Mittwoch, 29. Juni 2016

Retroschmecktive: "Servus Piefke" mit Severin Groebner

Servus allerseits!

Es war noch so dermaßen voll im Kopf. Noch so unheimlich viel Restinspiration von unserem legendären letzten ÖstereichSupperClub Austria in a parallel Universe. Seit über einem Jahr schon brodelt es und will heraus und nun war es endlich soweit.

Unsere Verstärkung für den Abend: Severin Groebner, seines Zeichens in Frankfurt lebender Exilant aus Wien, der seine interkulturellen Forschungen in dem Großwerk "Servus Piefke" niedergeschrieben hat und aus solchem veranstaltungsbegleitend dozierte. Danke!

Danke auch an das abenteuerlsutige Publikum, das sich auf dieses experimentelle Happening mit gschmackigen Happen einließ.

Der philosophische Ansatz: Wir kochen österreichische Klassiker, die es geben sollte, und die aufgrund ihrer logischen Präsenz in einem parallelen Universum auch ganz sicher existieren und begleiten diese mit deutschen Weinen mit einem maximalen Piefke-Faktor.

Und piefkinesischer (so das korrekte Adjektiv zu "Piefke", merci Severin) als unser Aperitif kann es ja kaum sein. Wir trinken einen Fritz Müller, ein spritziger (Fri(t)zzante) Müller-Thurgau aus Rhein-Hessen, der ideal einstimmt, auf das was da nun kommt.

Fritz Müller gibt sich die Ehre
Danach schicken wir als Gruß aus der Küche ein rotes Monochrome mit Weißeinschluss, als Verneigung in Richtung Donaureich.

Wir grüßen mit Radieserln, wie wir wissen dem österreichischen Nationalgemüse, welches sie wären, gäbe es so etwas wie ein Nationalgemüse, dessen Einführung wir aber dringend empfehlen würden (lesen Sie diesen Satz bitte nicht zu oft ... das könnte Kopfschmerzen verursachen ... ich spürs schon). Das Radies hat Gesellschaft von einem unverschämt roten Salat aus Roter Beete, Rotkohl (aka Blaukraut ... aber das würde irgendwie die Dramaturgie kaputt machen), roten Bohnen, Erdbeeren und noch einigen Zutaten mehr, die dank der offensiv rumrotenden Roten Beete aber auch alle glaubhaft rot waren.

Nationalgemüse mit salatisiertem Rot
Der erste Gang: Paradeiser an der schönen grünen Donau

Die Donau in dem von uns besungenen Paralleluniversum ist, wegen einem biologisch hochinteressanten Algenbefall, grün gefärbt, was sehr hübsch aussieht. Die Donau-Algen sind sehr vitaminreich und schmecken leicht nach Gurke - was wir in Form eines GurkenGazpachos ins Glas bringen. Weil es nicht nur hübsch ausschaut, sondern auch dem etwas zu beknackt nationalistischen Gesetz des Paralleluniversum entspricht, dass IMMER und bei jedem Gang etwas Rotes gereicht werden muss, gibt es im Dialog dazu noch eine kalte ParadeiserSuppe. Außerdem gibt es noch farblich je antagonistische Brote: Einmal mit einem ForellenWasabiKräuterDip und einmal mit DonauLachsFrischkäse. Die Geschichte des Donaulachses ist eine Geschichte voller Missverständnisse für die leider an dieser Stelle der Platz nicht reicht, die aber bei ausreichender Nachfrage sicher irgendwann noch erzählt werden wird.

Paradeiser an der schönen Grünen Donau
Die Weine, die wir ausreichen, stammen alle vom Weingut Bruker im Württembergischen Großbottwar. Und die Weine huldigend, irgendwie auch schön passend zu dem vorausgegangenen Hessen, einem UrPiefke, nämlich dem GoetheJohnny. Und den Auftakt macht das Gretchen.

