Dienstag, 23. Juni 2020

Das Glückliche Dutzend


Liebe Freunde des MEATINGRAUMS!

Es geht langsam wieder los mit gesellschaftlichem Leben. Mit Ausgehen. Mit Genuss in Gesellschaft. Die Welt fährt zart wieder hoch.

Ich halte es aber für wichtig, dass wir den Start auch wirklich langsam und zart angehen und habe volles Verständnis dafür, dass überfüllte Räume grade weder einladend noch sicher wirken. Geht mir selbst im Erleben ja nicht anders. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, jetzt gleich wieder einen kleinen Raum mit möglichst vielen Menschen zu überladen. Muss aber ja gar nicht sein ... denn der Reiz kann ja auch grade im Kleinen, im Feinen und im Leisen liegen. Besonders, wenn man dabei schön laut Krach macht beim gesamtsinnlichen Erleben der Kulturinarik, über Geschmack und Musik!

Deshalb habe ich folgende Veranstaltungsserie erdacht: 

DAS GLÜCKLICHE DUTZEND

Eine Serie an Abendveranstaltungen mit je 12 Gästen, je einem Thema und einem darum gesponnenen, beglückenden Dinner (inklusive begleitender Getränke)! 

Bei der kleinen Gruppe muss sich auch im kleinen MEATINGRAUM keiner Sorgen um Abstände und zu viel Nähe machen.

Da die Türen nun wieder öffnen für feinkleine Veranstaltungen sind THE DOORS Pate für die ersten Termine der Serie "Das Glückliche Dutzend". Das heißt: Jeder Abend hat einen Song der Doors als Thema und das Dinner ist von selbigem inspiriert. Der Soundtrack ist klar.

Und das hier sind die Themenabende:

MITTWOCH, 15.07.2020, LIME MY FIRE (Klicken für mehr Info)

Limette trifft Chili. Ein richtig fresher Abend, bei dem wir uns geschmacklich einmal lässig um die Welt futtern. Von Südamerika bis nach Süd-Ost-Asien. Idealerweise magst du Fisch!

12 Plätze - 89€ pro Nase, inkl, der begleitenden Getränke

FREITAG, 31.07.2020, LOVE ME TEA TIMES (Klicken für mehr Info)

Klar ... man kann sich bei einer Tasse Tee trefflich entspannen ... muss man aber nicht. Tea & Food ... das sollte unbedingt eine neuer Trend sein. Die anregenden Bitterstoffe ergeben ganz wundervolle Geschmackskompositionen, die gleichzeitig ungewohnt und seltsam vertraut sind ... eine kulinarische Twilight Zone.

12 Plätze - 79€ pro Nase, inkl, der begleitenden Getränke

SAMSTAG, 15.08.2020, BEAN DOWN SO LONG (Klicken für mehr Info)

Bei "Bean Down So Long" geht es zack ... genau ... um die Bohne! Um nichts weniger! Interessiert sie nicht die? Das ist ein Fehler, womöglich ein schwerwiegender! Denn in der Bohne steckt Vielfalt, Kraft und purer Genuss!

Also auf zum BohnGusto!

12 Plätze - 89€ pro Nase, inkl, der begleitenden Getränke

FREITAG, 28.08.2020, THE ENT (Klicken für mehr Info)

Vierter Termin der Serie "Das Glückliche Dutzend" mit den DOORS als Quasi-Schirmherren.
Passend zum Ende der Doors-Serie: THE ENT! Endgültige Entengerichte. DuckTales zum Essen, inspiriert aus der ganzen Welt. Ente gut, alles gut! Ohne dich wird es Nacht, kleine Ente! Schwimm, kleine Ente, hinaus in die Freiheit! Schwimm mit! Es würde mich irre freuen, wenn wir diesen Schlussakkord der Serie gemeinsam genießen!

12 Plätze - 99€ pro Nase, inkl, der begleitenden Getränke

Spielt mit, seid dabei

Für Fragen, Anregungen und Buchung - Kontakt: eat@meatingraum.de

Lucky 12: The Ent


WANN:
Am FREITAG, 28.08.2020, 19:00 Uhr

WO:
Im MEATINGRAUM - Gollierstr. 38 im Münchner Westend (etwas versteckt zwischen Café Gollier und Osteria Bianchi).

WAS:
Vierter Termin der Serie "Das Glückliche Dutzend" mit den DOORS als Quasi-Schirmherren.

