Montag, 6. April 2020

Heute in einem Jahr - Folge 18: 06.04.2021

Und wieder ein Abend voll in tollem Gespräch in der virtuellen Zoom-Weinbar. Hervorragend! Die Dichte des Gesprächs ... also nicht dicht, weil halt dicht ... sondern die Intensität ... bei der man keine Rücksicht auf eventuell mithörende andere Gäste nehmen und auch keine doofen Gespräche am Nachbartisch ausblenden muss. Das hat schon was. Das ist in jedem Fall schon jetzt ein Gewinn. Um 7:30 Uhr tut der nach wie vor funktionierende Wecker seine Pflicht ... als ich grade snoozen will sehe ich den Post-It am Wecker, auf welchen wieder ein Fenster gemalt ist – darunter steht:

"So, wieder mit der neuen Technik – dieses Mal auch auf Sicht gestellt. Viel Spaß am Dienstag. 06.04.2021.
Dein Future-Zini“

Zini, das Wuslon ... herrje ist das lange her. Jüngere Leser sagen mit absoluter Sicherheit und vollkommen zu recht: „Waaas?“ ... oder, wahrscheinlicher, mit einer Oktave höher: „Whaaaaat?“

Ich sehe eigentlich das gleiche Szenario wie gestern – ich bin Teil einer Zoom-Konferenz.

Es spricht eine resolute Dame, die offenbar Reni heißt. Und die engagierte Gruppe ist auch schon mitten drin in der Diskussion.

Reni: „... wir haben in unserer Runde gestern ja schon beschlossen, dass wir beim Urban Gardening im Westend weiter machen und tiefer gehen wollen!“

Rainer (mit ai): „Genau! Ich saß noch mit Reiner (mit ei) zusammen und wir hatten die Idee das ganze Thema „Energie&Strom“ da vielleicht noch mit rein zu nehmen und mal zu überlegen, wie wir das zusammen bringen können.“

Reiner mit (ei): „Wir dachten da an so was wie Bio-Gas aus zentralen Kompostierstellen, die man mit den Bio-Abfällen quasi füttern könnte. An den Solarzellen der kleinen Gewächshäuser kann man auch noch optimieren.“

Rainer (mit ai) nickt eifrig.

Mareike: „Sehr coole Idee. Wir hatten auch ne wilde Idee – nämlich Batterien auf Gemüsebasis. Wir glauben, wenn man ... sagen wir mal Kürbisse ... clever kreuzt, vielleicht auch mit Algen, dass man tatsächlich richtig viel Energie rausziehen kann. Basis ist die Apfelbatterie ... haben wir in der Grundschule gebaut ... erinnert ihr euch?“

Zustimmendes Raunen und wissendes Nicken geht durch die Runde.

Reni: „Ich finde ENERGIE als eigenes Thema super – wollt ihr das in die Hand nehmen und da mal die nächsten beiden Tage reinstecken um auszuloten was da so drin steckt?“

Reiner (mit ei) und Rainer (mit ai) nicken eifrig.

Mareike: „Sehr gerne!“

Uli: „Oh bei uns ist grade die Food-Delivery-Drohne vom Vietnamesen im Garten gelandet – ich hole das kurz rein!“

Jakob: „Ja, bei uns auch – die haben ihre Lieferzeiten echt im Griff!“

Reni: „Ja – hier auch! Dann wünsche ich uns allen guten Appetit – beim Essen, können wir ja vielleicht kurz über das Public-Pesto-Projekt an den Kräuterbeeten reden und über die Rezept-App.“

Es antwortet ein leicht unverständlicher Cocktail von kauenden „Gärmfs!“, „Klaros!“, „Wunnebars!“ und „Schbitzes!“

Ich blinzele kurz und sehe wieder meinen Wecker mit dem Post-It:

„Morgen wieder!“


Sonntag, 5. April 2020

Heute in einem Jahr - Folge 17: 05.04.2021

Kopfschwirrend war ich zu Bett gegangen. Dass nicht nach Ostern alles wieder ist wie vorher, das war mir ja klar – aber direkt zu sehen, oder besser: zu hören und zu lesen, wie weitreichend sich Veränderungen im Alltag bemerkbar machen, die direkt weiter verbunden sind mit dem ganz grundlegenden Thema des Gesundbleibens ... ja, das ließ den Kopf schwirren. Das machte sich in einem sehr seltsamen Traum bemerkbar, in welchem es um ein Ernährungsprojekt zusammen mit einer Schule ging. Die Klasse 11b sollte Salathopfen (ja ... hatte ich vorher jetzt auch noch nicht gehört ... ) züchten und der war komplett aus dem Ruder gewachsen – außerdem hatten sie ihre Fermentationsprojekte vernachlässigt, diese elende Saubande. Ich brachte alles in Ordnung und als ich aus der Tiefgarage herausfahren wollte fragte ich mich zunächst, welche abgefahrene Schule denn bitte eine Tiefgarage hat und wundere mich dann darüber, dass mich er unfreundliche Pförtner nicht rauslassen wollte, weil es schon nach 20:00 Uhr war. Ich stieg aus und schaute durch sein kleines Pförtnerhäuschenfenster, an welchem ein Post-It hing:

