mittwoch, 14. Januar 2009

Am 29. Januar 2009 ist Clemens Busch zu Besuch bei Vinaldi in Ottobrunn

Öffnungszeit am kommenden Samstag, 17. Januar: 11.00 - 16.00 Uhr (1. Inning Christoph / 2. Innning Marc)

Am Donnerstag, 29. Januar um 19.30 Uhr steigt der erste Termin im Vinaldi - Weinjahr 2009 und wir können gleich einen echten Leckerbissen präsentieren:
Clemens Busch kommt höchstpersönlich nach München und stattet Vinaldi einen Besuch in Ottobrunn ab, um durch sein Riesling Programm zu führen.
Er selbst hat sich seit Jahren dem ökologischen Weinbau verschrieben und hat sich in dieser Zeit nicht nur im Weingebiet Mosel-Saar-Ruwer sondern
in ganz Deutschland in der ersten Liga der Riesling-Winzer etabliert.
Wir werden mit ihm einige der besten Rieslinge Deutschlands verkosten und dazu reichen wir herzhafte Happen, die sich nicht nur mit den trockenen Varianten dieser wahrhaft edlen Rebsorte bestens verstehen, sondern auch die fruchtsüßen Vertreter hervorragend begleiten können.
Informationen rund ums Weingut, die Herstellung und weitere interessante Details werden diesen Abend abrunden.

Folgende Weine hat Clemens Busch für uns dabei:

2008 Rivaner trocken
2007 Riesling Kabinett trocken
2007 Riesling Spätlese trocken**
2007 Riesling Marienburg 1. Lage Großes Gewächs
2007 Riesling „Vom Roten Schiefer“
2007 Riesling Marienburg 1. Lage „Fahrlay“
2007 Riesling Marienburg 1. Lage „Rothenpfad“
2007 Riesling Marienburg 1. Lage „Falkenlay“
2007 Riesling Marienburg 1. Lage „Felsterrasse“
2007 Riesling Spätlese Goldkapsel
2006 Riesling Auslese „Fahrlay“


Wir freuen uns über Eure rechtzeitige, verbindliche Anmeldung unter info@vinaldi.de , da der Teilnehmerkreis aufgrund der Vinaldi-Kapazitäten limitiert ist.

Mittwoch, 26. November 2008

Nachbetrachtung - Sushi2

Es ist schon wieder ein paar Tage her ... Sushi2 ... Spaß hat es gemacht und lecker war es glaube ich auch. Danke an alle Gäste für die gute Stimmung die ihr zu dem Event mitgebracht hattet. Nachfolgend in kurzer Retrospektive nochmal der Abend in der Nachrevue:

Auftaktsushi - Gurke und Rettich

Der dazu servierte Wein: Anthilia von Donnafugata. Eine gelungene Mischung. Die steinig-kieselige Säure der Ansonica-Catarratto-Cuvée und ihre Aromen von gelber Pflaume und Aprikose passen hervorragend zum eingelegten Rettich und der milden Gurke. Ideale Aperitif-Sushi-Kombi.

Zweites Sushi - klassisches Duo

Zu Lachs passt weißer Burgunder. Und zu Thunfisch auch. Und weil das so ist gab es zu diesem Duo auch weißen Burgunder, nämlich die Spätlese von Alfred Bonnet aus der Pfalz. Milder Honig, saubere gelbe Früchte und zarter Schmelz unterstreichen die Aromen der edlen Fische.

Drittes Sushi - Californication

Der Wein zur Rolle: Clemens Busch "Vom Roten Schiefer". Ein Riesling der zeigt, was ein Riesling noch so alles kann außer sauer sein. Trotz kompletter Durchgärung zeigt er ein volles Paket aus eindrucksvoller Trockenfrucht und stimmiger Süße und besteht so problemlos gegenüber seinem reisgerollten Antagonisten.

Viertes Sushi - Lachsforellenrogen und Thunfischsashimi

Hierzu gereicht: Donnafugata La Fuga - ein reinsortiger Chardonnay der trotz der massig abbekommenen sizilianischen Sonne nicht in fetter Opulenz ausartet, sondern alle feinen Chardonnay-Tugenden austrumpft: exotisches Fruchtspiel aus Passionsfruch, Ananas und Mango, disziplinierte Säure und zarte Mineralien.

Fünftes Sushi - Experimental1 - ChiliTofu und Scampispieß

Zu der Tofu-Schärfe und der Scampi-Avocado-Cremigkeit passt toll der Traminer Aromatico vom Südtiroler Franz Haas. Es passt nicht nur, es rastet ein! Eine wirklich delikate Kombination. Der Wein glänzt mit einer überaus individuellen Würze, Honignoten und Trockenfrucht und wirkt dabei kein Stück zu süß, sondern hat eine frische Säure im Gepäck.

Sechtes Sushi - Experimental2 - SakePutenbrust, Speckt und getrocknete Tomate

Sushi und Wein ist ja schon ulkig - Aber Sushi und Rotwein? Ja, das geht auch! Gerade, wenn es sich um Experimentalsushi handelt. Die Putenbrust wurde mit Ingwer und Knoblauch angebraten udn dann in Sake zuende gegart. Dazu krosser Speck und getrocknete Tomate. Als Wein passte klasse der Pinot Nero von Franz Haas. Die klare rote Frucht des Weins, Himbeer und Walderdbeer, schmiegt sich an den rauchigen Speck und findet gleich ein gutes Gespräch mit dem Vogel und der Tomate.