Das Gretchen: Eine wunderbar mineralische Cuvée aus Chardonnay und Grauem Burgunder
Nach dem ersten Gang und einer somit vorgenommenen Basissättigung des Auditoriums erhebt sich huldvoll Herr Groebner und lässt sonor einen ersten Einblick zu in seinen reichen Schatz von Anekdoten entstanden aus österreichisch-deutschen Kontaktsituationen. Das wiederholen wir mit pünktlicher Konsequenz nach jedem Gang. Besten Dank, Severin, für diese großartigen Ein- und Auslassungen.

Erhellend, unterhaltsam, hervorragend beobachtet und rundherum besonders LEIWAND. Eh²!
Der zweite Gang: Das Patscher Wanstel

Die Geschichte des Patscher Wanstel wurde ja in der Retroschmecktive Austria in a parallel Universe bereits erzählt. Apfel-Schwein aus der Gegend von Patsch am Brenner. Dieses Mal gibt es den Klassiker in einer Pulled Pork Variante und das Wanstel (Schweinebauch) bekam Gesellschaft von einem schönen Stück Nacken.

Dazu gab es ein SpargelRadicchio-Gemüse (sie erinnern sich ... das Gesetz ... deshalb der Radicchio ... rot) und einen lauwarmen ErdapfelSalat mit Gurkerln. Und als besonderes Schmankerl gab es ultraknusprig ausgebratene Schwartenwürfel als Topping. Release the Krackerl!

von links nach rechts: Krackerl, SpargelRadicchio, und das Gesamtgericht ... mit Kren.
Der hierzu passende Tropfen: Faust!

Der Dr.: Eine wirklich sehr gelungene Cuvée aus Cabernet, Burgunder & Syrah. Saftig und frisch mit schöner Kirschnote.
Zum Dessert gibt es dann logischerweise ein Wiener Schnitzel.
Da im Paralleluniversum Hawaii Partnerstaat von Österreich ist (Hawaii ist dort zu recht ein unabhängiges Land), erfreuen sich Ananas-Variationen sehr großer Beliebtheit. So auch das Wiener Schnitzel von der Ananas (in KokosKeksPannade) an  karamellisierten Apfel-Pommes und Erdbeer-Ketchup (rot!). Alles zusammen serviert in standesgemäßer Fernfahrerkneipenoptik. 

Wiener Schnitzel mit Pommes,
Der Wein hierzu ist logischerweise der noch fehlende Dritte im Bunde: Das Mephistel! Wir servieren das kleine Teufelchen leicht gekühlt.

Der würzige Mephisto arrangiert sich gut mit den süßen Aromen. Zur Traubenmischung schweigt der Winzer ... wir vermuten aber einen Trolloschée in der Mixtur.
Und mit den roten Tränen des stets verneinenden Geistes ging es in eine sehr lebensbejahende AfterHour. 

Bis bald wieder im MEATINGRAUM!

Donnerstag, 23. Juni 2016

Retroschmecktive: Bond, James Bond!

Sagenhaft, wie schnell die Zeit seit dem Bond-Abend rannte. Knapp über einen Monat ist das jetzt her, dass eine aufgebretzelte Gruppe von Agenten und Moneypennies im MEATINGRAUM der Bonderei frönte. Ein wunderbarer Abend, fürwahr!

Neben einem sich leicht aus den Bond-Titelsongs selbst befüllenden Soundtracks gab es noch kleine bondieske Zwischenlesungen von Herrn Kemmler - flimmernde Eindrücke des Abends gibt es übrigens auch in unserer ersten Video-Retroschmecktive.



Wir hielten uns bei den Cocktails streng und eisern an die klassisch hohe Alkoholmenge.
Das Menü stammt aus dem Buch "Moonraker" und ist das einzig vollständige Menü, das der Commander in all den Geschichten ordert - ansonsten hält er sich ja zumeist an Flüssignahrung, Kaviar oder ernährt sich von Luft und Liebe, also Bondgirls.