"Heute wieder mit Sicht. Es ist der 05.04.2021. Montag. Salathopfen ist übrigens sehr lecker und unheimlich gesund! Wird aber meines Wissens erst 2029 gezüchtet, da bist du ganz schön visionär unterwegs! Bleib dran!
Dein Future-Ich“

Ich schaue durch das Fenster und sehe die Galerie-Ansicht einer Zoom-Konferenz mit bisher 9 Teilnehmern. Ein Uwe-Christoph spricht:

Uwe-Christoph: „Hallo Alle! Ich begrüße euch zu unserer 3. Sitzung. Heute ist der erste Tag des Shutdowns – geht’s euch allen gut?“

Es antwortet ein bunter Cocktail aus „Na-sichers!“, „Klaros!“, „Aber100s!“ und „Logens!“

Uwe-Christoph: „Das freut mich zu hören! Auf der letzten Sitzung haben wir uns ja auf einen Namen für unsere Gruppe geeinigt: HoLöKo als Abkürzung für Home-Löt-Kollektiv sollte es sein. Gefällt uns der Name allen noch? Wir wollten das ja mal noch sacken lassen. Wenn ja, dann wäre das hiermit verabschiedet und als Punkt 1 der Tagesordnungspunkte erfasst!“

Es antwortet ein bunter Cocktail aus „Na-sichers!“, „Klaros!“, „Aber100s!“ und „Logens!“

Uwe-Christoph: „Ja wunderbar! Danke nochmals an Veli-Matti für den Vorschlag. Wie läuft denn deine Promotion über das „Onomasiologische Modell für kontrastiv-typologische Beschreibungen im modernen Finnisch unter besonderer Betrachtung der Implementierung von Neologismen“? – übrigens: Bester Promotionstitel aller Zeiten, wenn ich das sagen darf!

Veli-Matti: „Danke und Danke! Läuft! Die Beschäftigung mit dem suffixalen und kompositionellen Wortbildungsbereich ist zwar teilweise etwas fad – aber für so Sprachspinner wie mich auch echt interessant!“ Veli-Matti, ein blonder Typ, der viel zu jung für so einen Promotionstitel ausschaut lächelt scheu und ein wenig stolz.

Man hört einen bunten Cocktail aus „Jawolls!“, „Bravos!“, „Aber100s!“ und „Rock’n’Rolls!“

Uwe-Christoph: „Kommen wir direkt zu Punkt 2. Mit welchem Thema wollen wir uns denn die nächsten 10 Tage beschäftigen – oder wie lange die Geschichte auch dieses Mal dauern mag. Habt ihr Vorschläge dabei?“

Sabrina schaltet sich ein: „Ja tatsächlich. Als die Ankündigung für den Shutdown kam, saßen wir von der Quantenphysik grade zur Planung der Institutsfeier mit den Materialwissenschaftlern zusammen – und haben dann zum Abschluss „Zurück in die Zukunft 2“ angeschaut – und da haben wir gesagt: HoverBoard!“

Sören: „Also eigentlich haben wir gesagt, dass wir uns vielleicht mit Magnet-Schwebe-Technik beschäftigen könnten.“

Sabrina: „Jaja ... aber gemeint haben wie HOVER-BOARD!“

Es antwortet ein bunter Cocktail aus „Na-sichers!“, „Klaros!“, „Aber100s!“ und „Logens!“

Uwe-Christoph: „Entnehme ich der Reaktion, dass das Thema Magnet-Schwebe-Technik ...“

Sabrina: „... HOVER-BOARD!!“

Uwe-Christoph: „ ... das Thema Hover-Board auf breites Interesse in der Gruppe stößt?“

Es antwortet ein bunter Cocktail aus „Na-sichers!“, „Klaros!“, „Aber100s!“ und „Logens!“

Uwe-Christoph: „Gibt es noch andere Vorschläge?“

Nora: „Ich hatte mit der Mareike von den Botanikern noch über Bio-Batterien in Gemüse gequatscht ... das fand ich auch sehr interessant, aber erstens glaube ich, dass sie da selber schon ne Gruppe dazu hat und zweitens: HOVER-BOARDS!!“

Uwe-Christoph: „Das heißt, wir haben schon ein Thema für diese Phase?“

Es antwortet ein bunter Cocktail aus „Na-sichers!“, „Klaros!“, „Aber100s!“ und „Logens!“

Ich will noch einen genaueren Blick auf die Galerie-Ansicht der Teilnehmer erhaschen, sehe aber dann in dem Galerie-Fenster oben rechts einen virtuellen Post-It:

„Morgen wieder!“

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Samstag, 4. April 2020

Heute in einem Jahr - Folge 16: 04.04.2021

Der Wecker geht wieder. Hatte sich anscheinend nur verschluckt. So ein Wecker ist ja auch nur ein Mensch. Nach einem komplizierten Wecker-Reboot (Batterie raus, kurz warten, Batterie wieder rein) weckert er wieder wie er soll. Und heute Morgen klingelte er zur Wochenendaufstehzeit um 08:30 Uhr. An dem Wecker hing ein Post-It, auf das ein Fenster gemalt war und darunter stand:

"Schau heute mal hier durch – ist ne neue Technik, sollte aber genauso funktionieren. Es ist der 04.04.2021. Sonntag.
Dein Future-Ich“

Ich schaue durch das Fenster und sehe nichts. Es ist dunkel.

„Ich sehe nichts! Es ist dunkel! Funktioniert anscheinend nicht!“ sage ich.

"Ach sorry – steht noch auf Radio, stelle ich morgen wieder um. Dann hör doch einfach mal eine Runde zu.“

Ok, dann höre ich doch einfach mal eine Runde zu ... was höre ich denn da – es ist B5 Aktuell.

„ ... kommen hier also nochmals die Informationen zum nächsten Shut-Down, der ab morgen gilt. Die Frühwarnsysteme aus Abwasseranalyse, der What-The-Cov-App und der Haustestsysteme haben neue Gefahrenzonen für einen C-21-Ausbruch festgestellt. Der Raum München ist deshalb ab morgen wieder im Home-Modus. Diese Maßnahme ist prophylaktisch und für 10 Tage geplant. Bitte verfahren sie alle wie gewohnt, sie kennen das ja schon – keine Panik!“

„Dann ist das also nicht vorbei? Verdammt!“
"2021? Natürlich nicht! Wie hast du dir das denn vorgestellt?“

„Auf der Straße und bei dem, was ich bisher gesehen habe, da hatte ich gehofft, ...“

"Und das zu recht! Hoffen ist super! Ihr habt Wege gefunden, mit der Situation vernünftig umzugehen. Im ganzen System wurde vieles für viele viel besser. Aber damit ist die Bedrohung des Virus noch nicht komplett vorbei. So ein Virus ist eben hartnäckig.“

„Geht das jetzt für IMMER so weiter?“ frage ich.

„Für immer? Neinnein! Das wird schon auch wieder. Aber, meine Einschätzung: Diese Zeit ist eine wirklich wertvolle, da es ohne diese nicht zu so vielen sinnvollen Veränderungen gekommen wäre/kommen wird/kommen könnte. Ihr habt in der Zeit gelernt, dass nicht alles zusammen bricht, wenn man zuhause bleibt. Ihr habt gelernt, dass in Pausen extrem viel Kraft und kreatives Potential liegt und ihr habt verstanden, dass dieses Wirtschaftssystem, dass nur auf Gewinnmaximierung basiert Käse ist!
Du siehst ja in den nächsten Tagen, wie das so aussehen kann und dass in solchen Maßnahmen nicht nur Entbehrung und Verzicht liegen muss – ganz im Gegenteil.“

Mir schwirrt der Kopf. "Könnte"? ... Ich schließe die Augen und als ich sie wieder öffne sehe ich den Wecker, an dem ein Post-It hängt:

„Morgen wieder!“

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Freitag, 3. April 2020

Heute in einem Jahr - Folge 15: 03.04.2021

Vor einigen Tagen hatte ich ja die chinesische Martial-Arts-Mittelalter-Zombie-Serie KINGDOM erwähnt ... irgendwie ging das doch nicht auf für mich. Der Anfangsgroove ließ relativ schnell nach – und so habe ich auf der eskapistischen Unterhaltungssuche gestern mit PICARD begonnen. Und das mag ich bisher sehr. JL ist zwar merklich keine junge 68 mehr, aber insgesamt taugt mir das. So verbrachte ich einen ordentlich turbulenten Traum bei Jean-Luc im Cockpit als unvermittelt, mitten im Kampf gegen die alte romulanische Bird-of-Prey ein Post-It an der Scheibe der Brücke hing:

"Schönen guten Morgen! Heute ist der 03.04.2021. Es ist ein Samstag. Übrigens: Dein Wecker leuchtet ganz seltsam – ich glaube, der ist kaputt ... und ich befürchte du verpennst!
Dein Future-Ich“

Aha! Muss ich mir später man anschauen. Ich schaue mich um, wo ich heute gelandet bin. Das ist die Türkenstraße ... sehr schön, ich geistreise also durch das Univiertel und beschließe, das einfach mal so als Gesamtszenario auf mich wirken zu lassen und in meiner ätherischen Körperlosigkeit eine Runde zu flanieren.