Passend zum Ende der Doors-Serie: THE ENT! Endgültige Entengerichte. DuckTales zum Essen, inspiriert aus der ganzen Welt. Ente gut, alles gut! Ohne dich wird es Nacht, kleine Ente! Schwimm, kleine Ente, hinaus in die Freiheit! Schwimm mit! Es würde mich irre freuen, wenn wir diesen Schlussakkord der Serie gemeinsam genießen!

DAS MENÜ

Aperitif
Kalte Ente 1 - OrangenZitronenMinzBowle

#1
DuckTea & RauchentenStrudel

#2
ThaiEntenSalat und Sommerrolle von der Ente

#3
SousVideEnte auf KarottenOrangenPü mit 5SpiceBlaukraut

#4
Kalte Ente 2 - OrangenJoghurtMousse mit Schoko und Vanille Crumble,
Orange Curd, ZitronenMinzPesto

!ACHTUNG!
Letale Unverträglichkeiten und nicht mit Pillen in den Griff zu bekommende Allergien bitte bei der Anmeldung erwähnen! ACHTUNG: Keine Veggie-Variante möglich bei dieser Runde!

Am Menü können sich aufgrund akuter Gründe Änderungen ergeben.

Dinner, begleitende Getränke und die anregende Atmo:  99 € 
(Anschlussdrinks nach dem Menü sind möglich, werden aber extra erfasst!)

Anmeldung unter: eat@meatingraum.de

Lucky 12: Bean Down So Long


WANN:
Am SAMSTAG, 15.08.2020, 19:00 Uhr

WO:

Im MEATINGRAUM - Gollierstr. 38 im Münchner Westend (etwas versteckt zwischen Café Gollier und Osteria Bianchi).

WAS:
Dritter Termin der Serie "Das Glückliche Dutzend". 

Bei "Bean Down So Long" geht es zack ... genau ... um die Bohne! Um nichts weniger! Interessiert sie nicht die? Das ist ein Fehler, womöglich ein schwerwiegender! Denn in der Bohne steckt Vielfalt, Kraft und purer Genuss!

Also auf zum BohnGusto!

DAS MENÜ

#1
BohnenSalat & BohnenKäseTortilla

#2
SzechuanStirfry von grünen Bohnen und Austernpilzen 
mit schwarzem Reis

#3
Sellerie im CoffeeRub auf Weißem BohnenPü, buntes Bohnengemüse

#4
MultiBohne: Tonka – Kakao – Kaffee

Digestif
TonkaEspressoMartini


!ACHTUNG!
Letale Unverträglichkeiten und nicht mit Pillen in den Griff zu bekommende Allergien bitte bei der Anmeldung erwähnen! 

Am Menü können sich aufgrund akuter Gründe Änderungen ergeben.

Dinner, begleitende Getränke und die anregende Atmo:  89 € 
(Anschlussdrinks nach dem Menü sind möglich, werden aber extra erfasst!)

Anmeldung unter: eat@meatingraum.de

Montag, 22. Juni 2020

Lucky 12: Love Me Tea Times


WANN:
Am FREITAG, 31.07.2020, 19:00 Uhr

WO:
Im MEATINGRAUM - Gollierstr. 38 im Münchner Westend (etwas versteckt zwischen Café Gollier und Osteria Bianchi).

WAS:
Zweiter Termin der Serie "Das Glückliche Dutzend". 

Bei "Love Me Tea Times" geht es um Tee. Und das extrem unlangweilig! Die zarte Bitternoten kitzeln spannende Aromen aus bekannten Gerichten und geben die Möglichkeit zu abgefahrenen Kombinationen. AB-GE-FAHREN!

DAS MENÜ

Aperitif
LongIsarEisTee

#1
Spicy KürbisSuppe mit ayurvedischem Vata-Tee, Erdnuss 
und KokosSchaum

#2
LinsenTabouléh mit MinzTee, RöstBeete 
und ZitronenKnobiJoghurt

#3
Darjeeling Risotto mit BluKo“ChickenWings“ in SouchonT-Tee-BBQ-Soße

#4
MachaPannaCotta mit PopCornSahne
Rote Grütze vom Früchtetee

!ACHTUNG!
Letale Unverträglichkeiten und nicht mit Pillen in den Griff zu bekommende Allergien bitte bei der Anmeldung erwähnen! 

Am Menü können sich aufgrund akuter Gründe Änderungen ergeben.