Unser Auftakt war der in den Daniel-Craig-Filmen zur Popularität gekommene Vesper-Martini, der allerdings genauso bereits im Ian-Fleming-Original von Casino Royale wie folgt bestellt wurde:

"Einen Moment. Drei Maß Gordon's, ein Maß Wodka und ein halbes Maß Kina Lillet. Gut schütteln, bis es eiskalt ist und dann ein langes dünnes Stück Zitronenschale dazu. Mitbekommen?"

Später kommentiert Bond den Drink mit den Worten: "Wenn ich mich – äh – konzentriere,‘ erklärte er, ‚trinke ich vor dem Abendessen nie mehr als ein Glas – das aber muss groß, sehr kräftig, sehr kalt und ordentlich gemacht sein. Für mich gibt es nichts Schlimmeres als kleine Portionen von was auch immer, insbesondere wenn sie schlecht schmecken. Dieser Drink ist meine eigene Erfindung. Ich werde ihn patentieren lassen, wenn mir ein guter Name einfällt."

Vesper im Werden
Ambitionierte Kochagenten
Der erste Gang basiert auf dem von Bond bestellten Räcuherlachs, der als Tatar serviert wird und Gesellschaft bekommt von zweierlei Kaviar und einem Onsen-Ei.

Liebe aus Moskau, Ei aus Japan, Kaviar, Lachs ... achja ... Agentenleben, gell ...
 Dazu gibt es den Wodka-Martini als Begleitgetränk.

Oliven beim Gruppen-Atemtraining für die Apnoe-Runde im Wodka

Wodka-Martini wie man ihn sieht, wenn man schon drei davon hatte
Als Hauptgang bestellt 007 Lamm, Spargel in Bernaise und Kartoffeln. Und genau das haben wir auch gemacht, weil er mit dieser Bestellung absolut recht hat.

Die Doppelnull süffelt dazu Schampanninger, einen 46er Dom Perignon. Und auch damit hat er absolut recht. Einen solchen fälschen wir liebevoll und schenken ihn beherzt aus der Magnum-Flasche aus.

Lamm, Spargel, Bernaise, Erdäpfel
eindeutiges Original
Beim Dessert isst James bescheiden - er muss ja auch nach dem Dinner noch in seinen Aston Martin passen. Und so bestellt er just a slice of Pineapple. Das machen wir auch, grillen sie aber mit Minzzucker, flambieren sie in Rum und geben ihr ein MangoSorbet zur Gesellschaft, außerdem Erdbeeren und Haselnüsse. Dazu gibt es Goldfingers Hausdrink: Mint Julep.

Pimped Ananasscheibchen
Das schöne ist: Mr. Bond kommt wieder.

Der nächste Bond-Event findet am Welt-Bond-Tag statt, dem 5. Oktober! Alle weitern Infos zum nächsten Bond - HIER!

Wer sich schon mal in Stimmung hören will - dem Soundtrack zum Abend kann man hier nachlauschen:



Freitag, 6. Mai 2016

Retroschmecktive - Ayurveda FoodWorkshop

NAMASTÉ!

Unlängst zelebrierten wir zusammen mit der Heilpraktikerin und Ayurveda-Expertin Ricarda Kinnen unseren ersten ayurvedischen WorkshopSupperClub. 

Das hat nicht nur einen riesigen Spaß gemacht, sondern auch die grauen Zellen mächtig in Bewegung gebracht. Spannend war, in ganz neuen Gewürz- und Zutatenkonstellationen zu denken, um Gerichte zu kreieren, die zu den 3 unterschiedlichen Doshas passen. Die drei Doschas (Vata, Pitta, Kapha) gelten als Regulationssysteme und Energieprinzipien, die sowohl in unserem Körper, in den Zellen, Geweben und Organen als auch in unserem Geist wirksam sind.

Verkürzt kann man sagen:
  • VATA steht für Bewegung 
  • PITTA steht für Stoffwechsel 
  • KAPHA steht für Struktur

Motiviert durch die tollen Feedbacks und der entsprechenden Nachfragen des Foodytoriums, haben wir gleich neue spannende Veranstaltungen gebastelt - aber dazu später mehr. 