Mir fällt auf, dass eine wirklich entspannte Stimmung in der Luft liegt. Entspannte Cafés mit entspannten Menschen. Ich habe auch den Eindruck, dass die Abstände zwischen den Menschen etwas größer geworden und die Cafés nicht mehr bis zur maximalen Auslastungsgrenze ihrer räumlichen Kapazität mit Sitzplätzen vollgestopft sind. Auch hier fallen mir viele kleine Geschäfte auf mit zum Teil wirklich abseitigen Geschäftsideen. Ich sehe einen Laden, der offenbar grade wieder zu macht. Er bietet „Modernes Ausdrucksklöppeln zu gregorianischem Zitterspiel und improvisiertem tibetanischen Oberton-Gesang“ ... okay ... da war vielleicht etwas zu viel HELM! Bei der Planung im Spiel. Aber immerhin: Jemand hatte den Mut das mal auszuprobieren ... und allein das finde ich gut.

Das ganze gelöste Gefühl, das die Straße durchweht lässt mich hoffen, dass sich tatsächlich im System etwas geändert hat und zwar wirklich ganz grundlegend. Das zeigt, dass Systeme geändert werden können, ja geändert werden müssen, von Zeit zu Zeit.

Aber noch nie, wirklich noch nie hat DER STARKE MANN, nachdem ja manche immer mal wieder rufen, irgendwas so geändert, dass es eine Änderung zum Guten für alle gab. Das ist verbrieft noch nie passiert, zumindest nicht im direkten Wirken. Wenn, dann immer erst im Nachhinein, wenn man das Chaos des starken Mannes dann mit viel Schweiß, Entbehrungen und Tränen wieder aufgeräumt hat. Was dieser starke Mann historisch noch nie hinbekommen und immer verkackt hat, das schaffte ja dann vielleicht ein winzig kleiner Virus, wenn auch wieder indirekt.

Da fällt mir wieder ein elektronischer Infoscreen auf: „Noch zwei Tage bis zum nächsten Shut-Down! Freut euch auf Yoga@Home – Neue Yoga-Matte? Jetzt 50% Rabatt beim Münchner Yoga-Matten-Studio – Jetzt mit individuellen Designs möglich!“

Als ich noch denke „individualisierbare Yogamatten ... auch ne ganz coole Idee“ sehe ich den Post-It am Screen:

„Morgen wieder!“

Ich wache auf. Das kleine Display meines Weckers  leuchtet ganz seltsam. Eigentlich hätte der um 07:00 Uhr klingeln sollen. iUwe (so heißt mein Handtelefon) zeigt 8:47 Uhr an.

Donnerstag, 2. April 2020

Heute in einem Jahr - Folge 14: 02.04.2021

Nach einem rund 3einhalb-stündigen Meating (ja, ich weiß, dass das viele mit „ee“ schreiben ... ist aber halt falsch!) via Zoom gestern Abend mit einem meiner besten Freunde, mit dem ich mich sonst viel zu selten treffe, weil wir beide immer viel zu viel zu tun haben, fiel ich gegen 02:00 Nachts echt müde gequatscht ins Bett – toll, dass wir das am Wochenende gleich wiederholen werden. Der Tag davor bestand hauptsächlich aus Excel-Tabellen in Form von Strukturierungen und Menüplanungen. Nach so einem Excel-Tag träume ich danach auch ganz gerne komplexe Handlungen in tabellarischer Form ... das ist sehr schwer zu erklären – vielleicht so: In jeder Spalte der Tabelle läuft ein anderer Film und jedes Kästchen ist eine Szene – und das kann man dann vertikal und horizontal gegeneinander verschieben. Das klingt anstrengend und kompliziert? Ist es auch ... aber auch spannend und aufregend. Ich sah grade eine Melange aus der Fahrradtour entlang der Isar vom vergangenen Sonntag, Once upon a time in Hollywood, dem Trailer von „der Schacht“ (unappetitlich!), der ScoobyDoo-Folge von Supernatural (Season 13/16) und Prinzessin Mononoke – als ich am Rand des überdimensionalen Traumbildschirms den gelben Post-It sah:
 : 

"Heute ist der 02.04.2021. Es ist ein Freitag. Viel Spaß! Dein Future-Ich“

Im überdimensionalen Bildschirm sehe ich mich wieder durch Münchner Straßen laufend – ha! ... das ist ja direkt vor der Haustür in der Urbanstraße. Ich sehe eine neues kleines Geschäft: „HUTEREI – Dinge für den Kopf!“ ... da schaue ich mal rein. Im Schaufenster ist tatsächlich genau mein Hut, zumindest das gleiche Modell wie der, den ich auf meinem Kopf am Dienstag sah, nur dass der hier türkis ist ... mit lila Punkten ... und einem Schildkrötenaufnäher (ich habe ein ganz seltsames Deja vu). Meiner war das gleiche Modell aber eben in einem  kanariengelben Jeans-Stoff. So ein toller Hut – und hier vor der Haustür wurde er von Hand gemacht. Hier habe ich den also her – und gleich freue ich mich noch etwas mehr auf die Zukunft.