Dinner, begleitende Getränke und die anregende Atmo:  79 € 
(Anschlussdrinks nach dem Menü sind möglich, werden aber extra erfasst!)

Anmeldung unter: eat@meatingraum.de

Lucky 12: Lime My Fire



WANN:
Am MITTWOCH, 15.07.2020, 19:00 Uhr

WO:
Im MEATINGRAUM - Gollierstr. 38 im Münchner Westend (etwas versteckt zwischen Café Gollier und Osteria Bianchi).

WAS:
Der erste Termin der Serie "Das Glückliche Dutzend". Die Tür geht wieder auf für Veranstaltungen. 

Bei "Lime My Fire" treffen sich die Aromen von Chili und Limette und feiern gemeinsam eine hippieske Rock'n'Roll-Orgie! Sommerlich, Hot, aphrodisierend, sinnlich!

DAS MENÜ

Aperitif
Pisco Hot & Sour

#1Ceviche mit gegrillter Wassermelone

#2Süßkartoffel-Limetten-Suppe mit Chiliöl mit KokosCurryFontainebleau

#3LimettenCurry mit KorianderPesto und lecker Fisch (Catch/Decision of the Day)

#4CheeseCake mit LimeCurd und ChiliSchokoMousse

!ACHTUNG!
Letale Unverträglichkeiten und nicht mit Pillen in den Griff zu bekommende Allergien bitte bei der Anmeldung erwähnen! Gleiches gilt für den Wunsch nach einer Veggie-Variante!

Am Menü können sich aufgrund akuter Gründe Änderungen ergeben.

Dinner, begleitende Getränke und die anregende Atmo:  89 € 
(Anschlussdrinks nach dem Menü sind möglich, werden aber extra erfasst!)

Anmeldung unter: eat@meatingraum.de

Braai & Wine im Hirschgarten




WANN:
Am DONNERSTAG, 16.07.2019, ab 18:00 Uhr

WO:
Im Hirschgarten - genaue Location kommt bei Anmeldung!
Fangt schon jetzt an Gut-Wetter-Rituale in euere Tagesroutine einzuplanen.

WAS:
Yes! We will do it again! Es geht wieder los und man darf sich wieder treffen - und je draußener desto sicherer! Also treffen wir uns zum BBQ ... verzeihung ... zum Braai ... don't call it BBQ!

Wir sind ausgehungert nach schön rauchigem Miteinander. Und das GEHT JETZT JA WIEDER! Das zelebrieren wir in Zusammenarbeit mit den Kollegen von WEINEXOTEN. Der MEATINGRAUM spielt mit Klassikern der südafrikanischen Grillkultur und bringt folgende Schlemmereien an den Start:

VOM GRILL
Chakalaka-Burger, Nackensteaks im Coffee-Rub, Mushrooms, SehrGeilerBlumenkohl

BEILAGEN
CreamyPotatoSalad, VeryRedCabbageSalad, Brot, mariniertes Gemüse ... und diverse chön charfe Soßen


DESSERT
The Classic: AMARULA CHEESECAKE (mmmmh!)

Chefexot Andreas bringt dazu die folgenden Weinchen ins Glas:

WEISS
  • Waterkloof, Seriously Cool Chenin Blanc, 2015
  • Nitida, Wild Child Sauvignon Blanc (oaked), 2016
  • Saxenburg, Private Collection Chardonnay (oaked), 2012
ROT
  • Waterkloof, Seriously Cool Cinsault, 2017
  • Longridge, Premium Pinotage (oaked),  2013
  • Rainbow's End, Cabernet Franc Limited Release (oaked), 2015
Um Grillgeschirr und Gläser kümmern wir uns.

Was  sinnvoll wäre: 
Bringt euch idealerweise Decken, Matten, Hocker mit ... das ist bei einem draußen stattfindenden Braai-Event nie verkehrt um sich stilsicher auf dem Boden hinfletzen zu können. 

Wein und Grillgut satt gibt es für zartgegarte 59€.

Anmeldungen bitte an: a.metz@weinexoten.com

Die Anmeldung ist vollends gültig, wenn der Beitrag auf folgendes Konto eingezahlt wurde:



Kontoinhaber: Andreas Metz
IBAN: DE90 2702 0000 1521 4581 56
BIC: VOWADE2BXXX

Wir freuen uns narrisch auf euch!

See you there!