Blicken wir zuerst zurück zu dem Abend vom 28. Mai.

Ricarda erklärt 
Das datenschutzrechtlich vorbildlich anonymisierte Foodytorium lauscht
Wir begannen mit einem Gruß aus der Küche: 2 Ananas-Chutneys, einmal mit Mango und einmal mit Chili, dazu Süßkartoffelwürfel und einen AuberginenChip. Die Süßkartoffelwürfel wurden mariniert in Kreuzkümmel, Kurkuma, Ingwer und einem Hauch Knoblauch. Eine Zusammenstellung, die auf alle Doshas positiv einwirken soll.

Dazu wurde als Aperitif gereicht eine Mixtur aus Koriander, Zitrone, Ingwer und Salzlake - aufgegossen mit einem schön knackigen Perlwein aus Rheinhessen. Oh du freudvolles Ayurveda.

Der Ingwer punktet hier gleich mehrfach mit seiner verdauungsfördernden und appetitanregenden Wirkung - ideal im Aperitif zum Start.

Das Namasté aus der Küche
Bevor es dann mit dem Menü weiter ging, gab es einen ayurvedischen Schnelltest zum bestimmen des eigenen Dosha-Typs. Wichtig hierbei ist zu erkennen, dass so ein Test immer nur eine Momentaufnahme ist und sich die Ergebnisse je nach Lebenssituation, Laune, dem, was man am Vortag gegessen hat und der Lautstärke des Nachbarhundes permanent ändern. Die mitzunehmende und absolut sinnvolle Botschaft darin war: Hör auf dich. Nimm dir immer mal wieder Zeit, aus dem Alltag einen Schritt zurück zu treten und zu überlegen, ob das alles grade so läuft wie es soll und was der Körper, der alte Eumel, da grade so tut. Irgendwie nicht so unvernünftig.

Den ersten Gang widmen wir dem Dosha VATA. VATA heisst übersetzt „Wind“.
Es symbolisiert das Bewegungsprinzip in unserem Körper - und das versuchten wir auch in die Komposition des ersten Ganges zu verweben: VATAstisch - Ein Gurkenschiff treibt auf dem Roten Meer - wir beeten zum großen Maroni, nüsseknabbernd.

Die Zutatentabelle von Lebensmittel, die sich für dieses Dosha am besten eignen:


Die Tabelle erklärt die Zutatenauswahl und die Zusammenstellung: Die Gurke ist gefüllt mit Maronen und roten Linsen, die Rote-Beete-Suppe beinhaltet, Kokos, Karotten, gedünsteten Knoblauch und gedünstete Zwiebeln. Eine winzig kleine Schärfe kitzelt.

Events Meatingraum München
VATAstisch: Ein Gurkenschiff auf dem Roten (Beete) Meer
Im zweiten Gang widmen wir uns dann PITTA. PITTA steht für das thermische Prinzip auf der körperlichen und geistigen Ebene. Es ist verantwortlich für alle Stoffwechsel- und Verdauungsvorgänge, sowie Intelligenz und geistige Fähigkeiten.

Die Zutatentabelle:


PITTAresk - eine rückwärtsgegarte ZucchiniRoulade mit fleischiger Füllung ruht sanft auf Fenchel und gelben Erbsen. Zartes Feuer mit KorianderKühle. Gewürze werden hier sehr zurückhaltend eingesetzt und wir versuchen die Aromatik der einzelnen Zutaten zu kitzeln.

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PITTA: eine Entdeckung war die Roulade aus Hase, Garnele und gelber Zucchini
Wir kommen bei der Roulade eindeutig zu folgendem Schluss: Der Hase ist die leckerste Form der Karotte, damit ein ganz tolles Gemüse und folglich das bessere Huhn!
Die Granatapfelkerne lockern auf, geben eine angenehme Säure und einen schönen Crunch.