Ich lausche mal in die Plauderei rein, die der Hutmacher, er trägt ein Namensschild, auf dem „Ralf – Headperson und Hutologe“ steht, grade mit einem Kunden führt. Ich höre lange zu, denn das ist ein wahnsinnig spannendes Gespräch über die Welt und wie sie sich verändert hat.

Ich fasse mal zusammen:
Ralf hat sich also auch den Traum eines Ladens erfüllt. Im Zuge der Einführung des Grundeinkommens und der neuen Gründerförderungen zum Ankurbeln der Wirtschaft hat er sich das getraut. Er betreibt ein Hybrid-Geschäft in dem er mehrere Leidenschaften und Passionen zusammenführt – die da wären:

HUTMACHEREI. Sein Vater war Hutmacher und das fand er schon immer faszinierend, hatte sich dann aber für ein BWL-Studium entschieden, da auch sein Vater meinte, dass das sicherer sei. Jetzt upcycled er Hüte, das heißt er verwendet nur Stoffreste und erschafft daraus was Neues – und das in enger Absprache mit seinen nerdigen Hutkunden.

SCHNAPS. Geistige Getränke wie Whisky, Rum, Gin und ausgewählte Obstbrände waren schon immer sein Hobby – in seinem Laden verkauft er ein kleines aber fein zusammengestelltes Sortiment, vornehmlich von kleinen Produzenten.

LITERATUR. Ralf hat offensichtlich ein Faible für Science-Fiction und Cyber-Punk-Literatur und hat zwei große Bücherschränke im Laden stehen, als eine Art spezialisiertes Mikro-Antiquariat. Bücher An- und Verkauf.

MUSIK. Das Plattenregal wurde offenbar grade erst aufgebaut ... es ist noch leer. Aber bei der restlichen Ausrichtung des Ladens freue ich mich schon in der Zukunft da mal durchzustöbern.

THC. In einem kleinen Vitrienenschrank sind 4 Sorten Gras ausgestellt. Dahinter ist ein erklärendes Schild: „Thalkirchener Bio-Dope aus eigener Zucht“ – ich lese die Sorten „LeichteFrühlingsmütze (sehr mild)“, „SommerFedora (mild)“, „BurningTrilby (kräftig)“ und „HELM! (Vorsicht! Stark!)“. So genau wurde das Thema beim mitgehörten Plausch nicht besprochen, offenbar wurde aber tatsächlich dieses eh total bescheuerte Marihuana-Verbot gekippt – nicht zuletzt auch deshalb, weil der Staat die damit verbundenen Steuern dringend brauchen konnte.

Ich schaue nochmals auf die Vitrine und sehe einen grünen Post-It mit einem Hanfblatt:

„Morgen wieder!“
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Mittwoch, 1. April 2020

Heute in einem Jahr - Folge 13: 01.04.2021

Heute kam kein Zettel. Ich habe mich sogar zwei Mal zum Mittagsschlaf gebettet und mich dazwischen noch mal kurz hingelegt. Aber nichts. Als ich dann beim obligatorischen Power-Nap nach dem Nickerchen vor dem eigentlichen Zu-Bett-gehen noch mal richtig einschlief, da träumte ich von einem runden Hochbunker, den ich mir zu einem sehr schicken Eigenheim habe umbauen lassen, ich stehe auf der umlaufenden Dachterrasse und schaue durch die Glaskuppel hinunter ins schmucke Hochbunker-Penthouse – an der Glaskuppel hing dann tatsächlich ein Post-Ist: 

"Heute ist der 01.04. April-April-Ha-Ha-Verarschungstag. Den mochte ich noch nie. Ur-Anstrengend!
Da ist so irrsinnig viel Blödsinn unterwegs im MultiDimensionStreamFeed – da ist mir das zu gefährlich ... ich hab selbst kurz überlegt, ob ich nen April-Scherz rausballern soll – dachte dann aber: Nö! Ich nicht auch noch! Besser nicht! Deshalb lassen wir das heute! Ist echt besser! Was ich heute schon für einen verdammten Mist lesen musste. Irgendwann isses doch auch mal gut! ... aber anscheinend braucht die Menschheit so einen April-April-Ha-Ha-Verarschungstag. Und nicht nur die Menschen ... grade die Oktopoden stehen wie bekloppt auf April-Scherze. Sie haben im E8-Gipfel den Antrag gestellt, in welchem sie fordern, dass Vertreter der Delfine künftig Tentakel-Mützen zur Ehrerbietung tragen müssen, wenn sie mit Oktopoden sprechen. Die Delfine fanden das saukomisch, denn die verstehen Ironie ... das Nanobot-Kollektiv versteht aber leider keine Ironie und die haben dann direkt eine Beschwerde wegen „anmaßendem Antrag zu Mützenfragen“ eingereicht. Und ...“