Montag, 25. Mai 2020

Heute in einem Jahr - Folge 35: 25.05.2021

Turbulente Zeit. Viel zu tun, viel zu planen, lange Tage, kurze Nächte. Fallen durch die Zeit. Ein taumeln durch den Tag. Gibt ja solche Phasen. Über Träume konnte ich da kaum nachdenken. Beim Fallen ins Bett blitzen noch Gedanken zu Post-Its auf und als der Kopf das Kissen traf waren sie nur noch diffuser Nebel.

Am Wochenende stand ein dringend notwendiger Familienbesuch auf dem Programm – und der entschleunigte die Turbulenz wieder. Ist ja eh irre, wie sich in einer vermeintlich entschleunigten Zeit dann doch plötzlich wieder ein solcher Termin-To-Do-Berg zusammenwahnsinnt. So war das Zubettgehen gestern Abend ein entspanntes und ehrlich müdes und das vor einem so gut wie terminfreien Tag. Geschmeidig glitt der Verstand hinüber und ich schwamm los. Ich mag es sehr, wenn sich mein Verstand in den Schlaf schwimmt. Gleichmäßige Kraulzüge sind unendlich meditativ. Nach einer Weile verwandelte sich das Schwimmbecken in eine Meer, der blaue Himmel in einen Sonnenuntergang, aus Kraul wurde Schmetterling und aus mir logischerweise ein Delphin.

Als mir das klar wurde machte ich direkt ein paar kuriose Sprünge aus echt schnellem Geschwimme heraus. Nach ein paar Salti wechselte ich vom Springen zum Tauchen und freute mich über die sich im Wasser brechenden Sonnenstrahlen des roten Abends. Ein wunderbares Gefühl unendlicher Freiheit. Ich grüßte ein paar bunte Fische, gab einem entspannt vorbei ziehenden Wal-Hai ein Flossen-High-Five und sah dann einen riesigen Oktopus vor mir. Er winkte und gibt mir ein Zeichen zu ihm zu kommen.

„Grüß dich!“ sagte der Oktopus.
„Hi!“ sage ich.
„Wo?“ fragt der Oktopus.
„Echt? Echt jetzt?“ frage ich.
„Tschuldigung!“ sagt der Oktopus „aber das ist so was wie ein Reflex ... ich kann nicht anders!“ Er macht eine seltsame Bewegung mit seinen Tentakeln, die wohl so was wie ein schulterloses Schulterzucken sein soll.
„Kenne ich ... so was muss dann raus ... vollkommen verständlich“ sage ich.
„Ich hab da was für dich“ sagt der Oktopus und streckt mir ein Tentakel entgegen, an der ein lila Post-It hängt.


"Hallo! Wir haben uns entschieden uns mal kurz in deinen Astral-Feed zu hacken, da wir es für notwendig halten, dir Mal eine andere Sicht in die Zukunft zu zeigen. Dein Parallel-Ich zeigte dir bisher hauptsächlich positive Zukunftsvarianten ... wir müssen dir aber leider sagen, dass die Wahrscheinlichkeit für diese Szenarien sich auf einem fast schon exponentiellen Sinkflug befindet ... wir zeigen dir jetzt eine Variante aus dem oberen Perzentil der futuralen Probabilitätsprojektion.
Grüße!
Die Oktopoden“

„Wow! Heyhey ... haben wir Zeit für ein paar Fragen? ... ich hätte da welche!“ sage ich.


"Eigentlich nicht ... aber schieß mal los!“


„Wer ist denn das Parallel-Ich? Der Selbe, wie mein Future-Ich?“ frage ich.


"Das soll er dir erklären! ... Hups – unser Hack wurde bemerkt, wir fliegen aus der Le/ .....“

 „Hallo? HALLO?!“ frage ich und sehe in dem Moment ein vorbei schwimmendes lila Post-It mit einem aufgemalten Fenster, durch das ich hindurch schaue.

Ich finde mich an der Ausgabestelle der Tafel am Münchner Großmarkt. Die Schlange ist wahnsinnig lang. Hoffnungslose Gesichter und traurig blickende Kinder. Hätte mein körperlos schwebendes Ich einen Magen, er würde krampfen.

Die Luft ist schlecht und entlang der wartenden Menschen stauen sich Autos an LKWs.

Mir fällt ein Plakat auf, das ich im ersten Moment für ein Wahlplakat halte, weil der Kopf von Friedrich Merz ernst darauf drein schaut, was konsequent ist. Seine versuche zu lächeln schauen immer extrem gruselig aus. Es ist aber kein Wahlplakat. Ja, was ist das eigentlich? Ich schaue genauer hin.

