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Donnerstag, 23. Juni 2016

Retroschmecktive: Bond, James Bond!

Sagenhaft, wie schnell die Zeit seit dem Bond-Abend rannte. Knapp über einen Monat ist das jetzt her, dass eine aufgebretzelte Gruppe von Agenten und Moneypennies im MEATINGRAUM der Bonderei frönte. Ein wunderbarer Abend, fürwahr!

Neben einem sich leicht aus den Bond-Titelsongs selbst befüllenden Soundtracks gab es noch kleine bondieske Zwischenlesungen von Herrn Kemmler - flimmernde Eindrücke des Abends gibt es übrigens auch in unserer ersten Video-Retroschmecktive.



Wir hielten uns bei den Cocktails streng und eisern an die klassisch hohe Alkoholmenge.
Das Menü stammt aus dem Buch "Moonraker" und ist das einzig vollständige Menü, das der Commander in all den Geschichten ordert - ansonsten hält er sich ja zumeist an Flüssignahrung, Kaviar oder ernährt sich von Luft und Liebe, also Bondgirls.

Unser Auftakt war der in den Daniel-Craig-Filmen zur Popularität gekommene Vesper-Martini, der allerdings genauso bereits im Ian-Fleming-Original von Casino Royale wie folgt bestellt wurde:

"Einen Moment. Drei Maß Gordon's, ein Maß Wodka und ein halbes Maß Kina Lillet. Gut schütteln, bis es eiskalt ist und dann ein langes dünnes Stück Zitronenschale dazu. Mitbekommen?"

Später kommentiert Bond den Drink mit den Worten: "Wenn ich mich – äh – konzentriere,‘ erklärte er, ‚trinke ich vor dem Abendessen nie mehr als ein Glas – das aber muss groß, sehr kräftig, sehr kalt und ordentlich gemacht sein. Für mich gibt es nichts Schlimmeres als kleine Portionen von was auch immer, insbesondere wenn sie schlecht schmecken. Dieser Drink ist meine eigene Erfindung. Ich werde ihn patentieren lassen, wenn mir ein guter Name einfällt."

Vesper im Werden
Ambitionierte Kochagenten
Der erste Gang basiert auf dem von Bond bestellten Räcuherlachs, der als Tatar serviert wird und Gesellschaft bekommt von zweierlei Kaviar und einem Onsen-Ei.

Liebe aus Moskau, Ei aus Japan, Kaviar, Lachs ... achja ... Agentenleben, gell ...
 Dazu gibt es den Wodka-Martini als Begleitgetränk.

Oliven beim Gruppen-Atemtraining für die Apnoe-Runde im Wodka

Wodka-Martini wie man ihn sieht, wenn man schon drei davon hatte
Als Hauptgang bestellt 007 Lamm, Spargel in Bernaise und Kartoffeln. Und genau das haben wir auch gemacht, weil er mit dieser Bestellung absolut recht hat.

Die Doppelnull süffelt dazu Schampanninger, einen 46er Dom Perignon. Und auch damit hat er absolut recht. Einen solchen fälschen wir liebevoll und schenken ihn beherzt aus der Magnum-Flasche aus.

Lamm, Spargel, Bernaise, Erdäpfel
eindeutiges Original
Beim Dessert isst James bescheiden - er muss ja auch nach dem Dinner noch in seinen Aston Martin passen. Und so bestellt er just a slice of Pineapple. Das machen wir auch, grillen sie aber mit Minzzucker, flambieren sie in Rum und geben ihr ein MangoSorbet zur Gesellschaft, außerdem Erdbeeren und Haselnüsse. Dazu gibt es Goldfingers Hausdrink: Mint Julep.

Pimped Ananasscheibchen
Das schöne ist: Mr. Bond kommt wieder.

Der nächste Bond-Event findet am Welt-Bond-Tag statt, dem 5. Oktober! Alle weitern Infos zum nächsten Bond - HIER!

Wer sich schon mal in Stimmung hören will - dem Soundtrack zum Abend kann man hier nachlauschen:



Mittwoch, 17. Februar 2016

HighFood in Schottland: RESTAURANT MARTIN WISHART

Eine kleine Auswärtsretroschmecktive ist angebracht. Und zwar ganz schön auswärts, nämlich aus Schottland.

