Donnerstag, 11. September 2014

AuswärtsEssen - Huckebein

Das Huckebein stand schon lange auf meiner Liste. Wurde Zeit dort mal vorbei zu schauen.

Es befindet sich in der Amalienpassage und dort in den Räumlichkeiten des ehemaligen Bistro Terrine, einer wenn ich mich recht erinnere mit einem Michelin-Stern gekrönten Institution in der Münchner Gastrowelt.

Schön gradeaus ist die auf dem Restaurantschild ausgewiesene Richtung: Essen & Wein. Punkt. Bang. Und das stimmt auch. Schön geradeaus ist auch die Einrichtung - stilvoll schlicht, nichts Überladenes, coole Lampen. Nicht zu edel aber mit gemütlichem Style

Die Speisekarte ist klein und wechselt häufig. Die Auswahl der Produkte macht einen saisonalen Eindruck und es kommen immer wieder Meat-Cuts zur Verwendung, die etwas aus dem aktuellen Raster fallen - was mir sehr gut gefällt, da ich Dinge wie Kalbszunge, Ochsenschwanz oder Bries einfach extrem lecker finde und mich immer sehr freue, wenn ich das auf einer Karte finde.

Die Weinkarte macht auch Spaß. Nicht überladen aber vernünftig und intelligent bestückt mit einigen spleenigen Einfällen - einige Weine gibt es zum Beispiel nur in der 1,5 L Magnum. Wirklich angenehm ist die auffallend faire Bepreisung der Tropfen - und das grade und besonders bei den großen Flaschen - hier also klarer Tipp: Mit mehreren Leuten kommen und große Flaschen trinken. Oder ordentlich Durst mitbringen. Wir sind zu zweit und haben Durst dabei und ordern nach dem Cremant eine Magnum von dem von mir sehr geschätzten Chateau Phélan Ségur, 2004. Ein blitzblanker Saint-Estèphe, der nach dem Öffnen entspannt aufwacht. Die Tannine recken und strecken sich und werden im Verlauf der Flaschenleerung immer weicher und fruchtiger. Jedes Glas schmeckt anders. Ein toller Wein.

Wir futtern uns durch 4 Gänge und beginnen mit glaciertem Ochs, Pfifferlingen und Blattsalat. Der Ochs ist butterzart, der Salat frisch mit einem schön vertraut schmeckenden Dressing. Säuerlich, aber mit einer kräuterigen Cremigkeit - es erinnert mich auf beste Weise an das Dressing, das meine Oma gemacht hat - nur in moderner und besser. Guter Auftakt.

Als Zwischengang kommt Lotte, Ochsenschwanzpraline und Artischocke. Die Lotte ist perfekt gebraten. Die Ochsenschwanzpraline kommt als knusprig panierter Würfel. Mit der Artischocke ergibt sich ein herb-aromatisches Zusammenspiel. Spaß macht das!

Der Hauptgang: Mangalitza Kotelette, Pfifferlinge und Serviettenknödel. Das schmeckt nicht nur, das ist auch eine wirklich schöne Portion. Das gilt für die vorherigen auch. Ohne Fresslähmungsgefahr angenehm satt werden. Das Schwein ist etwas fest - aber geschmacklich dort, wo es hin gehört. Die Knödel: genau richtig und knusprig angebraten. Und alles stilsicher und angenehm unaufgeregt auf dem Teller arrangiert.

Hauptgang
Danach gibt es Käse und dazu einen schön süffigen Jurancon ins Glas. Ein würdiger Abschluss.

Käse und Jurancon

Angenehm und außerdem: 
Wie vorhin schon beim Wein erwähnt - Die Preise passen. Für die Zutaten und die Mühe in den Gerichten sind die Preise für eine Stadt wie München sehr fair (3 Gänge am Abend um die 35 Euro - Mittags um die 16 Euro - 4 Gänge am Abend um die 45 € - mit Weinbegleitung ca. 70 €).

Und auch der Service ist angenehm. Locker und entspannt und grade in Sachen Wein Sachkundig. Da irritierenderweise kaum was los (warum, verdammt noch mal?) war ergaben sich auch nette Plaudereien.

Und wenn mal Wetter wäre, dann könnte man auch draußen sitzen.

Und - wenn man am Abend dort einkehrt, dann kann man danach noch auf ein paar Cocktails ins Red Hot direkt daneben.

Fazit: 
Wieder hingehen! Leute hinschleppen und weiter empfehlen. Der Laden hat es verdient ordentlich voll zu sein.


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