Auf dem Plakat steht: „Die Verlängerung der Arbeitszeit bis 75 war der richtige Weg – genau wie die vollkommene Privatisierung der Rente und des Gesundheitssystems. Die Bürger werden mit unserem Programm Blackrock21 dabei perfekt unterstützt.“ Unterschrieben ist das ganze mit „Friedrich Merz, Bundeskanzler, Widerstand 2020“.

Ein weiteres Plakat wirbt für das Bauvorhaben eines neuen Atomkraftwerks in Garching. Im Plakat daneben winkt ein Zigarre rauchender Manager-Typ aus einer mächtigen Mercedes S-Klasse. Darunter der Slogan „Den Rauch genießen – der neue Diesel“.

Jetzt gelingt das Kunststück: Der Magen meines körperlosen Ichs krampft und mir wird speiübel.

Ich will mir das nächste Plakat in der Reihe, von KraussMaffei, genauer ansehen, da sehe ich den Post-It, der daran klebt:

"... dies ist eine unsichere Verbindung ... bitte kontaktieren sie ihren Administrator ...“

Dienstag, 19. Mai 2020

Heute in einem Jahr - Folge 34: 19.05.2021

Ich muss sagen – dieser letzte Blick in die Zukunft, den mochte ich ... bei dem Gedanken an Philipp Amthor als bescheuert verknallter Mastermind hinter allen Verschwörungen, da muss ich immer noch grinsen ... sicherheitshalber sollte ich die Geschichte einfach selbst schreiben ... bei all den Paradoxa und Inkongruenzen. Das nehme ich mir einfach mal für morgen vor.

Schlecht geschlafen habe ich trotzdem. Manchmal braucht es dafür ja auch keinen konkreten Grund. Es war wieder so, als hätte ich das Einschlafen verlernt. Ich hasse das ... man liegt wohl gebettet ... und schläft einfach nicht ein. Irgendwann rutschte ich dann, wie immer in solchen Situationen, in unruhige Kurzschlaf-Episoden mit wirren, halbwachen Träumen. Dieses Mal ging es um Verfall. In einer Sequenz hielt ich ein flammendes Plädoyer für Nachhaltigkeit und darüber, wie bescheuert es ist, sich jedes neue Apple-Notebook kaufen zu müssen, und dass meines dieses Jahr seinen 8. Geburtstag feiern wird ... kaum gesagt fing das Notebook an zu verfallen und verwandelte sich in eine Art Computerzombie.

In der nächsten Traumepisode lösen sich meine Backenzähne auf ... das ist sehr ätzend. Ich gehe zum Zahnarzt. Der Zahnarzt beginnt zu bohren. „Da ist irgendwas!“ sagt er. „Da ist ... da ... da ist ja eine Tür unter ihrem Backzahn ... warten sie ... ich klingele mal!“ Er klingelt. Es klingelt.

Es klingelt in meinem Kopf. Ich gehe zur Tür und öffne. Vor der Tür steht mein Zahnarzt. Ich bitte ihn herein und serviere im Tee und Gebäck. Ich habe den Eindruck, der Zahnarzt schaut mit einer Mischung aus Vorwurf und Skepsis auf die Kekse. Das versuche ich lächelnd zu ignorieren und widerstehe dem Drang mit der Zunge an meinen Backenzähnen rumzuzüngeln ... auch aus einer recht manifesten Angst davor, dass es in meinem Wohnzimmer feucht werden könnte. Ich möchte Tee einschenken. Auf der Teetasse klebt ein Post-It:

"Wir machen heute noch Mal was Positives, oder? Nach der Nacht?!
Dein Future-Ich“


Dieses Mal öffnet sich ein Fenster direkt in der Teekanne und ich sehe strahlenden Sonnenschein – logisch – ist ja auch die Sonnengruß-Yogi-Teemischung.

Ich fliege körperlos durch die Baaderstraße und erfreue mich wieder an der Vielzahl kleiner kreativer Geschäfte. Ich fliege durch die saubere Luft vorbei an einem kleinen Café, das „Dolphin & Octopus“ heißt. Daneben ist eine kleine Agentur, sie heißt „dotorgpunktcom.de – Agentur für Alles und gegen Eintönigkeit“- da schaue ich mal kurz rein, weil mir der Name so gut gefällt.