Es gibt ja das hartnäckige Gerücht, dass man auf der Insel nur mieses essen bekommt und es grade in Schottland dafür besonders fies ist. Klingt immer so, als wäre alles was es gibt entweder ein auf links gedrehter Hammel, den man quasi im Ganzen in seine eigene Blase stopft und dann kocht. Oder es ist frittiert. Oder mit Minzsoße. Oder aus und mit Blut.

Also ich muss sagen ... das stimmt so nicht.

Nicht nur haben wir bisher in Pubs sehr ordentlich gegessen. Das haben wir ... oh ja ... und haben dabei wahre Meisterwerke aus der Hand begnadeter Frittierer genossen. Denn gegen Frittieren an sich ist ja nüscht einzuwenden, wenn da kundige Hand hervorragende Zutaten in richtig temperiertes und gutes Fett für die richtige Zeit wirft. Und auch die Kostproben des in sich gestülpten Hammels waren mehr als ordentlich, ja gar kunstfertig.

Aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Schreiben wollte ich über eine wirklich sehr eindrückliche Erfahrung in Sachen Fine Dining. Durch Zufall verschlug es uns ins Martin Wishart Loch Lomond - da in allen 4 Restaurants unseres Hotel wegen diesem vermaledeiten Valentinstag, der beim Angelsachsen an sich ja eine irre große Rolle spielt, kein Platz mehr war, bis auf einen Tisch in besagtem Laden um 21:00 Uhr. Nun gut. Man nimmt was man kriegt. Und das war auch gut so. Einen Michelin-Stern hat die Hütte ... und das zu unrecht - das kann ich vorher schon mal verraten. 

Aufgehorcht, das gab es alles.

Beim ersten Gruß aus der Küche, ein sehr leckeres Käsebrandteigbällchen und ein kleines Cornetto mit cremiger Füllung, habe ich die Kamera noch nicht gezückt. Das war beides lecker, wie zuvor auch schon das Brot mit zweierlei Butter, aber noch nicht zum Ausrasten. Das kam dann aber mit dem zweiten Gruß aus der Küche.

MuschelChips mit RäucherLachsCreme

der zweite Gruß aus der Küche

Oha! Für so einen kleinen Gruß ist das schon mal ziemlich lecker und von den Texturen hervorragend. Zudem ist die Präsentation ziemlich cool. Wir sind angefixed und wollen mehr. Sollen wir bekommen.

Und dann geht es weiter mit dem dritten (!) Gruß aus der Küche: IbericoSchinken auf zart tomatisierten Linsen mit knusprigem Kartoffelstroh. Damn! Das ist saugut. Sehr zarte Aromen, die ein Lied von Spanien singen. Ein trauriges Lied, weil dieses wunderbare Geschmackserlebnis nach einem Bissen leider schon wieder vorbei ist. Aber die Papillen singen es auch noch danach weiter, bis der reguläre erste Gang aufgetragen wird.

der dritte Gruß aus der Küche
Der 1. Gang: Marinierte Seebrasse, Rettich, Avocado, BergamotteDressing,  marinierte Zwiebeln. Den Gang könnte man als modernen Twist eines Ceviche betrachten. Schön, also wirklich SCHÖN sauer. Der Fisch schmilzt zart und ist von sagenhafter Qualität. Alles greift ineinander und die Papillen werden durch die krassen und trotzdem harmonischen Aromen ordentlich durchgewirbelt. Als Wein dazu: Der Ferghettina von Franciacorta aus Brescia. Die ungewöhnlichen Bitternoten des sprudelnden Weins passen klasse zum Bergamotte und machen die Geschichte rund. Eiderdaus.

erster Gang
Zweiter Gang: Shettland Muscheln, Tandoori, Karotten, MuskatKürbis. ... und Puffreis. Das indische Gewürz ist butterzart und verhalten, streichelt sozusagen nur den Gaumen. Die Muscheln sind perfekt. Dazwischen Karottencreme und Karottenpickles. Und ein KürbisWedge. Alles grandios. Der Wein dazu setzt die Flanke und hebt das alles auf ein wirklich außergewöhnliches Level - ein Viognier aus den USA. Smoking Loon Viognier aus Sacramento. Und rauchig ist der mal ordentlich. Und das verträgt sich fast schon unanständig gut mit den Muscheln und dem Tandoori. Boah ey!

