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Samstag, 8. Oktober 2016

Retroschmecktive: Le Petit Luxe im September

Kinder, wie die Zeit verfliegt ... jetzt isses schon wieder fast einen Monat her, dass es das letzte Mal hieß: "Le Petit Luxe" im MEATINGRAUM.

Bei "Le Petit Luxe" verwandeln wir jeden zweiten Mittwoch im Monat den MEATINGRAUM in ein PopUpBistro, lassen unsere versteckt frankophile Seite raus, remixen brasserieske Klassik und feiern das erreichen der Monatsmitte wie Gott in Frankreich. Als Akt der Völkerverständigung und als proeuropäisches Zeichen, ziehen wir zu den französischen Speisen die Korken aus österreichischen und deutschen Flaschen.

Bei der Septemberrunde hatten wir Besuch von der großartigen, auf FoodPhotography spezialisierten Profiknipserin Vivi D'Angelo, die den Abend in großartigen Fotos festgehalten hat. Deshalb wird diese Restroschmecktive auch deutlich wortknapper da es jede Menge so schöner Bilder gibt, die ihrer Aufgabe als Bild vollumfänglich nachkommen ... mehr als Worte eben.

Fangen wir doch gleich mal an mit einer ersten Fotophalanx, einfach mal so zum nachspüren der Atmo.

Fotos © Vivi D'Angelo
Stillleben am Tisch - Fotos © Vivi D'Angelo 
Kurz vorm nächsten Schluck - Fotos © Vivi D'Angelo
Andacht - Fotos © Vivi D'Angelo
Tischstillleben haben einfach was - Fotos © Vivi D'Angelo

Nach ein paar Flaschen (!) Fritz Müller zum Aperitif stürzen wir uns ins Menü.

Die heiße Schwester vom Fritz heißt Rosa. Prickelnde Beziehung zwischen einem Portugieser und einer Spätburgunderin. - Fotos © Vivi D'Angelo 
Wir eröffneten diese Runde mit einer wirklich spannenden AromaKombi:

Camembert, Chicorée, Trüffel

Der Chicorée wird langsam karamellisiert und bekommt mit einem Hauch Chili und Meersalz einen kleinen Kick von der Seite. Der Camembert wird nur ganz leicht erwärmt. Dazu kommen schwarze und gefährlich sahnige Beluga-Linsen und ein süßsalziges NussKeksCrumble. Der finale Handkantenschlag für die Papillen erfolgt durch eine HonigTrüffelSauce. Heimliches Fingerlecken. Verhaltene Seufzer. Mmmmmh.

LinsenKaviar im Rotlicht - Fotos © Vivi D'Angelo
In der Anrichte - Fotos © Vivi D'Angelo
Auf dem Pass - Fotos © Vivi D'Angelo
Am Platz - Fotos © Vivi D'Angelo
Der Wein dazu: "AUFTAKT" von Ulrike Thul von der Mosel, ein Riesling mit gesunder und sehr schön fruchtiger Restsüße und einer gleichzeitig knackigen Säure. Die Süße schmiegt sich an den Käse und die Säure schneidet durch die Opulenz und resettet die Rezeptoren.

Es geht mit einem unklassischen Klassiker weiter:

Cockowä, TrüPü, Gemüse

Der Coq kommt in Form von Perlhuhn-Keulen. Die wurden einen Tag in Rotwein mit Gemüse mariniert und kamen dann bei 60° für ein paar Stunden ins SousVideBad. Parallel wurde Gemüse angeröstet und mit der Marinade zusammen zu einem unverschämt leckeren Sößchen eingekocht, in welchem die SousVideKeulchen dann relaxed entspannten. Dazu gab es ein getrüffeltes KartoffelPü (Rezept? Klar doch!) und kleine balsamicotisierte Zwiebelchen.