Ich höre den Gesprächen der Leute im Raum zu und versuche mir einen Reim darauf zu machen, was die wohl anbieten könnten. Gar nicht so kompliziert. Sie haben sich auf Burn- und Bore-Out-Prophylaxe spezialisiert und bieten Firmen Konzepte an, die dabei helfen, Mitarbeiter nicht zu verheizen oder sie in Phasen, in denen weniger zu tun ist zu verlieren. Das bunte Team aus Psychologen, Diplom-Sportlehrern, Philosophen, Köchen, Finnoukristen und noch ein paar weiteren Spezialisten und Allroundern bietet dabei Einzel- und Gruppencoachings an und hilft Mitarbeitern dabei Leerlaufphasen sinnvoll zu nutzen und ihre Work-Life-Balance so zu planen, dass es da eine tatsächliche Balance gibt. Wieder eine gute Idee.

Ich schwebe weiter in die Kaffeeküche. Neben der Kaffeemaschine steht ein Typ mit leichtem Hipster-Einschlag. Er zieht was aus seiner Jacken-Innentasche was ausschaut, wie ein silbernes Zigaretten-Etui. Er öffnet es und nimmt ein cremefarbenes Origami-Papier heraus. Während er auf seinen doppelten Espresso wartet faltet er mit schnellen und sauberen Bewegungen eine winzig kleine Espresso-Tasse aus dem Papier. Als der Kaffe fertig ist, stellt er das kleine Origami-Kunstwerk auf die Maschine und setzt sich mit seinem Espresso auf eine mitten im Raum hängende Schaukel. An der Wand steht in karolingischen Minuskeln: „Schnauze voll? Erst mal schaukeln!“

Hier würde ich auch arbeiten, denke ich und werfe einen Blick auf die gut gepflegte La Marzocco Siebträgermachine. Ein Post-It klebt an ihr:


"Morgen wieder!“

Weiter mit Folge 35

Montag, 18. Mai 2020

Heute in einem Jahr - Folge 33: 18.05.2020/21

Die letzte Post-It-Reise hat mich schwer irritiert zurück gelassen. Ich habe ja wirklich eine Schwäche für verschrobene Science-Fiction, gerne mit sehr viel visionärer Pseudo-Wissenschaft. Aber das hier? Das ist schon hart zu ertragen. Und dann diese ständigen Andeutungen. Oktopoden. Nanobots. Delphine. What? What? What? Was denke ich ... oder mein Future-Ich ... oder wer immer der Typ auch ist, der mir da Zettelchen schreibt ... was denkt der sich dabei? Will er ... oder es? ... vielleicht ist das ja gar kein Mensch der da kommuniziert? ...  mich nur verwirren.

Gedanken darüber haben mich das ganze Wochenende durch begleitet. Am gestrigen Sonntag habe ich dann versucht der Irritation über die vage angedeuteten Zukunftsszenarien Irritation in Form von koreanischen Rache Filmen entgegen zu setzen. „Sympathy für Mr. Vengeance“ und „Oldboy“ ... das hat ganz zuverlässig Gegenirritation gebracht. Aber nicht genug. Beim Zubettgehen kamen die Andeutungen über die Zukunft wieder hoch. In meinen Träumen mischte sich eine Demo von Verschwörungs-Doofs mit der legendären Hammer-Szene von Oldboy, in welcher sich die Hauptfigur nur mit einem Hammer bewaffnet durch eine ganze Armee von Gegnern prügelt. So prügelte ich mich auf einer dieser Demos durch eine Armee von Blödsinn salbadernden Esoterik-Ottos, Impfgegner-Wirrköpfen und Querdenker-Bommel-Trägern. Allerdings nutzte ich keinen Hammer sondern eine rund 150 cm lange Fleischwurst auf der  „Mindesabstand“ stand.

Die Demo war auf der Theresienwiese und ich schlug mich zur Bavaria durch. Dort angekommen traf ich Attila Hildmann, der meinte, die Wurst sähe lecker aus und ob er wohl ein Stück davon haben könne. Logo! Wurst kann Brückenschlag und Element der Verständigung sein, das sagte ich ja schon immer. Als ich ein Stück abschneiden will fällt mir der Post-It am Wurstzipfel auf:

"Wurstzipfel war schon immer eines meiner Lieblingsworte!“


„Meins auch ... aber das ist ja irgendwie nicht sonderlich verwunderlich!“ sage ich.