„Entschuldigung ... ich glaube du befindest dich grade wieder in einer unprofessionellen Abschweifung!“
  

„Was? Oh! Ähm ... da hast du ... ja ... jedenfalls wollte ich nur sagen: Heute gibt es leider keinen neuen Blick in die Zukunft!“

Und schon hängt da ein neuer Post-It, in rosa:

„Morgen wieder!“ 

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Dienstag, 31. März 2020

Heute in einem Jahr - Folge 12: 31.03.2021

Eine weitere wunderbar erholsame Nacht endete in einer ebenso wunderbaren Snooze-Traum-Serie. Führende Somnologen sagen ja, man soll die Finger von der Snooze-Taste des Weckers lassen und lieber sofort aufstehen, weil man dann fitter wäre. Von mir aus – aber dann verpasst man Snooze-Traum-Serien! Das habe ich ganz häufig dann, wenn mich der Wecker in einem Traum stört ... und häufig gelingt es mir dann durch gezieltes Snoozing den Traum zu verlängern und ihn gleichzeitig ziemlich bewusst und intensiv zu erleben. Dabei haut das Zeit-Traum-Paradox voll rein – auch wenn die Snooze-Phase nur 5 Minuten dauert kann in dem Traum ein ganzer Tag vergehen. Meine letzte Episode heute morgen fand in einer relativ war ein Road-Trip, entweder durch Texas oder Thüringen im Hochsommer ... das konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau erkennen. Die Sonne brannte und ich hielt an einem See um eine Runde schwimmen zu gehen – an dem See stand ein alter Bauwagen der unfassbar lecker duftende Bratwurst verkaufte. Da war es klar: Thüringen! An dem Verkaufsfenster hin ein Post-It:

"Guten Mittag. Heute: Mittwoch. 31.03.2021. Iss die Wurst erst nach dem Schwimmen und kühl dich ab, bevor du in den See springst! Sonst ist das ganz schlecht für den Kreislauf.
Dein Future-Du.“

Ich setze an dazu was zu sagen (hätte ich eh so gemacht) verkneife es mit aber, denn ich habe keine Lust auf eine Diskussion – ich schaue durch das Fenster:

Der Blick geht in den Aufenthaltsraum eine Krankenhauses in dem Schwestern und Pfleger entspannt bei einer Pause zusammen sitzen.

Alle machen einen ganz entspannten Eindruck und unterhalten sich.

Den Gesprächen  entnehme ich, dass es Teil des Konjunkturprogramms war, den Pflegeberuf ganz massiv zu pushen und europaweit neben dem Grundeinkommen von 1500€ pro Person die Regel eingeführt wurde, dass das Einstiegsgehalt von Pflegekräften bei dem Dreifachen des Grundeinkommens liegen muss, wobei der Anteil des Grundeinkommens beim Gesamteinkommen immer steuerfrei bleibt.

Die Anstellungsverhältnisse wurden deutlich flexibler für die Arbeitnehmer und gleichzeitig sicherer, da es so was wie befristete Anstellungen abgeschafft wurde. Das hat dafür gesorgt, dass viele, die den Beruf wegen Stress, Unterbezahlung und miesen Arbeitsverhältnissen an den Nagel gehängt hatten, nun wieder zurück kamen und gleichzeitig deutlich mehr eine Ausbildung in dem Bereich anfingen.

Während ich noch darüber nachdenke, wie sie das wohl hinbekommen haben, das System so massiv zu verändern und auf welchen Säulen die Finanzierung dafür steht, höre ich ein weiteres Gespräch.

„Am Montag geht es wieder los, glaubst du, dass das so wird wie das letzte Mal?“

„Ich glaube, es wird viel entspannter – wir sind dieses Mal ja wirklich viel früher dran und viel besser vorbereitet. Wir haben viel mehr Reserven bei den Betten, weil wir ja nicht mehr eine permanente Auslastung von 80% haben müssen und dieser ganze Effizienz-Scheiß ja Gottseidank abgeschafft wurde.“

„Ja, die Entscheidung plötzlich wieder genau das zu machen, was Kranke wirklich brauchen, das war komplett revolutionär.“

„Auch die Erkenntnis, dass viele tatsächlich einfach auch Zeit und Zuwendung brauchen und man das nicht in irgendwelche beknackten Kostenschlüssel packen kann.“

„Apropos – ich schaue nochmals bei Frau Mayer vorbei!“

„Bis später!“

Ich gehe dem Pfleger hinterher und sehe im Gang auf einem großen Infoscreen ein virtuelles Plakat, auf dem steht: „Freut euch auf den nächsten Shut-Down! In 5 Tagen ist es soweit für eine Runde ThePurge-Reverse! Me-Time und Frühjahrsputz, eine Reise ins tiefste Balkonien! Jetzt schon viel Spaß!“