Im Dessert versuchen wir uns an KAPHA - KAPHA ist das Stabilitätsprinzip.
Es schenkt dem Körper Stärke und Struktur und bildet die Grundlage für ein
starkes Immunsystem und aktives Lymphsystem. Die Herausforderung besteht darin, dass KAPHA durchaus starke Aromen und Gewürze verträgt, gerne auch Schärfe.

Wir bauen eine KAPHAntastische Nachspeise aus MandelmilchSchaum auf GojiChiliBirneGelee, das himmlische Gespann zaubert ein Honiglächeln - dazu heißt es: Lassi los!

Die Zutatentabelle:


Die Goji-Beere bringt leicht bittere Aspekte mit ein. Der MandelHonigSchaum auf dem Gelee wurde bestreut mit Chili, der die Papillen zum Schluss nochmals richtig anfeuert. Die Passionsfruchtlassi lässt alles smooth rutschen.

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Lassiranda ... (direkt aus der Wortspielhölle der frühen 90er ... sorry ...)
Uns hat die Beschäftigung mit Ayurveda so viel Spaß gemacht, dass wir gleich ZWEI neue Veranstaltung eingestellt haben. Nämlich:

29.07.2016 - 18:30 Uhr - Kochkurs »Ayurveda«: Wir kochen gemeinsam ein DreiGängeMenü, erklären jede Menge Hintergründe und wir machen GHEE. Und das alles mit fast ausschließlich heimischen Zutaten der Saison.

29.9.2016 - 19 Uhr - SupperClub »bAYURVEDA«: In diesem SupperClub ayurvedisieren wir klassisch bayrische Gerichte. Ideal zur Wiesnzeit. Und Bier gibt es auch!

Wir sehen uns!

Donnerstag, 5. Mai 2016

Retroschmecktive - StarWarsDinner

*Lichtschwertgeräusch*

Möge die Macht mit euch sein, liebe Jedis, Rebellen, Mitglieder der Handelsgilde, Wookies  und Gungans.

Gestern haben wir zum StarWars-Day, May the fourth eben, ein Star Wars Dinner zelebriert. Ich danke den lieben Ewoks, die sich gestern auf unserer kleinen MEATINGRAUM-Lichtung zum Feiern einfanden und freue mich nun sehr, den Abend nochmals durch die Rückfenster meines Millenium Falcon Revue passieren lassen zu dürfen. Ein gleich Einzusetzender der Speichelfluss ist.

Das hier war die Menükarte des Abends:

Die Menükarte des Abends
Aber, wie es sich für Menükarten, die etwas auf sich halten gehört, behielt auch diese hier ein paar Geheimnisse zurück.

Akkurat ist sie aber beim Aperitif. Da gab es ein drinkbares Lichtschwert in Forme eines illuminierten Gin & Tonics mit einem Spritzer Minze.

Der Aperitif als Bewegtbild

Dazu gab es einen Gruß aus der Küche: Yoda! Wenn Yoda ein Dipp wäre, dann wäre er dieser. Avacado und dazu AuberginenChips.

YODA in butterflyesker T-Fighter-Optik
Dann kam der erste Gang. Und da ergab ich mich kompromisslos auf den dunkled Pfad des schlechten Wortspiels.

A yur Veda?
Diese Frage kann von einem dunklen Lord der Sith nur mit einem WAS? ICH? NIEMALS! beantwortet werden - allein, es hilft ihm nichts, denn trotzdem wurden in diesem Gang schonungslos Elemente aus der ayurvedischen Küche verarbeitert:

Auberginen in Soya, Miso und Knoblauch (weniger ayurvedisch als viel mehr japanisch), Süßkartoffeln in Kurkuma, Kreuzkümmel, Fenchel und Senfsamen, Jakobsmuschel in schwarzem Sesam und Bohnenpüree ... mit Trüffel ...

Dazu trinken wir nen Riesling, wie sich das gehört.

ayurvedisch inspirierter erster Gang - die Midi-Chloreaner stehen da voll drauf und lassen die Zellen leuchten
Danach ging es weiter in die Kantine des Todessterns und es gab Vaders Lieblingsgerichte: Penne Arrabiata und Carbonara.