"Stimmt! Aber auch nicht zwingend, wie gesagt ...“

„ ... es ist kompliziert!“ ergänze ich.

"Richtig! Ist es. Tut mir leid, dass das alles verstörend ist – deshalb hast du heute die Wahl: Magst du lieber einen Blick in eine versöhnliche Zukunft werfen oder magst du mehr Irrsinn und Irritation? Heute hast du die Wahl!“

Ich muss nicht lange überlegen. Mir ist nach Versöhnlichkeit! Ich glaube, ein Blick in eine positive Zukunftsversion tut mir in der aktuellen Situation besser, als noch mehr irritierende Absurditäten. Und sehr gerne würde ich noch mal eine Runde durchs Viertel smoothen!

"Wäre auch meine Wahl gewesen! Na dann viel Spaß bei der heutigen Runde – ich hoffe, du ziehst daraus etwas Beruhigung, Kraft und Motivation!
Dein Future-Ich“

Ich blicke auf das nun mit einem Fenster bemalte Post-It am Wurstzipfel, es öffnet sich und ich finde mich in einer schon bekannten Perspektive. Ich sehe mir dabei zu, wie ich mit dem schnittig flotten Elektro-Lastenrad geschmeidig durchs Westend smoothe. Ich halte vor einem Laden in der Ligsalzstraße. Er heißt „Die Weltverbesserei“ mit dem beschreibenden Zusatz „Laden für Nachhaltiges, DIY-Zeug, Ent-Idiotisierungsmaterial und Mescal - Guten Kaffee gibt’s auch!“

Klingt super. Ich folge mir beim Betreten des Ladens und schau mir zu wie ich mich setze und dem Nachbar hinter dem Tresen winke, wortlos-wissend nicken beide und wenig später steht ein Kaffe vor mir, den ich aus eigener Erfahrung direkt als großen Triple-Shot-Cappuccino identifizieren.
Neben diversen Kaffeespezialitäten kann man in dem Laden bunt gemischte Produkte aus nachhaltiger Produktion kaufen, die meisten gefertigt von Produktionskollektiven aus dem Viertel. Es gibt auch interessante Produkte aus dem Rest der Welt ... zum Beispiel sehr stylische Messer, die aus altem Panzerstahl geschmiedet wurden.

Auf dem Tisch fällt mir ein hübsch aufgemachtes Zine, also ein verlagsfrei und in Eigenproduktion erstelltes Magazin, auf. Es heißt "AntiIdiotikum". Ich schaue mir beim Lesen über die Schulter. Der Artikel, den ich mit mir mitlese heißt „Andi, es war alles nur für dich!“

Ich fasse den Inhalt kurz zusammen. Geschrieben wurde der Artikel in der Ich-Form. In der Geschichte ging es darum, dass die ganzen Verschwörungstheorien, die Mitte 2020 so geballt zusammen kamen ganz gezielt gestreut wurden als ganz bewusste Verschwörungstheorie-Verschwörung (VTV). Initiiert ... oder besser orchestriert wurde das alles von Philipp Amthor von der CDU. Grund für diesen Aufwand: Er wollte den Fokus der Aufmerksamkeit möglichst weit weg von Andreas Scheuer wenden, in den er sich unsterblich verliebt hatte. Also sorgte er für möglichst viel Informations-Chaos und möglichst viele abwegige Theorien, mit dem Ziel, dass das nicht weniger abwegige Verhalten vom Verkehrsminister nicht weiter auffällt.
Gewagte Thesen ... die mir aber grade gegen Ende des Artikels gar nicht mehr so abwegig vorkommen. Blöderweise klebte direkt über dem Namen des Autors am Ende des Artikels ein Post-It:

"Morgen wieder!“
Weiter mit Folge 34

Freitag, 15. Mai 2020

Heute in einem Jahr - Folge 32: 15.05.2020

Ich war mit dem Bewusstsein ins Bett gegangen, dass ich wachsam sein muss um im Fall der Fälle selbst aktiv werden zu können, um Kontakt aufzunehmen. Stellte sich aber raus, dass das gar nicht nötig war. Ich war schnell eingeschlafen, fiel durch einen Strom nicht klar fassbarer Traumphantasmagorien, ging irgendwann durch einen großen Raum, der voller Koffer stand, ging dann durch ein Tür und stand in einem Geschäft, dass sich spezialisiert hatte auf runde Aquarien. Es war voll gestellt mit Varianten des klassisch runden Goldfisch-Glases. In der Mitte des Raums stand ein Goldfischglas von sicher 2 Meter Durchmesser, in welchem 2 bildschöne Koi-Karpfen ihr Runden zogen – ich ging zu dem Glas und sah den Post-It:

"Hallo!“


„Hallo!“ sage ich. „Bisserl einsilbig heute?“


"Ich bin noch immer beeindruckt über deine Kontaktaufnahme!“

„Und ich bin immer noch sehr irritiert, dass du offensichtlich den Kontakt zurück schraubst. Habe ich irgendwas falsch gemacht?“

"Nun ... es tut mir sehr leid. Du selbst hast nichts falsch gemacht. Aber leider viele andere in deiner Version der Welt. Ich muss dir sagen, dass es bei dir grade in eine falsche Richtung läuft – der Pangalaktische Rat hatte deshalb in einem Eilbeschluss zunächst verfügt, dass wir uns in unserer Informationspolitik lieber auf Parallelwelten konzentrieren, die grade besser unterwegs sind.“

„Scheiße! Das hab ich ehrlich gesagt schon befürchtet ... ich habe mich die ganzen letzten Tage schon gefragt, wie eine so coole Zukunft möglich sein soll, wenn sich auf den Straßen Verschwörungsspinner zusammen finden und die Politik keinen der Wege geht, die sinnvoll und logisch wären, sondern mit Anlauf zu dem vorherigen Stand der Dinge zurück will. Sehr schade!“ sage ich und merke, wie ich einen mächtig großen Kloß im Hals habe und sich im Augenwinkel Feuchtigkeit sammelt.

„Wir verkacken das, stimmt’s?“ frage ich

"Ehrlich gesagt: Es schaut so aus, ja! Aber ich sagte ja "zunächst" ... Ich habe nämlich trotzdem gute Nachrichten für dich!“
„Tatsächlich?! Wie das?“

"Nun! Zunächst war der Eilbeschluss des Rates auch für mich etwas überraschend. Letzte Woche hatte ich dir ja gesagt, dass ihr mehr Zeit bekommt – da war aber die rapide Entwicklung der Absurdität bei den Verschwörungsspinnern und die beknackten Ideen der Politik noch nicht so offensichtlich – deshalb gab es den Eilbeschluss. Ich habe nun beim Rat ein gutes Wort eingelegt, dass es den Informationsfluss weiter gibt. Ich meinte, dass es Hoffnung gibt aus der Tatsache heraus, dass aus deiner Welt das erste Mal die Kontaktaufnahme in die andere Richtung geklappt hat. Du warst nämlich nicht der einzige, der einen Weg gefunden hat. Da scheint in eurer Version der Welt was besonderes zu sein.“

„Was? Es gab noch mehr Kontaktaufnahmen in die andere Richtung! ... ist ja irre? Und jetzt? Ziehe ich daraus jetzt irgendeine Form von obskurem Arbeitsauftrag ... oder soll ich einfach mal abwarten, wie es jetzt weiter geht?“

"Ich würde sagen: Beides!“


Irgendwie scheint der gelbe Post-It seltsam zu grinsen.

"Deine Welt überrascht uns grade positiv und negativ. Ruhe dich das Wochenende aus und wir machen am Montag weiter – schauen wir mal, wohin das führt!“

„Ich in sehr verwirrt!“ sage ich. „Wie kann dich das alles überraschen, wenn du doch eine zukünftige Version von mir bist? Ihr müsst doch eigentlich wissen, was passiert ... sonst gäbe es euch doch gar nicht? Oder verstehe ich da etwas komplett falsch?“

"Oh ja. Da verstehst du einiges falsch. Einiges! Ist aber auch kompliziert, gebe ich zu. In einem Pangalaktischen Multiversum mit sub-astralen Verbindungs-Energie-Strömen kommt es immer wieder zu Raum-Zeit-Paradoxa, Logik ist immer relativ und die konsekutive Konsequenz in der Realität ohnehin illusionär!“

Ich habe das Gefühl, dass mir eine dünne Rauchsäule aus dem Ohr steigt. Ich sage irgendwas das ungefähr klingt wie „Gnrhgs?!“

Mein Blick fällt auf das große Aquarium.

Einer der beiden Kois schwebt direkt vor meinem Gesicht im Wasser. Er öffnet das Maul und in seinem Rachen klebt ein Post-It:

"Montag wieder!“

Weiter mit Folge 33