Sonntag, 19. Oktober 2014

Retrospektive - SupperClub13 - StreetFoodSafari

Auf Reisen ist das ja mit das Allertollste. Also jedenfalls für mich. Durch Straßen streifen und sich durch das Lokalkolorit von Straßensnacks futtern. Und jedes Land ... nein ... jede Stadt hat ihren ureigenen kulinarischen Fingerabdruck auf der Straße. Tausende winziger Garküchen in Bangkok, die Würstelbuden in Wien, bei denen man klassisch "A Eitrige mit am Gurkerl und an 16er Blech" (= Eine Käsekrainersemmel mit Gurke und eine Dose Ottakringer Bier) bestellt, die Fish&Chips-Buden in London, bei welchen man da schön fettige Zeug in Zeitungspapier gewickelt bekommt, DÖNER in Berlin .... undundund. Kulinarische Wonnen fernab steifer Sternetempel und ohne den Blick auf die Kalorienuhr. Das ist das Glück im Moment.

Die Tafel für die Momente des Glücks

Und daraus schöpfte der gestrige SupperClub. Bei manchen Gängen lasse ich in einem brutalen Auffahrunfall zwei sehr unterschiedliche StreetFoodKlassiker ineinander krachen, bei anderen Gängen bekommt der Klassiker einen neuen Anstrich oder wird einmal von links nach rechts gedreht - oder es wird ihm einfach ehrfurchtsvoll gehuldigt.

Danke an die bunte Runde - sehr lebendig und dynamisch war das. Absolute Qualitätsgäste, wie man sie besser und attraktiver nicht casten könnte.

Das Menü

Schaumer aber doch gleich mal rein.

ERSTER GANG - WienTokioBazong

Gleich ein ziemlich radikaler Auffahrunfall. Die oben erwähnte Eitrige rast ungebremst in Sushi. Wir haben auf dem Teller eine MakiRolle - statt dem normalerweise alles zusammen haltende Nori kommt BACON (den alles ist besser mit Bacon) zum Einsatz, liebevoll geflochten zu einem schicken Netz. In der Mitte: Käsekrainer. Alles zamm lecker im Ofen zur Knusprigkeit gegrillt. An der Seite des knusprigen Maki darf ein Nigiri nicht fehlen. Im Bazong setzt sich gebratene Blunzn (Blutwurst) auf einen Reiswürfel. Zwischen den FusionReisSpielereien schäumt munter milchiger Meerrettich.

Eine Wand aus Bacon 
Klassisches Sushi
Krosser Bacon um cremigen Käsekrainer
Voila: WienTokioBazong ... mit Pfefferon und Gurkerl

Das begleitende Getränk: Ein Bierchen! Das DETOX von der Münchner CrewRepublic Brauerei. Ein CraftBier. Ein leichtes IPA. Hopfig. Nicht zu bitter, wunderbar süffig mit einem hohen Awsome-Faktor. Das Bittere passt top zur allgemeinen Wurstigkeit, die sich in ganz unterschiedlichen Nuancen durch diesen ersten Gang pellt.

ZWEITER GANG - BangUnich

Der nächste Crash. Die nächste Wurst. Anders. Aber ähnlich radikal. Wir haben eine NudelSuppe, die sich am BangkokStraßenSuppenStilistik orientiert. Der Kollisionspartner im zweiten Gang: Eine Münchner Weißwurscht. Diese befindet in aufgespießter Gesellschaft mit einem WachtelEi, wurde thailändisch mariniert und leistet der Suppe eine erstaunlich vertrauliche Gesellschaft.

Ein Bayer in Bangkok. Sauwohl fühlt er sich dort.

Das Getränk dazu:
Eine GinTonic Spielerei. Der ThaiTonic. Der normale GT bekommt hier besuch vonChili, Zitronengras und Koriander.