Wer jetzt sagt: Hä? Bitte? Wie kommt er denn da drauf? ... bitte unbedingt folgende erklärende Videos vom großartigen Eddie Izzard anschauen: Death Star Canteen 1 und Death Star Canteen 2 ... danach ist alles klar!

Die Penne Arrabiata konnte noch mit "Der Rache der Sith", einer obszön scharfen Habanero-Soße feinjustiert werden. Die Carbonara verstand sich als Carbonara-Aroma-Zitat und kam als Lasagne mit geräucherter Forelle, mit gekochten Eiern und Zuckererbsen. Dazu gab es noch ultrazarte Schweinebäckchen.


Hierzu starten wir die Rebellion, mit einem hinterhältigen Rotwein aus Baden. Unbequem. Eckig. Kantig. Wie ein Flug der Papillen in einem schlecht geflickten X-Wing-Fighter. Aber zu den ebenfalls schwer eigenwilligen Aromen auf dem Teller passt das beinahe schon harmonisch. Achterbahn!

Diese rote Cuvee ist jetzt nicht einfach zu trinken, aber hochspannend. Ungebändigte Tannine werden nach einer Zeit weicher und eröffnen Aromen von Schokolade und Kaffe. Und diese Aromen leiten ganz geschmeidig hin zum unvermeidlichen Dessert, welches da heißt: "I AM VADER!" - Death by chocolate it shall be!



Das Dessert ist ein ziemlich vollgepackter Teller mit: Dark(na klar!)ChocolatePannaCotta, darauf ein Schokokuchen, darauf Schokosoße, darauf nochmals Dark(na klar!)ChocolatePannaCotta, in Darth Vader Form: Dazu SchokoCrumble, salted caramel - und als begleitendes Getränk: Liquid Snickers.

Darth!
May the fork be always with you!

Luke! Ich bin nichtmal dein Onkel - und jetzt geh' weg und hör auf die ganze Zeit vor meinem Haus rumzulungern. Und anzurufen. Und keine Briefe mehr!! Frau Vader ist schon ganz nervös!

Bis zum nächsten Mal im MEATINGRAUM!


Freitag, 22. April 2016

Retroschmecktive: Veganes Israelisch-arabisches Crossover

Schalömmchen und مرحبا !

Der 20. April ist ja so ein Datum. Ein Datum, an dem viel hinterwäldlerisches Deppengezücht Fahnen hisst und es in einschlägigen Doppeltrottellokalen alle Gerichte zu 8,88€ gibt, zum Gedenken an den seltsam beschnauzten Scheitelträger, dessen schwer verwirrtes literarisches Werk grade unlängst in kommentierter Form erschien. Mein Krampf. Ernsthaft - ich meine, in das Buch muss jeder mal reinlesen. Nicht wegen der Erkenntnisse darin, sondern wegen der irren Menge an gequirlter Grütze in einem furchtbaren Gefasel und grausigem Stil.
Und jener Braunliebhaber aus Braunau am Inn, mütterlicherseits ein Schicklgruber vor dem Herrn, war VegetArier, angeblich nicht nur wegen des Wortlauts und der damit verbundenen Nähe seines bizarren völkischen Ideals, sondern zur Magenschonung und der Darmkrebsprophylaxe.

Wegen dieser Koinzidenz überlegte ich kurz in einem Anfall von komplett übersteigerter political correctness, ob es denn opportun sei, an einem solchen Tag ein vegetarisches Event zu zelebrieren. Hat man ja manchmal, solche Überlegungen, bei denen man dann beim Überlegen schon denkt "Was denke ich da eigentlich grade?" und kam dabei zu folgendem Schluss:

Na klar! Und nicht nur vegetarisch sondern vegan und zudem auch noch jüdisch/israelisch in einem völkerverständigenden Crossover mit arabischer Küche. So.