Der Coq, der Wein, das Gemüse - Fotos © Vivi D'Angelo
Auf dem Pass - Fotos © Vivi D'Angelo
Finishing Touch - Fotos © Vivi D'Angelo
#Foody - Fotos © Vivi D'Angelo
That might be exactly the right light! - Fotos © Vivi D'Angelo
Der Wein dazu: Aus dem Mittelburgenland! Die Cuvée Falcon vom Weingut Artner. Eine Ménage à trois aus Blaufränkisch, Merlot und Zweigelt. Reiches dunkles Beerenobst zusammen mit samtig-nussigen Aromen, einem Touch Schoko. Ein wohliger Wein zu diesem Seelenschmeichler von einem Gericht.

Wir hüpfen zum Dessert.

Irgendwie Crepes Suzette

Zum Flambieren war es irgendwie doch noch zu warm, also wurde der Klassiker einer kühlenden Frischzellenkur unterzogen. Serviert als Pfannkuchenrolle mit hinterhältig versteckten Aromen von Rosmarin. Aufgelockert durch ein Frischkäseschäumchen und fruchtiges Gelee und gegrillte Orange.

Ui .. da is aber einer konzentriert bei Aufschäumen - Fotos © Vivi D'Angelo 
Am Platz - Fotos © Vivi D'Angelo
Skepsis oder Vorfreude? - Fotos © Vivi D'Angelo
Und mit ein paar Runden Digestif verabschiedeten wir uns in die Nacht!

Eine wunderbare Runde war das - Danke, liebe Gäste, dass ihr dabei gewesen seid - Hoffentlich sehen wir uns bald wieder bei der kleinen Mittwochsbelohnung.

Die NÄCHSTE KLEINE MITTWOCHSBELOHNUNG ist übrigens am Mittwoch, 12. Oktober, 19:00 Uhr !

Zu Gast bei der September-Runde war auch Lisa, die für Cremeguides diesen schmackhaften Artikel über uns geschrieben hat. Merci beaucoup!

Donnerstag, 14. Juli 2016

Retroschmecktive: Le Petite Luxe

Der zweite Mittwoch im Monat ist BelohnungsMittwoch!

Der zweite Mittwoch markiert ja zumeist die Monatsmitte und da ist es an der Zeit, sich mal was zu gönnen. Einen kleinen kulinarischen Luxus für zwischendurch. Eine Belohnung für die ersten beiden Monatswochen und einen Energieschub für die verbleibenden. Und das in kleiner netter Runde im MEATINGRAUM. Zwischenhedonismus. Amerikanische Forscher haben beim Baden herausgefunden, dass aktives Sichgönnenkönnen das Leben bis zu 7 Jahren verlängern kann. Eventuell sogar mehr. Oder weniger ... wenn man es übertreibt. Da waren sich die Forscher nicht einig ... 

Bei »Le petit luxe« gibt es ein zart dekadentes 3-Gänge-Menü, inspiriert aus der französischen Klassik. Selbstredend beginnen wir stilecht mit einem Aperitif, reichen zu jedem Gang das passende Getränk und beschließen mit einem Digestif.

Warum französisch. Ich war vor kurzem in Paris und bin eingetaucht in die Welt der Brasserien und Bistros und dachte: Der Ruf von Frankreich als Geburtsort der Hochküche hat einen Grund. Und der liegt gar nicht zwingend in sackteuren Sternerestaurants, sondern grade in graden Gerichten im Bistro. Jedes Mal ein kleiner Luxus für Zwischendurch. Und das hat die Motivation gebracht einmal im Monat mit französischen Klassikern zu jounglieren.

Der Auftakt hat schon großen Spaß gemacht - meinen Dank an die aufgeschlossenen und kompetenten Esser, denen es durch Ihre wirklich grandiose Leistung beim Tellerleeressen zu verdanken ist, dass morgen das Wetter wieder gut wird! Merci!