Verwirrt bin ich während ich noch „WAAAAAAASSSS? WEITERE SHUT-DOWNS????“ denke, sehe ich an dem Info-Screen einen Post-It:


  „Morgen wieder!“
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Montag, 30. März 2020

Heute in einem Jahr - Folge 11: 30.03.2021

Herrlich geschlafen und gestern Abend im heimischen Couch-Kino endlich den neuen Tarantino angeschaut. Da hatte ich ja im Vorfeld vermieden mich zu informieren, um was es da genauer geht – und ich war sehr begeistert. Von den Bildern, der Atmosphäre und von der alternativen Realität – und als ich grade entspannt von einem Fenster in ein Paralleluniversum träumte hing an eben diesem ein gelber Post-It:

"Hallo. Heute: Dienstag. 30.03.2021.
Dein Future-Du.“

„Hey – wegen gestern ...“

" ... das war unprofessionell.“

„Vielleicht nicht so unbedingt sehr souverän ...“

„Sorry ... aber hier bei uns sind auch grade aufregende Zeiten.“

„Aha!“

"Ja.“
„Ja und jetzt?“

„Ich würde vorschlagen: Ich versuche bei Zeiten zu erklären, was ich erklären kann und bis dahin machen wir weiter wie bisher!“

„Ok!“ sage ich ruhig zu dem Post-It und wundere mich selbst über meine entspannte Gelassenheit.

„Echt? Ja gut! Dann: Morgen wieder!“


„Ey! ...Future-Ich ... jetzt lass mich doch wenigstens einen kurzen Blick auf den 30.03.2021 werfen!“

„Was? Achso ... Ja klar ... bitteschön! (Ich muss mich echt etwas mehr konzentrieren ... es ist aber auch stressig graden ...)“

„Ähm ... ich kann dich immer noch lesen ...“

„Hups ... Moment.“

Ich schaue durch das Fenster und folge einem Straßenverlauf. Mein zuschauendes Auge durchfliegt körperlos die Baaderstraße – anscheinend auf dem Weg zu meinem Lieblingsbuchladen, in dem ich viel zu selten bin. Durch die Scheibe des Ladens sehe ich, dass da wohl eine Lesung stattfinden wird. Es ist ein Tisch aufgebaut auf welchem Lebensmittel und sonstige Kochzutaten liegen und hinter dem kleinen Pult ... ja da stehe ich. Mit einem neuen Hut. Cool. Ein gelber Hut, zu den Schuhen passend. So einen suche ich ja schon ewig lange. Mir fällt ein Stapel an Kochbüchern auf mit dem Buchtitel, an dem ich grade schreibe.

Ich sehe weiter ein Plakat auf dem steht: „Lettuce be friends – Ein Abend mit Salat in Wort und Gemüse.“

Das Salatkapitel habe ich grade begonnen zu schreiben und war mir noch unsicher, ob das wirklich rein passt. Aber dann soll es wohl so sein. Mir fällt ein Post-It am Schaufenster auf:



„Morgen wieder!“

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Sonntag, 29. März 2020

Heute in einem Jahr - Folge 10: 29.03.2021

Heute Morgen ist kein Fenster erschienen. Ganz normal, wie geplant hat mich der Wecker um 09:00 Uhr geweckt. Kein Traum, in dem ich zu einem Fenster getaucht bin. Kein plötzlich erschienener Sims. Nirgends ein Post-It.

„Schade!“ denke ich und befürchte, dass diese spannende Verbindung mit der Zukunft vielleicht schon wieder vorbei sein könnte. Ich verbringe den Tag im wesentlichen wie geplant: Bastele eine Snoopy-und-Charly-am-See-Szene, beginne das Knödel-Kapitel im Kochbuch und plane mit KochKollegeKemmler weiter an Hörkunst von morgen. Nach einem, kleinen Instant-Ramen-Imbiss beschließe ich, dem ruf der ermüdeten Lieder zu folgen und bette mich zu einem 20minütigen Power-Nap. Routiniert döse ich weg und schaue dem diffusen Zimmer zu, wie es sich langsam auflöst – und da sehe ich ihn, den Post-It an meinem Fenster:

"Herrje! FRAG NICHT! ... das war vielleicht ein beschissener Tag. E8-Gipfel des Multiversum-Rates ... die Oktopoden waren stinksauer wegen des Forderungspapiers der Delphine ... und dann hat sich das Nanobot-Kollektiv eingemischt, obwohl die gar einen Redeslot gebucht hatten. Totales Chaos! Wie gesagt: FRAG NICHT!
Dein Future-Du.“

„Oktopoden? Nano-Bot-Kollektiv? WAS?“

"Ernsthaft: Frag nicht! Hier ... schau kurz auf den Montag, 29.3.2021!“

„Ehrlich ... du kannst nicht so ein Fass aufmachen und mich dann mit einem „FRAG NICHT!“ abkanzeln und mir dann so einen Schau-Halt-Mal-Hier-Durch-Brocken zuwerfen ... das ist ziemlich unfair! Du kannst doch nicht mit Nano-Oktopoden und einem Delphin-Kollektiv kommen und mir dann die 11jährige Nachbars-Moni zeigen, wie sie Risotto kocht, was sie in der Quarantäne gelernt hat!“