zweiter Gang
Dritter Gang: Fois Gras und RäucherAal, Meerrettich, Rote Beete und alter Balsamico. Eigentlich wollte ich jetzt mal was nicht so gut finden. Einfach um der ganzen Loghudelei mal einen Kontrapunkt zu setzen - hält ja keiner aus sonst. Klappt aber nicht. Nicht bei diesem Gang. Die Pastete ist einfach ein Gedicht. Die Verbindung von Aal und Leber ist ein Traum. Die rote Beete kommt auch in gelb. Zudem als Gelee und als Macaron. Der Wein dazu macht es auch nicht schlechter. Ein Süßwein. Ein Jurancon. Ein Franzose. Nicht zu süß mit klarer Frucht und schönen Mineralien. Das erzeugt wunderbare Spannung. Verdammt ... die Schwärmerei wird immer schlimmer ...  

dritter Gang
Vierter Gang: Wolfsbarsch, CousCous, SafranSoße, BabyFenchel, Artischocke, SafranSoße. SafransSoße war doppelt - das müssen wir einmal abziehen ... aber sie war auch wirklich ²-gut! Es wird wieder nix mit dem Schlechtfinden. Der (das? ... wurscht ...) CousCous ist ein Hammer - habe ich in der mutierten Dicke noch nie gesehen. Die Soße ... mahua! ... Der Fenchel ... mmmmh! ... das Artischockenpüree ... grrrr ... UND DANN DER FISCH! Oben top knusprig und unten butterzart. Alles eine Sensation. Und der Wein: Ein Chardonnay mit dem klangvollen Namen Ataraxia aus Südafrika. Sehr mineralisch. Sehr klare Frucht. Und bescheiden schmelzend. Er macht seinem in sich ruhenden Namen einfach alle Ehre.

vierter Gang
Der fünfte Gang: Rehfilet, Sellerie, schwarzer Knoblauch, karamellisierte Zwiebel Jus, Lauch, Pilze. Klauen werde ich bei diesem Gang den Lauch. Ganz hervorragend. Was auch auf den Rest zutrifft. Pü von Pilz und schwarzem Knoblauch und SelleriPü - beides Klasse. Das Fleisch: perfekt. Die Jus: auch. Der intensiven schwarze Knoblauch auf dem zart gedämpften Sellerie: Oh ja! Und dazu der Graves von Chateau Haut Peyrous aus dem Jahre 2010. Superb!

fünfter Gang

Käse: Die umwerfende Käseselektion hat es leider nur in unsere Mägen, nicht aber aufs Foto geschafft. Dabei war der beste Cheddar Englands (sagte der Kellner und es gab nach dem probieren absolut keinen Grund daran zu zweifeln), ein Blauschimmelkäse, der vom BLUR-Bassisten Alex James gemacht wird, ein traumhafter Stilton und und und. Käääse! Und Cracker, wie es sich gehört.

PreDessert. Bevor es zum richtigen Dessert geht grüßt die Küche nochmal, wie es sich gehört. Haben wir eigentlich schon zurück gegrüßt? Servus! Als PreDessert gibt es, vom Kellner lapidar als "Apple and Vanilla" angekündigt, ein weiteres Schmankerl. Unscheinbar angerichtet versteckt sich unter einem super leichten Apfelschaum ein GrannySmithSorbet und eine intensive VanilleCreme mit kleinen GrannySmithStückchen. Frisch. Cremig. Lecker.

PreDessert
Sechster Gang: Das Dessert. Die letzte Chance, doch noch was zum Meckern zu finden. Auch diese Chance: Vertan! ValrhonaVarianten in Milch und dunkel, WilliamsBirne, Praliné und SalzKaramell. Geil. Geil. Geil. Der Wein dazu: geil! Ein tiefroter Süßwein von der Côtes du Provence. Maury Mudigliza. Der Wein erinnerte durch seine schwere Macht an einen Banyules, hatte aber mehr Säure und war deutlich süffiger, wenn man das bei 17% Alkohol sagen kann. Wieder eine sehr gelungene Kombi.

sechster Gang
Kaffee: Endlich doch was zu motzen. Der Espresso ist jetzt nicht sooo gut. Bisserl sauer. Aber das wird durch die kleinen Snacks zum Kaffe kompensiert.