DRITTER GANG - London im Nebel

Was ist typisch englischer als Fisch & Chips? Der hier gewählte Ansatz eliminiert die notorische Fettigkeit des Gerichts. Der Steinbeißer ist butterzart und umschlossen von einer leicht nussigen Panade. Das Ei wurde mit Tonic Water angerührt. Das erhöht die Fluffiness und bringt eine zart bittersüße Note. Dazu strecken sich Süßkartoffelstangen auf dem Teller keck einer WasabiRemoulade entgegen. Der Nebel kommt in der Gestalt eines Eissigsprays, welches lecker säuerlich auf den Fisch hernieder schlägt.

Rule, Britannia!
Dazu trinken wir einen Hacienda. Ein Chardonnay, wie ich ihn eigentlich überhauptnicht mag. Vanillig. Viel Eichenaroma. Breit. Erschreckend unsubtil. ABER: All diese Aromen vertragen sich sehr gut mit all dem, was auf dem Teller ist, mit dem Wasabi, dem Essig und der Süße der Süßkartoffeln. Dieser Wein und dieser Gang sind zusammen mehr als die Summe der Teile.

VIERTER GANG - Berlin Versace

Eines meiner absoluten schlechten Lieblingswortspiele. Oder Lieblichsschlechtwortspiele: Dönerteller Versace. Brüller. Könnte ich mich wegschmeißen und tagelang beömmeln, Dönerteller Versace. Japs. Ich kann nicht mehr ... achja ... nein? ... na gut ... es geht auch schon wieder ... Dönerteller Versace ... hihihihi ... 

Also ... was dönnertellert denn da.

Sehr klassich: Ein leicht mit Pfeffer, Salz und weißem Balsamico bedressingter Krautsalat. Grüner Salat. Schafskäse. Tsatsiki. Und dazu ein Pfannengyros vom Lammfilet. Etwas Koriander. Etwas Minze. Voila. Dönerteller, einer Donatella würdig.

die Frucht der Lenden von Antonio und Francesca
Als beigleitendes Getränk passt der "Iglers Blend" von Hans Igler aus Österreich. Eine harmonische Mixtur aus Blaufränkisch, Zweigelt und Cabernet Sauvignon. Viel Frucht, vor allem Kirsche, viel Körper und schöne Würze. Das passt alles besonders zum Lammgyros.

FÜNFTER GANG - New York im Herbst

Kein Streetfoodthemenabend ohne Burger. Das geht nicht. Und New York ohne Burger, das geht auch nicht. Ganz im Sinne einer saisonalen Küche bekommt der Burger einen herbstlichen Anstrich: HirschEntenPflanzerl, SteinpilzPesto, sautierte Pilze, gebratener Kräuterseitling und TrüffelBries. Yummy!

Oh Deer!
Der passende Wein kann nur der Duca Sanfelice aus dem Hause Librandi sein ... den hatten wir schon bei früheren SupperClubs am Start ... ein Wein wie ein Waldspaziergang im feuchten Mischgehölz, in welchem die Herbstsonne für warmwürzige Wuchtigkeit sorgt.

SECHSTER GANG - Café Paris

Nachtisch. Crêpes. In drei Varianten. Ein Tris di Crêpes also. Da kömmt zunächst mal ein NussPfannKuchenNougatMilleFeuille, begleitet von einem SchokoCrêpesRöllchen mit einer EspressoMousseAuChocolatFüllung und zuletzt ein KokosPanneKuchen mit MirabellenFüllung, gratiniert.

Flotter Dreier mit Panneköken
Dat Getränk: Ein DegistifCocktail. Ein EspressoMartini (klicken für's Rezept). Boah. Der macht mächtig Spaß und bringt final Laune in den Kopf.

Und mit einer Reihe Anschlussschnäpse endete der Abend. Spät. Sehr schön war's!

Weiter geht es mit SupperClub14 - Ein Herz für Rinder. Dem ersten vegetarischen SupperClub. Am 22.11. Ausverkauft isser - aber auf die Nachrückliste kommt man ganz einfach mit einer Mail.

Cheers! Kampai! Chok Dee! Salut!

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