„Nanobot-Kollektiv, Oktopoden und Delphine ... und woher wusstest du das mit der Nachbars-Moni? Kinder, die kochen gelernt haben wollte ich dir heute zeigen ...“

„Ich hatte so eine Ahnung!“

"Verblüffend!“
Ich wende mich Richtung Fenster und sehe den Post-It:


"Morgen wieder!“

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Samstag, 28. März 2020

Heute in einem Jahr - Folge 9: 28.03.2021

Ganz und gar unerwartet führte mich ein besonders schräger Traum in ein Fenstergeschäft, da ich mir sicher war, nach einem Einkauf in der kleinen Käserei noch zwei oder drei Pfund Schiebe-Kipp-Fenster zu brauchen, weil man ja nie genau weiß dieser Tage, ging ich beherzt in den Laden und fragte den hinter dem Tresen stehenden Fensterfachgeschäftsmitarbeiter, was er denn da so da hätte, er zeigte mir ein sehr hübsches Exemplar in Türkis, an ihm hing ein Post-It:

"Grüß dich! Heute ist der 28.03.2021. Sonntag.
Dein Future-Du.“

Da ist mein Future-Ich ja nicht grade sonderlich gesprächig.

"Tschuldi ... bin heute knapp dran ... ich hab einen Speakerslot beim Raumkrümmungskongress."

Ähm ... Was?

"Erkläre ich dir wann anders – meine Drohne ist da.“

Uff! Ja sicher! Na klar!
Aber gut ... was haben wir denn da heute. Ich laufe an einem kleinen Ladenlokal vorbei, in welchem eine bunte Truppe an Menschen grade sehr geschäftig werkelt und renoviert. Zwei junge Leute sind damit beschäftigt die Blau-Rote Fensterbeschriftung abzukratzen ... man kann noch „... lternative für Deu ...“ lesen ... der Rest der Beschriftung ist schon runter. Ich höre dem Gespräch der beiden zu.

„Mega, dass wir den Laden bekommen haben – ich freue mich riesig drauf.“

„Die Ironie des Schicksals ist schon sehr lustig.“

„Finde ich auch, dass wir den Laden ausgerechnet in dem ehemaligen Büro der AfD aufmachen ... spitze ... wir dachten kurz dran den Laden „Alternative für Deine Ernährung“ zu nennen, meinten aber dann, dass wir lieber froh sind, dass die Trottel erst mal weg sind.“

„Kam ja schon etwas überraschend, dass die sich einfach so von heute auf morgen aufgelöst haben.“

„Naja ... wegen Irrelevanz geschlossen – aber krass wie sehr die wirklich gar nix beitragen konnten bei einer echten Krise ... das hat echt der letzte Trottel gemerkt.“

Ich freue mich und bin jetzt richtig gespannt, was da für ein Laden rein kommt. Ich höre den beiden noch weiter zu.

„Nachdem dann das Grundeinkommen kam zusammen mit der Sozial- und Bildungsreform ... da war die AfD so übel themenlos. Da war der Entschluss, dass sie sich auflösen fast schon bewundernswerte Konsequenz.“

„Trotzdem sehr lustig, dass wir jetzt ausgerechnet den Laden von denen übernehmen.“

„Hihihi – ja sehr! Ein syrisches Nachbarschafts-Café, in dem nur Geflüchtete arbeiten. Dazu arabische Delikatessen.“

„Auch klasse, dass sie damals diese fiesen Lager aufgelöst haben und die Integration endlich so dezentral organisiert haben, wie das sein soll ... und dass sie diese bescheuerten Arbeitsbeschränkungen aufgehoben haben.“

„Ja auch das hat den AfD-Ulfs ordentlich Wasser abgegraben ... schön, wie man eh miesen Argumenten beim sterben zuschauen konnte.“

Die beiden arbeiten gut gelaunt weiter.

Zwei andere hängen ein Schild über der Tür auf – darauf steht. „SAMAR – syrisches Café und Begegnungsstädte für interkulturelle Kreativität“

„Sag, was heißt noch mal SAMAR?“ fragt der eher westlich Aussehende der beiden Scheibenkratzer.

„Das kommt aus dem Arabischen und heißt ungefähr so viel wie „bis weit nach Sonnenuntergang aufbleiben und mit Freunden eine gute Zeit verbringen“ ...  kann man aber nicht so richtig übersetzen.“ antwortet der eher mittel-östlich Aussehende.

Eine paar andere Leute fangen an Tee an Passanten zu verteilen.

Ich will noch einen Blick durch die Scheibe ins innere werfen, da sehe ich einen Post-It:

"Morgen wieder!“

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