MiniMacarons
Trüffel
Nüsschen
Und zu alldem war der Service formvollendet. Am Anfang etwas steif aber dann immer lockerer, sehr freundlich, immer da und wach. Die Geschwindigkeit bei der Gangfolge war auf den Punkt getimed. Soll so!

Sehr inspirierende DinnerErfahrung! Warum also vorher das "zu unrecht" als es um den MichelinStern ging? Ich finde, da gehört ein zweiter hin ... ein dritter noch nicht ... aber ein zweiter doch schon ... also los Guido Michelino ... gib dir nen Ruck!

Mittwoch, 20. Januar 2016

Retroschmecktive: VeggieWednesday

Hallo, liebe Freunde des virtuellen Nachschmeckens,

wir schmecken zurück in den letzten VeggieWednesday vom 13.01.2015 im MEATINGRAUM.

Italienisch inspiriert schlemmten wir uns in einer entspannten 10er Runde (mit einer deutlichen Unterpräsenz von XY-ChromosomTrägern) durch die folgenden fleischlosen Feinheiten.

Es ging los mit der italienischen Tricolore als Gruß aus der Küche.

von links nach rechts: AvocadoPesto, weißer TomatenSchaum, cremiges TomatenGel - darüber: KnoblauchCroutons
So munter anitalienisiert war die Bereitschaft allseits geimpft in die offizielle Speisenfolge zu starten und es begann mit Salat und Käse.

Erster Gang: RukkolaRoteBeete Salat in SenfBalsamico, darauf liegend Feta in Filou, gekrönt von RoteBeeteSprossen.

Der salatige Start
Der schön nussige Rukkola, zusammen mit der erdigen Roten Beete und darauf dann der durchs Anbraten zart cremige Schafskäse, gepaart mit der warmen Schärfe von Senf und Sprossen ... doch ... das ging gut zamm.

Zweiter Gang: OnsenEi auf PestoPortobello auf getrüffeltem Pü an Romanesco und sehr gelben Karotten.

erhaben thront das Ei, edel gereckt, von Sprossen bedeckt
Das OnsenEi hat im großen kulinarischen Herzen des MEATINGRAUMs einen besonderen Platz. Seine Cremigkeit neu definierende Cremizität entlockt uns immer wieder ein "Mann, ist das cremig!!". Und zusammen mit diesem Pilz und diesem PÜ... boah ey! (Zum OnsenEi gibt es hier eine intensivere Abhandlung). Der Portobello entwickelt, ähnlich wie auch der Kräuterseitling, beim langsamen Garen im Ofen ein ordentliches Umami-Aroma und behält eine angenehm feste Konsistenz, was ihn rein vom Mouthfeeling und von der Gaumenkitzelei her gesehen zu einem sehr fähigen Fleischersatz macht. In der Verbindung mit dem TrüPü macht das einfach große Freude. 

Aus irgendeinem, mir selber unbekannten Grunde, möchte ich Romanesco, das ist der grüne Kohl, der ausschaut wie Brokkoli mit Körperspannung, auch Türmchenkohl genannt, immer mit "u" am Ende schreiben. Also Romanescu. Und dabei denke ich dann immer an Balkan-Diktatoren. Ich weiß ja auch nicht ... bevor wir diese seltsame Kohl Aberration weiter vertiefen und vielleicht auf dunkle Kohlgeheimnisse meiner Kandheit in der Pfilz (... das soll wohl Kindheit in der Pfalz heißen ... Kohl ... Pfalz ... auweia ... ich glaube, heute wird ein seltsamer Tag ...)  stoßen, schauen wir lieber auf das Dessert.

Dritter Gang: A beautiful mess aus ObstSalat, ErdbeerSoße, TiramisuCreme und NussCrumble, MandelKrokant.

La Desserto Rosso
Für den ObstSalat wurden GojiBeeren in Birnensaft renaturiert, was ich hauptsächlich deshalb mache, um das Wort "renaturiert" wie selbstverständlich mit coolem Blick in die Beschreibung des Gerichts einbauen zu können :-). Goji bekam dann Begleitung von Ananas und Äpfeln. Frischsäuerlicher Obstsalat, ultracremige TiramisuCreme (cremig!), Erdbeersoße - dieser Reigen an Texturen wurde mit dem Crunch-Element von Seiten der Nüsse und dem Mandelkrokant tatkräftig unterstützt. Ist doch immer wieder schön, wenn ein Team ergebnisorientiert zusammenarbeitet.

