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Mittwoch, 12. April 2023

Nothing Like The Sun - Sting & Wine


WANN: Donnerstag, 22.06.2023, 19:00 Uhr

WO:
Im MEATINGRAUM - Gollierstr. 38 im Münchner Westend 

(etwas versteckt zwischen Café Gollier und Osteria Bianchi).


WAS:

Ein weiterer Event mit ToscaBio. Prominenter Produzent im Sortiment von ToscaBio ist STING. Gordon Matthew Thomas Sumner, so heißt der musikalische Ex-Polizist in richtig, produziert auf seinem Weingut Il Palagio in Italien interessante Weine mit Charakter und kerniges Olivenöl - und seine Produkte featuren wir in diesem Menü. Und den Sommeranfang feiern wir gleich noch dazu!

 

Der Soundtrack zum Dinner wird interessant und weniger offensichtlich als vielleicht gedacht - versprochen! Zum Menü gibt es sicher auch ein paar Anekdoten rund um die Promidelikatessen.

 

Aperitif

BRAND NEW DAY

Dazu Sting-Öl, Brot und Zitronensalz ... und ein Gruß aus der Küche

Wein: Rosé New Day - 100% Sangiovese

 

#1

MESSAGE IN A BOTTLE

Die italienische Flagge in drei Süppchen (Spinat, Tomate, Paprika)

Wein: Message in a Bottle (Vermentino, Sauvignon Blanc, Trebbiano)

 

#2

WHEN WE DANCE

Rote Beete Tatar mit fermentierten Belugalinsen, ein Hauch Trüffel, RicottaOlivenölMayo

Wein: When we dance - Chianti (Sangiovese, Canaiolo)

 

#3

SISTER MOON

Blumenkohlrisotto auf BlukoPü, dunkler Schokolade und ParmesanBluko

Wein: Sister Moon - Super Toscan (Sangiovese, Canaiolo)

 

#4

ENGLISHMAN IN NEW YORK

New York Cheesecake Apple Crumble 

Wein: Sangiovese Spumante

 

Das Dinner, inkl. der begleitenden Getränke und Wasser: 99 €

 

Kleine Änderungen können sich immer ergeben, gell.

 

(Mehr Drinks und Kaffee nach dem Menü sind möglich, werden aber extra erfasst! ACHTUNG - begrenzte Teilnehmerzahl!)

 

ANMELDUNG: eat@meatingraum.de

Serata Siciliana



WANN: FREITAG, 09.06.2023, 19:00 Uhr

WO:
Im MEATINGRAUM - Gollierstr. 38 im Münchner Westend 
(etwas versteckt zwischen Café Gollier und Osteria Bianchi).

WAS:
Es wird langsam Zeit, sich auf Urlaub einzustimmen - und das machen wir bei unserem sizilianischen Abend zusammen mit ToscaBio. Die Kooperation, die wir letztes Jahr begonnen haben führen wir nun enthusiastisch weiter und Telsche Peters steuert die Weine und Olivenöle zu unserer Serata bei und wird selbstredend auch ein paar Anekdoten dazu zum besten geben. Auf die Teller kommen sizilianische Klassiker im MEATINGRAUM-Style. Wir freuen uns schon wahnsinnig auf den Abend!

Aperitif
Zwei Olivenöle von Baglio Ingardia zum Dippen 

#1
MATAROCCO BIANCO 
Kalte weiße TomatenSuppe mit Multipler TomatenEinlage     
Wein: Baglio Diar Grillo 

#2
INSALATA SICILIANA
OrangenFenchel Salat und AranciniPflanzerl   
Wein: Baglio Diar Cataratto 

#3
CAPONATA SICILIANA
mit KürbisPü und geflammtem Ziegenkäse  
Wein:  Baglio Diar Merlot 

#4
RICOTTA & PISTACCHIO
RicottaMousse mit PistazienKuchen und Crunch   
Wein: Baglio Ingardia Grillo/Zibibbo 

Das Dinner, inkl. der begleitenden Weine und Wasser: 99 €

(Mehr Drinks und Kaffee nach dem Menü sind möglich, werden aber extra erfasst! ACHTUNG - begrenzte Teilnehmerzahl!)