Ein paar weitere Fotos zur Veranstaltung gibt es hier:
Sushi2

Dienstag, 12. August 2008

Retrospektive: Sushi-Event












Liebe Leute!

Der letzte Vinaldi-Event am vergangenen Samstag (09.08.2008) stand ja unter dem Claim SUSHI & WEIN ... und das Ergebnis: Toll!

Um das "Toll!" zu unterfüttern sei nachfolgend erläutert, was denn genau so toll war:
  • Die lieben Gäste - (also IHR) - seid toll gewesen. Danke für den Spaß, den ihr mitgebracht habt, und den wir zusammen hatten!
  • Die Kombination: Sushi und Wein = füreinander gemacht
  • Braucht es notwendigerweise mehr als 2 Bulletpoints um nen Point zu machen?
Für all die armen Seelen da draußen in der Welt, denen es leider nicht vergönnt war an SUSHI & WEIN teilzunehmen, fasse ich hier nochmals kurz zusammen, was alles gredenzt wurde.

AUFTAKT

Das erste Sushi war lecker Rettich. Schön gelb. Zu dieser klassisch-fischlosen Sushi-Geschichte gab es einen Rivaner von Clemens Busch, unserem Riesling-Öko-Traditionalisten von der Mosel. Die Rebsorte "Rivaner" ergab sich aller Vermutlichkeit nach aus einem Techtelmechtel der Sorten Riesling und Silvaner. Sie kennt man auch unter dem Doppelnamen "Müller-Thurgau". Anständig gekeltert, und das ist der trockene Rivaner von Clemens Busch ohne Zweifel, hat man mit dem Rivaner einen ausgewogen milden Wein im Glas, mit verhaltener Säure und schönem Fruchtspiel, der hervorragend als gut gekühlter Terrassenwein taugt, schön zum Spargel passt oder wie hier, Spaß mit Rettich-Sushi macht.

ZWEITE RUNDE

Ein Nigiri-Dialog. Nigiri? Nigiri sind ungewickelte Sushi, bei welchen ein Belag, hier noch zuckend-frischer Thunfisch und Eierstich, auf einen sorgfältig handgeformten Reisblock gelegt wird, auf dem eine Spur Wasabi verteilt wurde. Als Wein dazu gab es unseren Neuzugang: Polena von Donnafugata. Der Polena ist eine Cuvée aus gleichen Teilen Catarratto und Viognier. Er glänzt mit einer ungewöhnlichen und spannenden Mineralität, hat exotische Fruchtaromen und ein paar luftig-florale Töne - diese Fülle verträgt sich ideal mit der Meeresfrische des Thunfischs und den zarten Aromen des gerollten Rühreis.

DRITTE RUNDE

Schwer spannende Sushi-Kreation: Frischer kanadischer Wildlachs und kross gebratene Lachshaut, dazu ein Hauch Mayonaise und eine Spur Wasabi. Als Wein dazu passte hervorragend der Pinot Bianco von dem Südtiroler Franz Haas. Der zarte Schmelz des weißen Burgunders, seine feine Fruchtigkeit und die edle Würze passen ... ja ... doch ... durchaus geil zu Lachs, fast egal, wie er dargereicht wird.

VIERTE RUNDE
Die California-Roll: Surimi, Avocado, Frischkäse, Mayo, Wasabi, gerösteter Sesam- und (als besonderes Schmankerl) Senfkörner - umwickelt von schmelzigem Reis (wie geht eigentlich dieser Sushireis?). Der passende Wein dazu kommt wieder von Clemens Busch: Der 2006er Riesling "Vom Roten Schiefer" überzeugt, obwohl trocken durchgegährt, mit einer faszinierend komplex-süßen Aromenfülle, in der Passionsfrucht, Mango, Grapefruit und Ananas mitschwingen. Ein passender Cocktail zur California-Roll.

FINALE

Sushi-Freestyle: rosa gebratenes Roastbeef mit japanischem Spinatsalat. Eine überaus aromatische Geschichte, die sich optimal mit dem dazu gereichten Traminer Aromatico von Franz Haas vertrug. Der Traminer Aromatica schmiegt sich weich ins Glas und offenbart dabei unverkennbare Litschi-Aromen und die traubentypische Gewürznelkennote, zusammen mit blumigen Düften und einer dennoch knackigen Säure.

Als Goody bieten wir eine Sushi-Wein-Probierkiste mit allen oben genannten Weinen an - als sechtse Flasche findet sich der Anthilia von Donnafugata in der Kiste. Der Anthilia ist eine Sommerwein-Allzweck-Waffe, die es mit jeder Temperatur und jedem Balkon aufnimmt. Die erfrischende Mischung aus Catarratto und Ansonica zeigt die mineralischen Züge von Feuerstein, gepaart mit gelbem Pfirsisch und Pflaumenaromen. Und blumig isser auch noch!

Diese Kiste gibt es für nur noch 60 € (statt 66) im Laden und mit dieser Kiste ist jeder Sushi-Freund gewappnet für die nächste Bestellung beim Sushi-Bringdienst.

Bis zur nächsten Runde!

Marc