Freitag, 10. Januar 2014

Dinermite - Endlich! Das hat die Stadt gebraucht!

Eine kleine Gastrokritik zum Wochenende.

Heute: Das Dinermite

Dinermite, das steht für einen ungeheuer liebevoll hergerichteten Diner im amerikanischen Trailer Style. Mit jeder Menge Alu, Ballonsitzecken, Hot Rods an den Wänden, Rockabilly aus den Boxen und Fleisch vom Smoker. Ja - die Herrschaften räuchern ihr Pulled Pork und ihr Pastrami selbst.

Die Karte ist voll mit Klassikern der Diner-Kultur - und der Laden verweigert sich der Verlockung als gefühlt 100ster neuer KultBurgerladen sich dem aktuellen FleischpflanzerlHype zu ergeben.

Sie konzentrieren sich auf altmodisches BBQ, auf echtes Fleisch, richtige Steaks und ernst gemeinte Sandwiches ohne Bussibussichichi. Das sind ehrliche Portionen, zubereitet von bärtigen Männern. Das ist richtig!

Teil des liebevoll eingerichteten Gastraums
adrette und hervorragend n das Interieur passende Schankfachkraft

Wir degustieren uns durch ein klassisches PastramiSandwich mit Sauerkraut, Gurke und getoastetem Sauerteigbrot, ein PulledPorkSandwich mit Krautsalat und Zwiebeln, probieren den CaesarSalad, die Sweet PotatoeFries und die FriedGreenTomatos. Schnelles Fazit: Das macht alles einen riesigen Spaß!


Differenziertere Betrachtung:
Das PastramiSandwich ist von edler Erhabenheit. Das Fleisch perfekt zart und hauch dünn geschnitten, dafür aber in jeder Menge Lagen. Perfekt harmonierende Säurenoten aus der Essiggurke und dem Sauerkraut. Das ist so, wie es sein soll. Das Brot korrekt getoastet, aber nicht trocken, sondern schön knusprig.


Das PulledPork, meine geheime Leidenschaft und der ungekrönte BBQ-König, ewig lange geräuchertes Schwein, dass so zart wird, dass man es mit den Fingern zerzupfen kann (deshalb ja auch "pulled"). Und so isses auch hier. Butterzartes Schwein mit köstlichem Raucharoma, in Kombination mit ColeSlaw und Zwiebeln. Das Schwein, das im Himmel sitzend seiner Verzehrung in dieser Form zuschaut, ringelt verzückt den Schwanz und grunzt zu sich selbst: "Es war ein gutes Leben!"


Die FriedGreenTomatos sind nur ganz zart anpaniert, haben ein firsches, leicht säuerliches Aroma und schmecken ... angenehm gesund! Mit leichtem Crunch. Schöne Beilage zu den mächtigen Sandwiches.

Die SweetPotatoeFries sind ... und auch auf die Gefahr jetzt als kritikunfähiger Hymnenonkel ausgebuht zu werden ... sind perfekt. Außen knusprig. Innen zart. Nicht versalzen. So gschmackig, dass es weder Ketchup noch Mayo braucht.


Der kleine CaesarSalad ist in einem Eispappbecher angerichtet. Das ist ulkig, lässt sich aber auf keinen Fall unfallfrei bewältigen. Man salatiert zwangsläufig auf den Tisch. Der Salat ist gut, das Dressing nicht ganz typisch Caesar. Ich vermisse das klassische Anchovis Aroma und für mich könnte das Dressing etwas mächtiger sein. Aber der Twist auf das Dressing macht den Salat deutlich leichter und bavarisiert in interessant. Ist das süßer Senf im Dressing? Wenn ja, macht er sich gut!

Zum Biere danach gibts noch eine FriedOnionRose - eine ganze große Metzgerzwiebel, zu einer Rose geschnitten und im ganzen frittiert mit zarter Panade und leckeren Dips - ulkige Alternative zu Onion Rings.

Noch ein Wort zu den Getränken: 
Es gibt jetzt keine wirklichen Überraschungen - aber die angebotenen Klassiker sind von der fähigen Koryphäe hinter der Bar stilsicher und auf den Punkt gemixt. Die Lynchberg Lemonade ist gefährlich süffig. Die Margarita, ein erfrischender Faustschlag auf die 12.  Der Whiskey Sour, kein Stück zu süß und verlangt, kaum ausgetrunken, direkt nach einem weiteren. Wer es AntiAlk mag: Die HimbeerHausLimo ist spitze, wie auch der selbst gemachte Eistee - auch hier sind beide Getränke auf herbe und durstlöschende Frische getrimmt und fein balanciert. Und zum süffeln gibt es hausgemachtes salziges Popcorn, promptenst vom flinkfreundlichen Service nachgefüllt.

Es gibt noch viel auf der Karte, was nach dieser erfolgreichen Erstverkostung nach baldiger Bestellung schreit: Wings, Rips, Steaks, die ganzen Frühstücksvarianten (EGG BENEDIKT!!).

Nichts wie hin ins Dinermite.

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