ANMELDUNG: eat@meatingraum.de

Sonntag, 17. April 2016

Retroschmecktive - Italienreise mit Goethe

"Aber kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend." So schrob es der Dichterfürst in seinem Wilhelm Meister 1795 und hat damit wie üblich recht.

Und nichts weniger wollen ja auch wir im MEATINGAUM, nämlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen an ein kulturinarisitsches erlebtes Kleinod, welches jedem der Sinne über den Abend verteilt mal einen zärtlichen Stupser verpasste. Wir begannen mit dem Stupsen bei einem Plaisir für das Geäug, denn so verlangt es der GRÖFAZ (Größte Frankfurter aller Zeiten): "Das Essen soll zuerst das Auge erfreuen und dann den Magen."

So begaben wir uns denn auf des Geheimrats Spuren auf eine gastrosophische Reise durch den Schuh des Südens, begannen aber aperitifal heimatverbunden im Hessischen. Im Rheinhessischen, um genau zu sein, mit einem Fritz Müller (Fritz für Frizzante und Müller für Müller-Thurgau).

So eingeprickelt (ja, das ist ein "c" vorm "k" ... kein "n" ... also entschuldigen sie mal ... dann schauen sie doch auch richtig hin ... also Leute gibt es ...) ging es dann zu Tisch, wo die Reise der Papillen begann.

"Die Jugend verschlingt nur, dann sauset sie fort;
Ich liebe zu tafeln am lustigen Ort,
Ich kost' und ich schmecke beim Essen."
JWvG

Damals mit Joe in Italien. Prost.
Wir eröffnen mit Antipasti und Fisch und versuchen dabei, grade zum Auftakt das Menüs, das vom Großkreuzträger des Weimarischen Hausordens geforderte Gefallen des Auges zu treffen, dabei aber auch dem Geschmack in mannigfaltiger und erquickender Form zu huldigen.

Törtchen aus Zucchini, Aubergine und Paprika mit gebratenem Seehecht und Zitronenöl, zum weiteren optischen Erfreu zieren Wildblüten das Aufgetellerte.
Der dazu gereichte Wein stammt vom ziemlich neuen Bio-Weingut Villa Caviciana und huldigt seinerseits Goethe. Der Filippo erhielt seinen Namen daher, dass Goethe bei seiner Italienreise inkognito reiste und sich dazu Johann Philipp Möller nannte. Und eine Liebschaft, der Johann in Rom beilag, nannte in darob liebevoll Filippo. Der Filippo als Wein ist eine Cuvée aus Chardonnay und Sauvignon, die zart und sublim daher kommt und mit feiner Säure mephistoesk die 13,5% Alkohol kaschiert.

Weiter ging die Reise etwas rustikaler, mit einem Duett aus der Welt der Pasta. In den Nudelwettstreit ziehen ein zum einen eine Lasagne mit einem über vielevieleviele Stunden eingekochten Sugo, deren geschmackige Mitte ihre Aromentiefe aus der trainierten Wade eines in glücklicher Selbstverwirklichung aufgewachsenen Pfälzer Aberdeen Angus-Rindes zog. Und zum anderen eine besonders grün leuchtende Spinat-Fettuccine, die in ihrem Grünsein von einem intensiven Bärlauch-Haselnuss-Pesto Zuspruch erhielt. Weil es zur Pasta so schön passte, paarte hierzu weiter der Filippo.

Rustikal ragout es in der Lasagne und dabei grünt es so grün im Gewirr der Fettuccine.
Nachfolgend ging es hernach weiter mit einer eigenen kleinen Italienreise auf dem Teller, quasi eine kulinarische Selbstreflexion des Geschehens oder eine Spiegelung des Passierenden in einer inversen Ellipse, wenn Sie so wollen.