Dazu passt wundervoll ein Nussschnaps als Digestif. 

Lecker war es - und vielen vielen Dank an euch großartigen Gäste, die sehr gute Laune, die ihr dabei hattet und die wunderbar unkomplizierte Stimmung, die ihr verbreitet habt. Ein wirklich sehr schöner Abend!

Der nächste fleischfreie Abend ist übrigens der 10.02.2016 - Beim SuperFoodAschermittwoch, detoxen wir fleisch- und alkfrei und das auch noch vegan. Eiderdaus. Geht das? Ja, das geht und es wird lecker! Schauts vorbei!


Montag, 11. Januar 2016

Retroschmecktive: So war der Dezember

Hallo, liebe Freunde der kulinarischen Rückschau, hallo!

Was war das für ein fulminanter Dezember. Der MEATINGRAUM war in seinem zweiten Monat gleich in einer Situation der Ausgebuchtheit!

Wir durften eine ganze Reihe sehr schöner und sehr unterschiedlicher Weihnachtsfeiern ausrichten, z.B. für junge coole Unternehmen wie DieProduktMacher, windeln.de, Westwing, secret.de oder criteo. Aber auch für etablierte Werbeagenturen wie die kl, company gmbh und Branchenriesen wie die Linde Group. Großartig! Vielen Dank für euer Vertrauen, liebe Menschen und Firmen da draußen! Von uns aus dürft ihr alle gerne und oft wieder kommen!

Zwischen den Weihnachtsfeiern hatten wir noch ein paar eigene Weihnachtsveranstaltungen am Start - und in diese wollen wir nachfolgend nachschmecklerisch zurück blenden.

Beginnen wir die Rückschau mit unserer HouseWarmingParty - dort wurde es polynesisch! Am 04.12. nikolausten wir uns durch einen weihnachtlich-karibischen Abend.



Wie? "Warum ist das Motto eurer Weihnachtsfeier denn 'POLYNESISCH'"?
Ja warum den bitteschön nicht? Ja was denn sonst überhaupt?

Aber gut - hier folgen unsere 5 Lieblingsgründe:
  • Mele Kalikimaka! 
  • Nikolausmütze und Hawaiihemden passen hervorragend zusammen.
  • Man muss sich Gelegenheiten zum ernsthaften Hawaiihemdtragen erschaffen.
  • Eskapismus und FlipFlops.
  • Deshalb!
Und es war wunderschön. Fast zu 30st feierten wir bei nahezu polynesischen Temperaturen glühweinfrei in die Weihnachtszeit rein.

Schmackofatziges VorspeisenBuffet
Beim Vorspeisenbuffet boxten ThaiFleischBällchen, ToastHawaii, FunkyForellenSalat, Algen- und KrautSalat und jede Menge Dips um die Vorherrschaft bei der Leckerheit. Danach kam ein streng polynesisches FischCurry mit zarter Frucht und knackiger Schärfe und unterhielt sich prächtig mit der hawaiianischen LangSchmorSau, die ihrer strukturellen Integrität in ihren 22 Stunden im Ofen GoodBye sagte.

Hernach kam noch eine stilsicher beblumte HawaiiHemdTorte von Tortenkönigin Nic an den Start.

HawaiiHemdTorte
sachverständige Tortenverteilung durch die TortenQueen und Gäste, die das Motto ernst nahmen. Dankeschön!
postpolynesisches ChillOut
Viva Polynesia!

Am 12.12.2015 luden wir dann zum superexklusiven AmaroneAbend.

Herzstücke der Veranstaltung waren zwei rare alte Amarone - einmal aus dem Jahre 1975 und einmal zwei Jahre jünger aus 1977.

Die beiden Oldies entpuppten sich als wahre Goldies - echte Schätzchen die zeigten, dass der Amarone damals noch deutlich leichter und fruchtiger war, als er das heute ist. Die Aromenvielfalt erinnerte zwar doch an einen Portwein, aber das dazugehörige Säurespiel war viel leichter und filigraner. Zwei wirklich grandiose und intensive Weine.