Als ein Zeichen der grade in den aktuellen Zeiten so dringend nötigen Völkerverständigung und als fettes JA zu Europa, gibt es zu den französisch inspirierten Gerichten deutsche und österreichische Weine. 

Zum Aperitif, dem Rosé-Sekt aus dem Hause Nägele, gab es eine Franzackenstange (also ein Baguette ... entschuldigung ...) und  dazu einen Lachsschaum und Steinpilzbutter. Das groovte schon mal ganz gut ein.

Der erste Gang

Die Idee dazu hatte ich in Paris im Café des Deux Moulins in Montmartre, das ist der Laden, in dem Amélie gekellnert hat - und auf dem Klo ist ein bescheidener Schrein mit Filmdevotionalien. Dort aß ich ein Gericht mit sahnigen Belugalinsen ... großartig. So also hier: Belugalinsen al dente mit Sahne und Mascarpone, Senfschaum, gebratene Jakobsmuschel und ein FeigenKaramellSenf als kleines Topping.

Schäumsche
Der wahre Jakob.
Dazu kam ins Glas der weiße OFFSPRING von Lisa Pfneisl, eine Cuvée aus Grünem Veltliner und Sauvignon Blanc. Die schöne Würzigkeit mit etwas weißem Pfeffer passt wunderbar die frische Säure knackt durch die Sahnigkeit, das reife Obst baut eine schöne Mitte. Gericht und Wein verstehen sich.

Stylo um und in der Flasche
Der zweite Gang

Die Cassoulet ist ein Klassiker der südfranzösischen Küche. In seiner natürlichen Form handelt es sich dabei um einen mächtigenmächtigenmächtigen Eintopf aus weißen Bohnen, Speck, Fleisch, Würsten, gerne Lamm und noch gerner Ente oder Gans. Dazu Kräuter und Knoblauch und sehr viel Zeit. Die ideale Mahlzeit, wenn man den ganzen Tag Bäume mit der Hand gefällt hat.

Bei uns gibt es eine Dekonstruktion - Gleiche Elemente, andere Darreichungsform:

  • Getrüffeltes BohnenPü
  • Leichtes Paprika-Bohnen-Gemüse
  • Eine kleine Tarte mit Confit de Canard
  • Zweierlei von französischer Wurst
  • Kräuter-Zitronen-Öl

Dekonstruktivismus der leckeren Art
Dazu ins Glas kommt wieder ein Nägele - der Chronos. In dieser stattlichen Rotwein-Cuvée wuchten Merlot und Cabernet Sauvignon geschmeidige 14% Alkohol zusammen und bringen einen Wein hervor, der sich mit einem klassischen Bordeaux durchaus messen kann. Passt schön zum Gericht und das Barrique des Weins macht Armdrücken mit den Aromen auf dem Teller. Unentschieden.

Der dritte Gang

Unbedingt zur leckeren französischen Alltagsküche gehört die Creperie mit ihren unendlichen Varianten des Pfannkuchens. Ein Klassiker dabei: Galette. Eigentlich aus Buchweizenmehl, etwas dicker und oft reichhaltig und deftig gefüllt.

Diese Variante ist etwas leichter. Der Teig aus einer Mixtur aus Wiener Griessler und japanischem Tempura-Mehl. Gefüllt mit Ziegenkäse und einem Birnen-Chilikompott, mit Ziegenkäse gratiniert. Dazu ein Salat aus Williams-Birne und japansicher Nashi-Birne mit kandierten Tomaten. 

Prädikat: besonders birnig!
goldig, gell!?
Ins Glas dazu ein weiteres Gewächs aus der Pfalz - der Riesling Spätlese von Nägele. Ein gelber Obstsalat im Glas, was ja supi zu der Birnerei auf dem Teller passt.

Danach noch ein Digestif, weil das ja klar ist, nach so einem Abend.

Ich freue mich schon RIESIG auf den nächsten Belohnungsmittwoch am 10.08. - denkt an eure Gesundheit und seid dabei!!