ÜBRIGENS - für Freunde des überambitionierten Subtextes: Dieses Bild ist mit einem Aquarellfilter bearbeitet. Schweinelustig! (*öttel*)

Ich bedanke mich bei dem kleinen, aber ausgesucht fantastischen Publikum für die Partizipation und den ausnehmend schönen Abend!

Schauen wir mal auf die Teller.

Zum snackenden Start und als dippigen Aperitifbegleiter gab es zweierlei Hummus, klassisch und mit Avocado. Es folgten drei gecrossoverte Gänge mit begleitenden Alkoholika.

DER ERSTE GANG

Tabouleh mit Pinienkernen und GranatApfel, Baba Ghanoush, BohnenPü und geröstetes Fladenbrot
Tabouleh = Ein CosuCous-Salat, den man überall im nordafrikanischen Raum findet. Mit viel Minze und Petersilie und in der hier timbalisierten Form noch verfeinert mit Pinien- und Granatapfelkernen.

Baba Ghanoush = Eine AubergienSesamCreme, bei der man als zentrales Element die Aubergine erst grillt, dann das Fruchtfleisch auskratzt und dieses mit Tahini (Sesampaste) vermischt. Eine Spur Knoblauch. Dann noch etwas mehr Knoblauch. Alles püriert und dann bereit für die Individualisierung durch Würzung.

BohnenCreme = Bohnen und Dipps oder Cremes daraus findet man in der arabischen und israelischen Küche häufig. Diese hier bekam ihren Charakter durch einen Hauch Vanille und etwas Ras el-Hanout Gewürz. 

Dazu trinken wir einen sensationellen Weißwein - den Edelsatz von Philipp Kuhn, eine Cuvée aus 70% Gewürztraminer und 30% Riesling. Opulent, mächtig, trotzdem finessenreich und ein sauberer Begleiter zu den ganzen Gewürzen auf dem Teller.

Was für ein tolles Weinchen.
DER ZWEITE GANG

Der Iman fiel in Ohnmacht. Tscholent! Gesundheit!
Der Iman fiel in Ohnmacht: İmam bayıldı ist ein vegetarisches Gericht au der türkischen Küche. Eine Gefüllte Aubergine mit viel Zwiebeln und Tomaten. Der Legende nach hat der Imam, als er das Gericht das erste Mal kostete, so viel davon gegessen, dass er umfiel - allerdings hat das Wort bayıldı im türkischen meinen etymologischen Forschungen nach eine doppelte Bedeutung, nämlich a) in Ohnmacht fallen und b) entzücken. Da legst di nieda!

Tscholent: Das ist ein urjüdisches Gericht, welches traditionell am Schabbat gegessen wurde und schon Freitags auf den Herd kam. Also langelange vor sich hin schmorte. Natürlich hat hier jede Familie ihr eigenes und alleinig richtiges Originalrezept. Eh klar. Traditionell schmoren in dem Gericht auch Fleisch und Markknochen - in meiner veganen Form sind statt dessen Süßkartoffeln mit drin.

DER DRITTE GANG

SchokoBaklavaStrudel, geröstete Nüsse, PassionsfruchtSchaum und MangoSorbet.

Beim Dessert ging es mit weniger um Typizität, sondern eher um Leichtigkeit und Freiheit. Baklava, dieses super süße und siruptriefende Dingens aus Nüssen, allem Zucker der Welt, noch mehr Zucker und Teig, ist sehr mächtig. In diesem Nachtisch wurde die Butter durch wenig leichtes Zitronenöl ersetzt, der Sirup fast gänzlich weggelassen, der Zucker radikal reduziert und dafür mit kantegebender Bitterschoki angereichert. Der Passionsfruchtschaum war leicht prickelig angelegt und das Sorbet schön smooooth.

Hat mir großen Spaß gemacht und ich sehe noch weitere Ausflüge in die Küche des Orients.

Der nächste VeganWednesday ist am 22.06.2016 um 19:00 Uhr - Alle weiteren Infos gibt es HIER!