Die Phalanx

Wir begannen entspannt mit Lambrusco, einem mittlerweile gar nicht mehr so verkannten Tropfen. In den 70ern und 80ern hat sich dieser Rote einen Ruf als flüssiger Kopfschmerz mit Sodbrandgarantie erarbeitet - aber das auch  nur deshalb, weil der unfähige deutsche Urlauber sich nur an die billige Plörre hielt und gleichzeitig der schlaue Italiener das gute Zeug für sich behielt.

Der Lambrusco, leicht, kalt, prickelnd und fruchtig-herb, ist ein idealer Starter in einen italienischen Abend, wie er hier ins Hause stand.

Als Gruß aus der Küche kam ein mediterranes Allerlei - bei einem AmaroneAbend muss man Grundlage schaffen.

Insalata Caponata, ErdapfelKas mit Pesto, CousCousSalat, Caprese
Nach dem Gruß aus der Küche kam ein schön herber Salat aus Radicchio und Spinat auf dem ein SadellenCrostini saß auf dem eine gebratene Entenleber ruhte (als Ersatz für Leberproblematiker: Ziegenkäse im FiloutTeig). Dazu erfreute im Glas der wirklich enorm schöne Ripassa von Zenato.

Ganz schön was los im RadicchioSchiff
Danach ging es weiter mit einem Klassiker - SteinpilzRisotto. Serviert auf einer ultracremigen ParmesanSoße und mit frischem Trüffel übertrüffelt. Boah Ey. Dazu kam dann der Amarone von Zenato ins Kristall. Das kann man machen. Das soll man machen. Das muss man machen.

Ohhhh ... Risotto ... 
Der Hauptgang wurde umrahmt und flankiert von den beiden alten Amarone. Dass Essen und der Wein - sie fühlten sich in ihrer jeweiligen Gesellschaft sehr wohl. Auf dem Teller räkelte sich ein sehr zartes Wildschwein, dass über 18 Stunden bei sehr zarter Temperatur in Ripassa badete, wodurch sich automatisch auch eine absolut obszön leckere Soße selbst erschuf. Dazu Röstkartoffeln und knackiger Rosenkohl mit Bacon und Chili. 

Der Hauptgang - Wildsau. No further words ... 
Zum Dessert kam ein verspieltes Potpourri auf den Teller: Pfannkuchen, gefüllt mit einer RicottaPistazienCreme und AmarenaKirschen. Außerdem eine Mascarpone- und eine TiramisuNocke. Verbunden mit einer LimoncelloCreme und NussCrumble. Finale furioso. Damit das alles auch schön flutscht gab es dazu was Süßes von Sizilien, einen Zibibbo. 

Der Schlussakkord
Der Dezember war dank euch allen ein ganz ein großartiger Start für den MEATINGRAUM. So darf das gerne weitergehen. Und das geht es auch im Januar.


Und: Wir rufen "JA, GERNE!", wenn Sie Interesse an einer privaten Veranstaltung haben oder einen TeamEvent bei uns abfeiern wollen - einfach Kontakt aufnehmen.



Sonntag, 30. August 2015

Retroschmecktive: 1st Annual Rompin’ Stompin’ Southern Barn Dance and BBQ Festival

YEEHA, liebe barbecuristischen Freunde der sommerlichen Gartengrillerei, yeeha!

Gestern haben wir den Grundstein für unser fortan jährlich stattfindendes Rompin’ Stompin’ Southern Barn Dance and BBQ Festival gelegt. Ein wunderbarer Abend mit fabelhaften und unglaublich attraktiven Gästen. Danke euch, dass ihr dabei ward und den Abend zu dem gemacht habt, was er war.

Und einen Dank auch an das Wetter, merci, gell, dass so entspannt dafür gesorgt hat, dass wir in lauer Nacht draußen sein konnten.

terrassales Sitzen
Lassen wir aber doch die Eindrücke des gestrigen Abends nochmals kurz in einer kleinen Erinnerungsrevue tanzen.

Wir begannen, wie es sich für ein amerikanisches SüdstaatenMotto gehört, stilecht mit freshly mixed and shaked Whisky Souers. Randy vom WhiskyShop Tara am Rindermarkt hat hier absolute WhiskySourPerfektion ins Glas gebracht. Großes Kino mit Kirsche! Zur Snackerei und zum schaffen einer ordentlichen Basis für die noch anstehenden Mengen an Hochprozentigem gab es dazu BaconJam (ausgelassener Bacon, mit Zwiebeln und Knoblauch eingekocht in AhornSirup und braunem Zucker - mit einem ordentlichen Klecks Chili - obszön!), OnionMarmelade (lange eingeköchelte Zwiebeln mit Sternanis und einem BalsamicoBäng) und AvocadoFrischkäseDip. Eine selbstgemachte BBQ-Soße mit ordentlich Bumms darf auch nicht fehlen.