Im Hauptgang vereinen sich buttrige Salbeikartoffeln, die so wunderbar aus Norditalien stammen könnten mit einer Caponata, dem klassisch süßsauerscharfen Gemüseeintopf Siziliens, einem Ratatouille nicht unähnlich, mit einer Hasenkeule, lange und sanft geschmort in Prosecco mit Zitrone, Kräutern und Milch, ganz ähnlich der Art, wie man sie im Trentino findet.

Meister Lampe, an Knolle und Caponata.
Der Wein dazu stammt wieder von der Villa Caviciana und verweist auf schon obig erwähnte Liebschaft. Der leidenschaftliche Hobbygeologe und Aquarellist widmete sich auf seiner Reise nicht nur der faszinierenden Steinwelt, sondern auch der adretten Kellnerin Maddalena, so schrieb er doch: "Ein starkes Bier, ein beizender Tobak und eine Magd in Putz, das ist mein Geschmack."

Eben jene, da er sie aus welchen Gründen auch immer nicht Mephista nennen durfte oder nennen wollte, nannte er Faustina, um auch ihr die geheime Welt des Inkognitos zu zeigen und Verabredungen eine brave Unverfänglichkeit zu geben.

Der Wein, Faustina, ist eine wahrlich faszinierende Assemblage aus Sangiovese, was der Region huldigt, und Tannat, der große Rebe aus dem kleinen Anbaugebiet Madiran in Südfrankreich, welche Weitsicht und Kennerschaft in diesen Wein bringt und ihn zu einem wirklich runden und überaus köstlichen Wein werden lässt. Dunkel, intensiv, lang anhaltend mit einem feinen Spiel der beerigen und tanninigen Aromen - in Strömen soll er fließen, denn, so sagt der Freizeitfarbpsychologe Wolfgang: "Solange man trinken kann, läßt sich´s noch glücklich sein."

Zum Nachtisch war leider der Film voll, die Kamera außer Reichweite, die Verputzungsgier größer als das Dokumentationspflichtgefühl und der Löffel schneller als der Fotofinger. So denn unbefotot das Dessert in der Beschreibung:

In einem Glas stapelt sich tiramisuesk zunächst und zuunterst ein Biskuit, getränkt mit nussernem Geschnäps, darauf dann Beeren (Brom, Him und Johannis) sowie MiniKiwi, hierauf eine Creme aus Mascarpone, Macadamia und Joghurt, darüber ein knusprig Gekrümel aus Cantuccini und Amarettini, zum Schluss kapuziniert mit einer Haube aus Limoncelloschaum. 

Und dazu ins Glas kam der rote Süßwein von Villa Caviciana, der nun benannt nach dem echten Namen der römischen Liebschaft des begnadeten Thermometristen, Maddalena nämlich, auch aus der echten, weil autochtonen Rebe der Region gemacht wurde: Aleatico. Als würde man eine Schwarzwälder Kirschtorte trinken.

Fritzi, Flip und die Ladys.
Und mit ein paar Grappa ging er dahin, der Abend und das Erleben des Moments transformierte mit jedem weiteren Atemzug mehr zur Erinnerung - oder, wie es der hessische Tassologe und Tuschezeichner formvollendet formulierte: "Halte immer an der Gegenwart fest. Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit."

Mahlzeit!

noch nicht genug gelesen? Dann hier weiterlesen über unseren Toskana-Abend!

Steht ihnen nach der Lektüre der unbedingte Sinn danach einmal bei einem solchen Abend Partizipient zu sein und in der Mittigkeit aller Geschehnisse vollends in den Genuss zu tauchen? So zögern Sie keine weitere Sekunde und schauen Sie in den Reigen des Geplanten, was gar vorzüglich funktioniert durch einen Klick auf das unterstrichene und in Kapitellen geschriebene und mit einem Ausrufezeichen abgeschlossene Wort HIER!