Randys MixStation
Vorwegsnackerei
Als begleitende Getränke gibt es eine variantenreiche Bierphalanx, zum einen mit dem heimischen Giesinger zum andern mit 4 Vertretern der hawaiianischen Kona Brauerei (Lager, Golden Ale, IPA, Pale Ale). Zum anderen gibt es hausgemachte Limo (mit Minze, Limette und Chili) und einen mächtigen Eimer Lynchberg Lemonade (Jack, TripleSec, Zucker, Limettensaft, Zitronensaft, Mineralwasser, noch mehr Jack).

Bierwarniesk
Kulinarisch richtig los ging es dann mit der umwerfenden Smokey Southern FishSoup nach Art von Kochkollege Kemmler. Ein suppiges Meisterwerk, in welchem eine hausgeräuchrte Forelle für eine einmalige Note sorgte. Zart buttriger Mais, grüne Paprika und eine Einlage aus saftigstem Zander und gegrillter Jakobsmuschel machten die Suppenschale dann komplett. Oh yeah, this is what we call a great soup, dude!

Schmacko Soup ... mmmmh!
Nach der Suppe spricht Sven über "Hot Potatoe", den breiten Südstaatenakzent der Amis, der klingt, als würde man mit einer heißen Kartoffel im Mund sprechen. Er gibt einen kleinen How-To-Sprech-Kurs und gibt zudem einen kleinen Rundumschlag durch verschiedene englische Zungen - wer darüber noch mehr wissen will, und das sollte jeder, der sollte dringend einen der nächsten Auftritte Svens mit seinem grenzgenialen Programm Englischstunde besuchen. Nichts wie hin!

Danach kommt der Hauptgang: Pulled Pork, Whiskey Gravy, Mashed Sweet Potatoes with Garlic, Cole Claw und Fennel Salad. Sau southern alles. 

Das Pulled Pork, bevor man es pullen konnte - im Werden
Cole Slaw mit Paprika
FenchelSalat mit Walnüssen, Staudensellerie und Granny Smith Äpfeln
Das Pork nach der Pullung. Oink!
Alles zamm in adretter Anrichtung
Nach dieser Runde zelebrierte Randy ein Bourbon Tasting mit wirklich ausgesucht großartigen Exponaten dieser WhiskyGattung. Begonnen mit einem relativ leichten und süffigen Basil Hayden's, der mit seinen 40 Umdrehungen auch der leichteste der dreien war. Weiter ging es mit einem 12 Jahre alten Elijah Craig, mit seinen 47% deutlich stärker und vom Geschmack einen Wumms dunkler und karamelliger. Finale der Probe, der Schlussakkord, war dann ein Wild Turkey Rare Breed, ein in Fassstärke, mit 54,2% Alc., abgefüllter Bourbon mit wirklicher Macht. Komplex und vielschichtig und - tatsächlich und in echt - ein Eiswürfel tut ihm richtig gut.  Sehr schöne Einblicke in die mir bisher recht unbekannte Welt des Bourbons waren das - danke Randy!

Randy referiert 
Und dann gab es auch noch ein Dessert - einen besonders südstaatlichen BlueberryCheesecake und einen MelonenSalat "QuattroMeloni" in einem MacadamiaKokosDressing. Creamy. Fruity. Yummy. 

Blue
Quattro Meloni
harmonisch vereint
Begleitet wurde der ganze Abend von banjolastiger Tingeltangelmusik und Südstaatenrock, deren kompilierte Abfolge man nachfolgend hören kann, sollte man das wollen. Passt aber gut zum heißen Wetter und könnte Traktorfahrten durch die Lüneburger Heide versüßen.


Wir sehen uns wieder beim nächsten SupperClub - coming soon:

27.09. - DetoxDay (Infos folgen noch - Reservierung schon möglich!)
03.10. - HighEndWiesnFood (Infos folgen noch - Reservierung schon möglich!)

Halleluja!